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Dortmund: Mob jagt Mädchen über Schulhof – Reaktion der Lehrer sorgt für Entrüstung

Hass im Netz: Das kannst du tun

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Dortmund. Schwere Vorwürfe gegen Schüler und Lehrer der Robert-Koch-Realschule (RKR) in Dortmund.

Dort hat ein Mob in der vergangenen Woche drei Schülerinnen über den Schulhof gejagt. Im Netz kursieren Videos des Vorfalls, den die Schulleitung aus Dortmund bestätigt.

Dortmund: Schüler jagen Mädchen über Schulhof – wegen einer Regenbogen-Fahne!

Influencerin „Wiki Riot“ hatte den Vorfall nach Kontakt mit einer der Betroffenen öffentlich gemacht. Die Hamburgerin schildert in einem Instagram-Video, dass drei Schülerinnen wegen einer Regenbogen-Fahne in der Dortmunder Schule angegriffen worden seien. Video-Aufnahmen zeigen, wie ein Mob aus Schülern sich zusammenrottet, um die Mädchen auszubuhen und über den Schulhof zu jagen. Sie sollen außerdem beleidigt, mit Wasser bespritzt und sogar geschlagen worden sein.

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Das ist „Wiki Riot“

  • Feministin und Musikerin aus Hamburg
  • bekannt aus RTL-Show „Princess Charming“ (mehr dazu hier)
  • Der lesbischen Aktivistin folgen bei Instagram mehr als 61.000 Menschen

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Lehrer sollen den Vorfall nach Angaben der Mädchen mitbekommen haben, aber nicht eingeschritten sein. „Als ich meine Klassenlehrerin darauf angesprochen hab, hat sie gesagt, sie sagt nichts zu“, zitiert „Wiki Riot“ eine Betroffene. „Die Bilder machen uns fassungslos“, sagt Wolfgang Siebeck, Schulleiter der RKR zu dem Vorfall, der sich am vergangenen Donnerstag (2. Juni) abgespielt hat.

Schwere Vorwürfe gegen Lehrer der Realschule in Dortmund

Demnach hätten die Schülerinnen anlässlich des „Pride Months“ in einer Pause eine „Progress Pride Flag“ über den Schulhof getragen. Bis auf die Prügel bestätigt die Realschule die Angriffe auf die Mädchen.

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„Wir bedauern den Vorfall zutiefst und versichern, dass die aus dem Video zu entnehmende Haltung nicht die Geisteshaltung der Mehrheit der Schülerinnen und Schüler und Lehrerinnen und Lehrern der Robert-Koch-Realschule wiederspiegelt“, erklärt Schulleiter Siebeck.

Gleichzeitig sei die Belegschaft betrübt darüber, dass die gesamte Schulgemeinschaft nun verurteilt werden. Es werde in zahlreichen Mails gefordert, das Siegel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ zu entziehen.

Schulleiter aus Dortmund nimmt Lehrer in Schutz

„Dies tut allen Schülerinnen und Schülern, Eltern und Lehrerinnen und Lehrer Unrecht, die sich für Toleranz als unverhandelbares Gut im Zusammenleben von Menschen im Allgemeinen und im Zusammenleben und Zusammenlernen der Schülerinnen und Schülern der Robert-Koch-Realschule im Besonderen einsetzen“, findet Wolfgang Siebeck.

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Entgegen der Vorwürfe bei Instagram seien Schul- und Klassenleitung „unmittelbar“ mit den betroffenen Schülerinnen „in einen intensiven Dialog eingetreten“. „Gemeinsam werden wir den Vorfall zum Anlass nehmen, uns noch stärker für Toleranz und Empathie anderen gegenüber einzusetzen“, verspricht Wolfgang Siebeck.