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Buchsbaumzünsler, Eichenprozessionsspinner oder Gespinstmotte – so gefährlich sind die Schädlinge im Ruhrgebiet wirklich

Wenn du diese Raupe auf deinem Buchsbaum siehst und er noch saftig-grün aussieht, solltest  du schnell handeln, bevor dein Bäumchen stirbt.
Wenn du diese Raupe auf deinem Buchsbaum siehst und er noch saftig-grün aussieht, solltest du schnell handeln, bevor dein Bäumchen stirbt.
Foto: imago

Essen. Während Bienen, Ameisen oder Schmetterlinge noch zu den hilfreichen, nützlichen oder „guten“ Insekten gehören, gibt es im allgemeinen Sprachgebrauch auch jene, bei denen du wahrscheinlich nur von Schädlingen sprichst. So ist es sicher beim Buchsbaumzünsler, dem Eichenprozessionsspinner oder der Gespinstmotte der Fall.

Doch wie gefährlich sind diese kleinen negativ konnotierten Tierchen wirklich? Was können sie anrichten? Ein Überblick:

Der Buchsbaumzünsler

Die aus Asien stammende Raupenart hatte im vergangenen Jahr schon für große Aufregung gesorgt. In Nullkommanix hat sich die gefräßige Raupe durch den Baum gefressen. Dabei frisst sie sich nicht nur durch die Blätter, auch vor der Rinde macht sie keinen Halt. Und hat dabei keine natürlichen Feinde.

Daran erkennst du den Befall:

  • vertrocknete beige-gelbliche Blätter
  • Dein Buchsbaum hat kaum noch Blätter.
  • Blätter sind häufig von den Raupen eingespinnt.

Aber jetzt die guten Nachrichten: Der Buchsbaumzünsler kann, wie sein Name schon sagt, eben nur den Buchsbaum befallen. Alle anderen Bäume oder Sträucher interessieren ihn nicht. Und: Wenn dein Baum nicht schon komplett befallen und zerfressen ist, kannst du ihn im besten Fall auch noch retten.

Wenn du die Raupe siehst, kannst du noch mit Chemie gegen sie vorgehen. Doch Vorsicht: Das ist nur in deinem eigenen Garten erlaubt und nicht an öffentlichen Plätzen.

Doch wenn dein Bäumchen schon tot ist, dann musst du ihn ordnungsgemäß entsorgen. Das heißt: Nicht auf den Kompost. Denn dann verbreitet sich der Zünsler munter weiter. Packe das Bäumchen in einen geschlossenen Sack in die graue Tonne, damit er später verbrannt wird.

Der Eichenprozessionsspinner

Seit 2001 verbreitet sich der Eichenprozessionsspinner rasant im Ruhrgebiet. Er ist in Mitteleuropa beheimatet, breitet sich aber seit 20 Jahren bundesweit auch in Städten aus. Haben die Raupen ihre verschiedenen Larvenstadien durchlaufen, wachsen sie zu Nachtfaltern heran.

Die Raupen finden sich zumeist, auch wie hier der Name sagt, auf Eichen wider. Seltener befallen sie auch Buchen. Anfang Mai beginnen die Raupen zu schlüpfen. Zum Fraß bewegen sie sich nachts aus ihren Nestern in die Eichkrone. Dann kannst du typische Gespinstnester am Stamm oder in der Krone erkennen.

Gefährliche Brennhaare lösen allergische Reaktionen aus

Das Gefährliche an ihnen sind ihre Brennhaare. Diese bilden sich von Ende Mai bis Juli. Die Härchen enthalten das gesundheitsschädliche Nesselgift Theaumetopoein. Dieses kann bei Menschen sowie bei Tieren Haut- und Atemwegsreizungen führen.

So kannst du dich schützen: Halte dich nicht an Orten auf, wo der Eichenprozessionsspinner vorkommt und lege dich nicht unter befallene Eichen. Empfindliche Hautstellen solltest du deshalb mit Kleidung bedecken, wenn du in die Nähe der Tierchen kommst.

So werden sie bekämpft: Die gefährlichen Raupen werden mit chemischen oder biologischen Spritzmitteln bekämpft. Diese sind für Mensch und Tier ungefährlich und zerstören nur die Raupe. Solch eine Maßnahme hat das Umweltamt der Stadt Duisburg derzeit in Angriff genommen, bevor sich die Brennhaare entwickeln. Nester können auch manuell entfernt werden.

Die Gespinstmotte

Hoch gefürchtet, aber harmlos ist die Gespinstmotte. Ihre Netze ähneln dem Eichenprozessionsspinner zwar sehr, sie ist aber sowohl für Mensch und Tier als auch für die Bäume ungefährlich.

Diese schwarz-gelbe Mottenart ist wählerisch, hat es eher auf Vogelbeere, Traubenkirsche, Weißdorn, Pfaffenhütchen oder Faulbaum abgesehen, als auf Eichen oder Buchen.

Manche Bäume sind momentan ganz schaurig von den seidigen Netzen verhangen. So schützen sich die Tierchen vor ihren natürlichen Feinden wie Vögeln oder Schlupfwespen. Im Juni oder Juli können die von der Motte kahl gefressenen Bäume auch wieder austreiben, sind also keinesfalls tot.

 
 

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