Bochum

Spätes Geständnis: Kann der Uni-Vergewaltiger doch noch mit einer milderen Strafe rechnen?

Der Angeklagte Ziyad K. bedeckt vor Gericht sein Gesicht.
Der Angeklagte Ziyad K. bedeckt vor Gericht sein Gesicht.
Foto: Jürgen von Polier

Bochum. Ziyad K. (32) vergewaltigte an der Uni Bochum zwei Studentinnen. Die DNA-Beweise sind erdrückend. Doch vor Gericht mussten die beiden jungen Frauen ihr Martyrium nochmals durchleben und aussagen, denn Ziyad K. verweigerte bis zum Schluss ein Geständnis.

Der Paukenschlag folgte erst, als die Beweisaufnahme fast beendet war. K. ließ durch seinen Anwalt ausrichten: Ja, er habe die Taten begangen.

Ein Geständnis wirkt normalerweise strafmildernd für Angeklagte in Strafprozessen. „Grundsätzlich gilt unter Juristen die Faustformel, dass ein Geständnis ein Drittel Rabatt bezüglich der Strafe ausmacht. Aber das auch nur dann, wenn man dem Opfer durch das Geständnis die Aussage erspart“, erklärt der Essener Strafverteidiger Nikolai Odebralski.

Kann Ziyad K. jetzt noch mit einer Strafmilderung rechnen?

Odebralski glaubt das nicht: „Das fällt nicht mehr entscheidend ins Gewicht.“ Die Opfer haben bereits ausgesagt.

Warum ist das Geständnis grundsätzlich so wichtig? „Sinn dahinter ist, dass man einsieht, was man getan hat. Dass man sich mit seiner eigenen Schuld auseinandersetzt. Und dass man dem Opfer die Aussage erspart“, so Odebralski.

Immerhin übernehme K. die Verantwortung für seine Taten. Das sei schon zu seinen Gunsten zu bewerten.

(jp/mto)

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