Veröffentlicht inDuisburg

Duisburg: Frau wehrt sich gegen Vorurteile – „Man kann studieren, auch wenn man aus Marxloh kommt“

Eine Duisburger Studentin setzt ein Zeichen. Sie sagt: Man kann auch aus Marxloh kommen und studieren und seine Träume verwirklichen.

Universität Duisburg-Essen
u00a9 imago images/Ralph Lueger

Warum heißt Duisburgs Stadtteil Marxloh eigentlich Marxloh?

Şilan aus dem Duisburger Norden weiß, was es heißt, in prekären Verhältnissen aufzuwachsen. Ihre kurdischen Eltern sind nach Deutschland emigriert und arbeiten seither hart in ihrer eigenen Schneiderei, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.

+++ Duisburg: Frau stirbt – Rechnung bringt Tochter auf die Palme! „Schande“ +++

Dennoch hegt ihre Tochter bereits seit der fünften Klasse einen großen Traum: Sie möchte Ärtzin werden. Auf dem Elly-Heuss-Knapp-Gymnasium in Duisburg-Marxloh hat die heute 22-Jährige Abitur gemacht. Auf der Uni kam dann der „Kultur-Schock“, wie die „WAZ“ berichtet.

Duisburgerin hegt großen Traum

Im Studium auf der RWTH Aachen war sie dann plötzlich die „Außenseiterin“. Einzige mit schwarzen Haaren in einem Meer aus blonden Köpfen. Im Gegensatz zu ihren Kommilitonen kommt sie nicht aus einer Ärzte- oder Akademikerfamilie. Mithilfe von Bafög und mehreren Nebenjobs kämpft sie sich durch. „Einige haben sogar von ihren Eltern ein Einfamilienhaus bekommen“, erzählt sie vorab. Sie müssen sich nicht um ein Praktikum bewerben, sondern kommen über Beziehungen dran.


Passend dazu: Duisburg: Erasmus-Studentin kommt in den Pott – ihr Urteil ist vernichtend


Ihr gegenüber würden viele mit Unglauben reagieren. „Viele sind verblüfft, dass jemand aus Marxloh hier in Aachen studiert“, bemerkte die 22-Jährige. „Anfangs hatte ich das Gefühl, dass ich mich anpassen muss.“ Mittlerweile hat sie gemerkt: „Ich pass hier einfach nicht hin“.

„Man kann studieren, auch wenn man aus Marxloh kommt“

Um zeigen zu können, unter welcher sozialen Ungerechtigkeit viele Heranwachsenden leiden müssen, hat sie bei der WDR-Dokumentationsreihe „Hard Life“ mitgemacht. Ein Kamerateam begleitete die Jugendliche über neun Tage hinweg in der Uni und auch daheim bei ihrer Familie.


Mehr Themen aus dem Duisburger Norden:


„Mir ist wichtig zu zeigen, dass ich eine von vielen repräsentiere. Und ich möchte ein Vorbild dafür sein, dass man studieren kann, auch wenn man aus Marxloh kommt.“ Und um das zu realisieren, setzt sie sich noch mehr ein. Was sie noch alles für andere Studierende bewegt, kannst du bei der „WAZ“ nachlesen und die ganze Staffel ab dem 31. August in der ARD-Mediathek sehen.