Duisburg

Warum es im Fall Bivsi jetzt zwischen den Unterstützern der 15-Jährigen Streit gibt

Beim Benefitskonzert im Steinhof waren Bivsi, ihre Familie und ihre Unterstützer live zugeschaltet.
Beim Benefitskonzert im Steinhof waren Bivsi, ihre Familie und ihre Unterstützer live zugeschaltet.
Foto: Stephan Eickershoff
  • Grünen-Politiker ist privater Unterstüzter von Bivsi und ihrer Familie
  • Auch die Rechtsdezernentin setzte sich privat für Bivsi ein
  • Jetzt kommt es zum Streit zwischen Unterstützern

Duisburg. Jetzt geht der Streit der Unterstützer der Familie Rana in die nächste Runde. Der WDR-Beitrag „Kampf um Bivsi“ wirft bei den Grünen Fragen zum Handeln der Stadt im Fall der Abschiebung der Familie Rana auf.

Duisburg steckt mitten im Wahlkampf, denn am 24. September steht die Wahl zum Oberbürgermeister an. Jetzt kommt es in der Unterstützergruppe zum Streit über ein Angebot der Hilfsorganisation ISAR und entstandene Flugkosten.

Zwei Mitarbeiter der Stadt waren in Kathmandu

Zwei Mitarbeiter der Stadt Duisburg sind als Helfer der Duisburger Hilfsorganisation ISAR vom 8. bis zum 13. Juli in Kathmandu gewesen. Sie sollen versucht haben, Bivsis Vater einen Arbeitsvertrag bei der Hilfsorganisation in Nepal zu vermitteln.

Doch ein Arbeitsvertrag in Kathmandu hätte nach Meinung des grünen Politikers Felix Banaszak die Rückkehr der Ranas nach Deutschland gefährden können. Er fordert Aufklärung.

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Mitarbeiterin der Stadt war privat in Kathmandu

Die Vorsitzende der Hilfsorganisation ist die Rechtsdezernentin Dr. Daniela Lesmeister. Wir sprachen mit Stadtpressesprecherin Anja Kopka über den Fall. Sie sagt: „Die städtischen Mitarbeiter, ehrenamtliche Mitglieder von ISAR, haben Sonderurlaub genommen. Sie waren nicht als Mitarbeiter der Stadt vor Ort.‟

Außerdem sagt Anja Kopka: „Das Hilfsangebot von ISAR an den Vater diente alleine der unmittelbaren wirtschaftlichen Hilfe vor Ort, da die Familie von ihren Ersparnissen leben musste.‟

Jetzt weht der Wind zurück

Doch aufgrund seiner Anfrage kommen jetzt auch Rückfragen auf Felix Banaszak zu. Er ist privater Unterstützer der Familie Rana und hat eine Demo der Schüler organisiert. Gleichzeitig ist er aber auch Politiker der Grünen.

Er flog mit dem Elternpflegschaftsvorsitzenden des Steinbart Gymnasiums im Juli nach Kathmandu, um die Ranas zu unterstützen, Jetzt kommt raus, der Grund des Fluges war der plötzliche Aufenthalt der ISAR-Helfer vor Ort.

„Gemeinsam mit Familie Rana waren wir von diesem Vorgehen verunsichert und konnten nicht abschätzen, welche möglicherweise negativen Folgen dies für eine von uns angestrebte Rückkehr von Bivsis Eltern haben würde‟, sagt Felix Banaszak im Gespräch mit DER WESTEN.

Vorsitzender des Steinhofs macht Streit öffentlich

Doch Arno Eich, Vorsitzender des Steinhofs (wo auch das Benefitskonzert für Bivis stattfand), schreibt auf Facebook: „Ich finde es beschämend, dass die Grünen nun das ISAR Engagement in Frage stellen. Zu unterstellen, dass das Hilfsangebot nur dem Zweck diente, die Wiedereinreise zu verhindern ist perfide.‟

Und weiter schreibt Arno Eich: „Wenn schon einen Skandal heraufbeschwören, dann gehört es wohl zur Wahrheit, dass Felix Banaszak seinen willkürlichen Flug nach Nepal im Nachhinein von den Organisatoren des Benefizkonzerts bezahlt haben wollte. Das war wirklich beschämend, ist von uns aber abgelehnt worden.‟

Felix Banaszak äußert sich zu Vorwürfen gegen ihn

Zu diesen Vorwürfen erreichte DER WESTEN Felix Banaszak. Er sagt: „Nach unserer Rückkehr bat der Elternvertreter um Erstattung der Flugkosten aus den Spendeneinnahmen, die für die Rückkehr der Familie Rana und den Wiederaufbau ihrer Existenz in Deutschland gesammelt wurden. Nachdem dies abgelehnt wurde, entschied ich mich und habe dies auch telefonisch gegenüber Herrn Eich kommuniziert, meinerseits auf die Erstattung zu verzichten.“

Somit tragen er und der Elternvertreter alle Kosten (Flüge, Unterkunft, Telefonkosten) in Höhe von jeweils mehr als 1.600 Euro selbst.

Banaszak wusste vom Aufenthalt der ISAR-Helfer, schwieg aber

Weiter sagt Felix Banaszak: „Zu jedem Zeitpunkt war unser Agieren darauf gerichtet, die bis zum 25. Juli unklare Rückkehr von Familie Rana nicht zu gefährden. Auch aus diesem Grund haben wir die Informationen über die Anwesenheit und das Agieren der ISAR-Ehrenamtlichen/Mitarbeiter der Stadt Duisburg bislang nicht öffentlich gemacht.“

ISAR ging es um Bivsi

Wie DER WESTEN von einer sicheren Quelle erfuhr, soll es Rechtsdezernentin Daniela Lesmeister um Bivsi gegangen sein. Lesmeister und ein weiterer Helfer der Organisation (der auch für die Stadt arbeitet, weil er Feuerwehrmann ist) seien auf Kosten von ISAR dorthin geflogen.

 
 

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