Veröffentlicht inDuisburg

Duisburg gegen Oberhausen – eine Stadt soll von Autobahn-Schildern verschwinden

Städtekrieg im Ruhrgebiet! Duisburg gegen Oberhausen! Und es geht nicht um Fußball, sondern um Autobahn-Schilder.

Duisburg gegen Oberhausen
© imago/Deutzmann

Rathaus-Bosse im Ruhrgebiet: Sie sind die Oberbürgermeister im Pott

Wer hat in den Ruhrgebiets-Städten das Sagen? Wir stellen die Oberbürgermeister im Pott vor.

Städtekrieg im Ruhrgebiet – und der reicht sogar bis nach Berlin! Die FDP Duisburg will dafür sorgen, dass ihre Stadt auf den Autobahnen sichtbarer wird. Und dafür soll „Oberhausen“ von den Autobahn-Schildern gestrichen werden!

Kein Witz: Laut einem Beschluss des letzten Kreisparteitags will sie, dass „die richtungsweisenden Beschilderungen auf allen relevanten Bundesautobahnen von derzeit Oberhausen in Duisburg geändert werden“. Darüber berichtet die „WAZ“. Im Klartext: „Oberhausen“ würde von Autobahn-Schildern verschwinden und von „Duisburg“ ersetzt werden!

Duisburg gegen Oberhausen: Stadt soll von Autobahn-Schildern verschwinden

Die FDP Duisburg argumentiert mit der Größe der Stadt: Mit mehr als 500.000 Einwohnern sei man doppelt so groß als Oberhausen (rund 210.000 Einwohner). Kreisvorsitzender Oliver Alefs: „Die Stadt Duisburg ist zwar überregional bekannt, sollte jedoch entsprechend ihrer Größe und Bedeutung als einer der wichtigsten Logistikdrehscheiben und dem größten Stahlstandort Europas eine deutlich sichtbarere Rolle auf den Beschilderungen der Bundesautobahnen einnehmen.“

Seine Partei wolle Duisburg als „nah- und fernliegenden Zielort und Richtungshinweis auf allen Autobahnen ausweisen, statt die Stadt Oberhausen“. Man wolle im Stadtrat einen Antrag stellen, um Unterstützer auch aus anderen Parteien für die Idee zu gewinnen. Die Ausweisung von Städten ist in den „Richtlinien für die wegweisende Beschilderung auf Autobahnen“ (RWBA) geregelt. Sie wurden zuletzt im Jahr 2000 aktualisiert.

Kann man einfach Namen von Schildern tilgen?

Zwar ist das Bundesverkehrsministerium für die RWBA zuständig. Praktisch auch, dass mit Volker Wissing ein FDP-Mann Verkehrsminister ist. Doch leicht ist eine Änderung allein schon aufgrund bürokratischer Hürden (Bundeseinheitlichkeit, Kostenfaktor) nicht. Zudem hat seit 2021 auch die Autobahn GmbH ein Wörtchen für die Umsetzung der Beschilderung auf Autobahnen mitzureden.


Mehr News:


Und dann ist da noch logisch, dass die Stadt Oberhausen nicht gerade erpicht darauf sein wird, von den Schildern getilgt zu werden. Die Duisburger FDP bräuchte selbst mit geschlossener Zustimmung der ganzen städtischen Verwaltung einen langen Atem.