Duisburg

Hier zauberte der Schalker Kreisel und Motorräder knatterten um die Wette: Das ist aus dem Schwelgernstadion in Duisburg-Hamborn geworden

Das Schwelgernstadion in Duisburg-Hamborn war um 1925 eines der größten und modernsten Stadien Westdeutschlands.
Das Schwelgernstadion in Duisburg-Hamborn war um 1925 eines der größten und modernsten Stadien Westdeutschlands.
  • Das Schwelgernstadion war eines der modernsten Stadien Westdeutschlands
  • Es wurde im Jahr 1925 eröffnet
  • Das ist daraus geworden

Duisburg. Ruhig und beschaulich liegt es da – das Schwelgernstadion in Duisburg-Hamborn. Ein paar Hobbykicker jagen dem Ball im Schatten der Hochöfen hinterher. Doch einst war das Stadion eines der größten und modernsten Stadien in Westdeutschland.

Das ist die Geschichte des Schwelgernstadions

Anfang der 1920er Jahre schenkte der Industrielle August Thyssen der damals noch selbstständigen Stadt Hamborn 56 Morgen (ein Morgen ist etwa ein Viertelhektar) im Schwelgernbruch. In direkter Nachbarschaft zur Thyssen-Hütte entstand das Schwelgernbad, der Schwelgernpark und das Schwelgernstadion.

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Kuzorra trifft vor 33.000 Zuschauern

Das Stadion wurde 1925 eröffnet – und war damit zusammen mit den Stadien in Wuppertal, Köln und Düsseldorf eines der modernsten seiner Zeit. Erst ein Jahr später wurde das Wedaustadion in Duisburg eröffnet. 28.000 Zuschauer passten in das Stadion. Der Zuschauerrekord wurde beim Gastspiel des FC Schalke 04 im Jahr 1947 geknackt. Zwei Jahre nach dem Krieg empfing Hamborn 07 die Schalker zum Auftakt der damals erstklassigen Oberliga West. Der damals als Spielertrainer tätige Ernst Kuzorra rettete Schalke 04 kurz vor Schluss vor 33.000 Zuschauer ein 2:2-Unentschieden.

Rasante Radler und laute Motorräder

Neben Fußballspielen hatte das Stadion auch eine 7,20 Meter breite und 500 Meter lange Aschenbahn, die von einer 570 Meter langen und 7,20 Meter breiten Motorradrennbahn eingefasst war. Hier fanden regelmäßig sogenannte Steher-Radrennen statt. Staubig und laut ging es bei Motorradrennen auf dem Oval zu. Auch das Polizeisportfest wurde traditionell im Schwelgernstadion ausgerichtet. Noch 1962 pilgerten 25.000 Zuschauer zu einem Spiel von Hamborn 07 gegen Fortuna Düsseldorf.

Heute: American Football und Partys

Nach dem Umzug von Hamborn 07 in eine eigene Spielstätte wurde das Stadion zunehmend marode. Ende der Neunzigerjahre wurde es in Abstimmung mit den Denkmalschutzbehörden durch die Entwicklungsgesellschaft Duisburg saniert. Die historische Tribünenanlage wurde mit Boden überdeckt, da sie nicht mehr benutzbar war. Das markante Eingangsgebäude des Stadions wurde ebenfalls saniert. Heute ist hier das Schwelgern-Café beheimatet, das für Events gemietet werden kann. Sportlich wird das Stadion mittlerweile außer von Hobbykickern von den Baseballern und Footballern der Duisburg Dockers und Duisburg Thunderbirds genutzt.

 
 

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