Duisburg

Sie verdiente 376.000 Euro: Nach dem Rausschmiss kommt es für Ex-Behindertenwerkstatt-Chefin Roselyne Rogg jetzt noch schlimmer

Roselyn Rogg bekommt nun Ärger mit der Staatsanwaltschaft.
Roselyn Rogg bekommt nun Ärger mit der Staatsanwaltschaft.
Foto: Lars Fröhlich / FUNKE Foto Services

Duisburg. Sie verdiente horrende 376.000 Euro. Mehr als die Bundeskanzlerin. Doch ihren Job ist sie wegen eines „irreparablen Vertrauensverhältnisses“ los. Und nun wird es für die Ex-Chefin der Werkstatt für Menschen mit Behinderung (WFBM) in Duisburg, Roselyne Rogg, noch schlimmer.

Wie die Staatsanwaltschaft Duisburg am Mittwoch mitteilte, wird sie ein Ermittlungsverfahren gegen Rogg einleiten. Der Vorwurf: Untreue.

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Nach Durchsicht und Prüfung verschiedener Gutachten zur Verhältnismäßigkeit der Gehaltszahlungen, die die ehemalige Geschäftsführerin der Werkstatt für Menschen mit Behinderung bezogen hatte, liegen nach Auffassung der Staatsanwaltschaft Duisburg Anhaltspunkte vor, die den Anfangsverdacht einer Untreue begründe.

Die wichtigsten Fragen und Antworten:

Wie viel hat Roselyne Rogg als Chefin der Werkstatt verdient?

Das Einstiegsgehalt von Roselyne Rogg lag 2009 bei 85.000 Euro. Dazu kamen 30.000 Euro Altersvorsorge und 24.000 Euro Erstattung von Sozialversicherungsbeiträgen sowie ein Dienstwagen.

Ein angemessenes Gehalt, geht man nach dem Gutachten der Wirtschaftsprüfer Vinken, Görtz, Lange und Partner vom 28. Juni 2018. Sie hatten ein Jahresgehalt zwischen 150.000 und 180.000 Euro für jemanden in Roggs Position errechnet.

Doch die WFBM-Chefin bezog zuletzt mehr als das Doppelte: 376.000 Euro. Zum Vergleich: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat ein Brutto-Jahresverdienst von rund 330.000 Euro. Ein Sozialarbeiter in einer Einrichtung wie der WFBM verdient in NRW etwa 33.000 Euro. Und das durchschnittliche Entgelt eines Werkstattbeschäftigten mit Behinderung beträgt laut einer Statistik des Bundesarbeitsministeriums etwa 180 Euro.

Was ist die Werkstatt für Menschen mit Behinderung in Duisburg?

Die WFBM ist eine Einrichtung, die zur Integration von Menschen mit Behinderung beiträgt. Beschäftigt werden neben Sozialarbeitern oder Pädagogen Menschen, bei denen eine Erwerbsminderung beziehungsweise eine Erwerbsunfähigkeit vorliegt.

Die Werkstatt bietet nach eigenem Anspruch Menschen mit Behinderung Arbeitsplätze und Ausbildungsplätze sowie individuelle Förderung. In vier Werkstätten erledigen die Mitarbeiter im Auftrag privater Firmen unter anderem Montagearbeiten im Elektrobereich sowie Gärtnerarbeiten. Dazu kommt eine Fahrradwerkstatt, das Restaurant „Der kleine Prinz" und das Modelabel „Ars Vivendi".

Träger sind zu 50 Prozent die Stadt Duisburg und zu je 25 Prozent die Lebenshilfe Duisburg und der Verein für Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderung. (göt)

 
 

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