Bochum

Bochum: Nach Schüssen auf Synagoge – Polizei fahndet mit DIESEN Fotos nach Verdächtigem

METIN GÜLMEN und MARCEL STORCH
Die Polizei Bochum sucht diesen Mann.
Die Polizei Bochum sucht diesen Mann.
Foto: Funke Foto Service/Polizei Bochum

Bochum. Schock für die jüdische Gemeinde in Bochum!

Am 26. April haben Mitarbeiter der Synagoge an der Castroper Straße in Bochum im Bereich des Haupteingangs eine beschädigte Fensterscheibe bemerkt. Polizisten entdecken in der Nähe des Fensters zwei kunststoffummanelte Metallmunition auf dem Boden. Sie hatten die Glasscheibe zwar beschädigt, aber nicht ins Gotteshaus eindringen können. Auch das Planetarium in der Nähe ist beschädigt worden.

Noch ist der Täter nicht gefasst – doch der Staatsschutz der Polizei Bochum ermittelt, denn: Ein politisches Motiv könne nicht ausgeschlossen werden! War es das Verbrechen eines Verrückten? Oder die eines Antisemiten, der bewusst die Synagoge in Bochum als Ziel ausgewählt hatte?

Bochum: Nach Schüssen auf Synagoge – Polizei veröffentlicht Aufnahmen

Inzwischen ist ermittelt worden, dass der Täter nachts gegen 0.05 Uhr auf die Synagoge geschossen hatte. Mit den gefundenen Metallkugeln werden Luft- oder Gasdruckwaffen befüllt. Der Mann hat laut Bildern der Überwachungskamera einen waffenähnlichen Gegenstand mit sich geführt und keinen Mund-Nasen-Schutz getragen. Die Polizei erhöht den Fahndungsdruck und hat nun auch ein Video der Tat veröffentlicht und fragt: Wer kennt diesen Mann?

Polizei Bochum fragt: Wer kennt diesen Mann?
Polizei Bochum fragt: Wer kennt diesen Mann?

So wird der Tatverdächtige beschrieben

Er trug eine graue Hose, eine dunkle Kapuzenjacke, Adidas-Turnschuhe mit einer hellen Sohle, eine dunkle Baseballkappe mit einem hellen Schirm sowie ein Oberteil mit einem Aufdruck. Auffällig: Zur Tatzeit hat er einen schwarzen Rucksack und eine dunkelfarbige Bauchtasche dabei.

Weg des Verdächtigen rekonstruiert

Die Ermittler konnten inzwischen seinen Weg anhand weiterer gefundener Stahlkugeln genauer rekonstruieren. Er bog wohl von der Castroper Straße auf den Fußweg zum Planetarium ab, ging zur Synagoge und gab Schüsse auf die beiden Gebäude ab. Dann lief er wahrscheinlich über den Stadtpark zur Klinikstraße.

Dort hat er in der Nähe des Tierparks vermutlich erneut mit seiner Waffe geschossen. Seine Spur verliert sich in Richtung der Schmechtingwiese. Auch hier fanden die Beamten die gleichen Stahlkugeln.

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Das ist Antisemitismus:

  • Judenfeindlichkeit, die mit Rassismus, Nationalismus und Sozialdarwinismus verbunden ist
  • tritt in Europa seit der Zeit der Aufklärung (1720 bis 1800) auf
  • löste den älteren christlichen Antijudaismus ab
  • ab 1878 ist der Rassenantisemitismus entstanden, der als Staatsideologie in der NS-Zeit zum Holocaust (1941 bis 1945) geführt hatte
  • seit 1945 ist die staatliche Judenverfolgung weltweit zurückgegangen, doch viele judenfeindliche Stereotype sind an die heutige Lage angepasst worden

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Noch keine entscheidenden Hinweise

Die Ermittler hoffen nun auf Hinweise aus der Bevölkerung. „Leider gab es bislang keine zielführenden“, sagte Pressesprecher Frank Lemanis von der Polizei Bochum.

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Der Staatsschutz des Bochumer Polizeipräsidiums bittet unter 0234 909 4505 und 0234 909 4441 (Kriminalwache) weiterhin um Zeugenhinweise.

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