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Dortmund und Essen: Frau geht regelmäßig nachts auf Friedhof spazieren – sie verfolgt ein bestimmtes Ziel

Dortmund und Essen: Frau geht regelmäßig nachts auf Friedhof spazieren – sie verfolgt ein bestimmtes Ziel

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Dortmund und Essen: Frau geht regelmäßig nachts auf Friedhof spazieren – sie verfolgt ein bestimmtes Ziel

Dortmund und Essen: Frau geht regelmäßig nachts auf Friedhof spazieren – sie verfolgt ein bestimmtes Ziel

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Mit IHR wird es in Dortmund und Essen so richtig schaurig: Dr. Anja Kretschmer geht einmal im Jahr in den beiden Ruhrgebietsstädten nachts auf dem Friedhof spazieren. Allein ist sie dabei nicht – und ein bestimmtes Ziel verfolgt sie auch…

Wer beschäftigt sich schon gerne mit dem Tod und der eigenen Endlichkeit? Dr. Anja Kretschmer tut das sogar hauptberuflich. Und die Kunsthistorikerin arbeitet nicht etwa als Bestatterin, nein: Sie bietet Friedhofsführungen in ganz Deutschland an! Mit dabei sind auch Dortmund und Essen.

Dortmund und Essen: Anja Kretschmer besucht regelmäßig Friedhöfe in Ruhrgebietsstädten

Ihre Intention dabei: Den Menschen die Angst vor dem Tod nehmen und mit der eigenen Endlichkeit konfrontieren. „Ich möchte keine Ratschläge zum Thema Bestattungsmöglichkeiten geben, sondern den Menschen das Thema auf einer ganz unverfänglichen und humorvollen Art und Weise näherbringen“, erklärt die 40-Jährige gegenüber DER WESTEN.

Bei ihren Führungen schlüpft Kretschmer dann in die Rolle der „Schwarzen Witwe“ – eine von ihr erschaffene Kunstfigur, die aus dem 19. Jahrhundert stammt. Damit das Feeling auch wirklich stimmt, führt sie ihre Termine beim Einbruch der Dunkelheit durch. „Das hat dann nochmal einen ganz besonderen Reiz. Man kann in sich hineinhorchen und ist durch nichts abgelenkt“, sagt sie.

Dortmund und Essen: Kunsthistorikerin will das Thema „Tod“ näherbringen

Mit ihrer Veranstaltungsreihe „Friedhofsgeflüster“ tourt die Rostockerin durch ganz Deutschland und bietet Führungen mit unterschiedlichen Inhalten rund um das Thema Tod an. So geht es dort unter anderem um Sitten und Bräuche, Trauerkultur, Scheintod und den toten Körper.

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Das ist die Stadt Dortmund:

  • Wurde 880 erstmals schriftlich erwähnt (als ‚Throtmanni‘)
  • Hat 588.250 Einwohner (Stand: Dezember 2019) und ist damit die neuntgrößte Stadt Deutschlands
  • Nach Fläche und Einwohnerzahl die größte Stadt im Ruhrgebiet
  • Der Signal-Iduna-Park (Heimstadion von Borussia Dortmund) ist mit über 81.000 Plätzen das größte Fußballstadion Deutschlands
  • Weitere Sehenswürdigkeiten: Westfalenpark, Dortmunder U, Deutsches Fußballmuseum
  • Oberbürgermeister ist Thomas Westphal (SPD)

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Doch wie kommt man eigentlich auf die Idee, den Friedhof nachts zu seinem Arbeitsplatz zu machen? „Der Friedhof hat mich schon immer fasziniert. Ich sehe ihn als einen tröstlichen Ort an. Das Ganze hat sich durch meine Doktorarbeit noch einmal intensiviert. Dann kam die Intention anderen Menschen, die diesen Ort scheuen, von der Schönheit eines Friedhofes zu überzeugen. Er ist ja durchaus eher ein geächteter Ort“, begründet sie.

Dortmund und Essen: Tod immer noch ein großes Tabu-Thema

Und auch durch ihre Tätigkeit als Trauerrednerin weiß Anja Kretschmer: Die meisten Menschen setzen sich viel zu wenig mit dem eigenen Tod und dem Tod ihrer Liebsten auseinander.

„Ich habe das Gefühl, die Menschen wollen nicht über das Thema reden. Dann heißt es immer: Man hat ja noch Zeit. Aber das weiß doch keiner. Ich finde es besser, wenn man sich bewusst ist, dass das Leben endlich ist. Wenn man den Tod auf die lange Bahn schiebt und dann der Fall eintritt, trifft es einen noch härter.“

Dortmund und Essen: Wie stellt sich Anja Kretschmer ihre eigene Bestattung vor?

Zudem würden die meisten Menschen nicht mit Trauer umgehen können, weil sie sich nie mit dem Thema auseinandergesetzt hätten. „Als Trauerrednerin habe ich einfach gesehen, wie wichtig es ist, zu reden. Nichts ist schlimmer, als wenn man in einem Sterbefall nicht weiß, was sich der Verstorbene gewünscht hat.“

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Und was wünscht sich die „Schwarze Witwe“ eigentlich für ihren eigenen Tod? Eine Erdbestattung! Musikvorschläge für ihre Beerdigung hat sie auch schon. „Ich will, dass auch gefeiert wird“, sagt sie.

Ein bisschen unbeschwerter ist das Thema dieses Artikels: Nach dem die Corona-Regeln gelockert wurden, darf wieder kräftig gefeiert werden! Doch die Aussage eines Club-Betreibers überrascht. (cf)