Jeder verlorene Straßenbaum kostet Stadt Bochum 4000 Euro

Bernd Kiesewetter
So sah am Morgen nach dem Unwetter eine Hauptverkehrsstraße in Bochum, die Wattenscheider Straße, aus. Die Fahrbahn war nicht mehr sichtbar.
So sah am Morgen nach dem Unwetter eine Hauptverkehrsstraße in Bochum, die Wattenscheider Straße, aus. Die Fahrbahn war nicht mehr sichtbar.
Foto: WAZ
Jeder vom Pfingst-Unwetter zerstörte Straßenbaum verursacht der Stadt Bochum 4000 Euro Kosten. Allerdings hat die Verwaltung den geschätzten Schaden nach unten korrigiert. Gleichzeitig weist Bochums Grünen-Fraktionschef Preuß Kritik an überhöhten Hilfsforderungen zurück.

Bochum. Die Stadt Bochum hat ihre Schätzungen zur Höhe der Sturmschäden an den mehr 37.000 Straßenbäumen deutlich nach unten korrigiert – von 20 auf zehn Millionen Euro. Mittlerweile sind zwei Drittel der vom Pfingst-Unwetter heimgesuchten Straßenbäume begutachtet worden, so dass eine Schätzung konkretisiert werden konnte. Die Bilanz: 300 sind direkt vom Sturm zerstört worden, weitere 1700 bis 2000 müssen noch gefällt werden. Nach einer ersten Schätzung Mitte Juni war die Stadt noch von 5000 zerstörten Straßenbäumen ausgegangen.

Im Einzelnen veranschlagt die Stadt für jeden verlorenen Straßenbaum Kosten von fast 4000 Euro. Fällen: 500 bis 600 Euro; Wurzelwerk entfernen: 180 Euro; Bodenaushub entsorgen: 1250 bis 1300 Euro; neuer Baum (4 bis 5 Meter): 600 bis 700 Euro; Verankerung, Wurzelschutz und langwierige Pflege: 500 Euro; Erneuerung beschädigter Gehweg-Platten mit Leitungen: mindestens 500 Euro. Hinzu kommen Baumkronenschnitte an 6000 Straßenbäumen.

Die Schäden an den Bäumen in Wäldern, Parks und auf Friedhöfen (großteils noch weiterhin gesperrt), sind in diesen Zahlen noch nicht berücksichtigt. Die Stadt rechnet mit wenigstens 15.000 umgekippten oder geschädigten Baum.

„Standortfaktor, dass wir in Bochum ausreichende Begrünung haben“

Bei ihrer ersten Schadensschätzung Mitte Juli war die Stadt von 51,5 Millionen Euro ausgegangen. Diese Höhe stieß beim Fraktionschef der Grünen im Landtag, Reiner Priggen, auf Kritik. Die Stadt würde bei ihren Hilfsforderungen ans Land „maßlos“ sein. Diese Einschätzung stößt wiederum beim Chef der Bochumer Ratsfraktion der Grünen, Manfred Preuß, auf Kritik. „Ich weiß nicht, was das soll“, sagte er auf WAZ-Anfrage. Priggens Äußerung habe ihn „irritiert, um es freundlich zu sagen“. Schließlich habe der Sturm Bochum äußerst stark erwischt.

Weiterhin läuft die Aktion unserer Zeitung „WAZ pflanzt Bäume“. Leserin Dr. Helga Küßner will auch spenden. Sie sagt: „Es ist auch ein Standortfaktor, dass wir in Bochum eine ausreichende Begrünung haben und auch unserer Stadtpark wieder pfleglich behandelt wird.“