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FC Schalke 04: Ex-Star Schöpf lässt nach S04-Abgang tief blicken – „Wirklich brutal“

Alessandro Schöpf war mehr als fünf Jahre beim FC Schalke 04. Im Interview packt er über seine Zeit bei den Königsblauen aus.

© imago images/RHR-Foto

Die fünf teuersten Schalke-Transfers der Vereinsgeschichte

Zu erfolgreichen Bundesliga-Zeiten investierte der FC Schalke Millionen in neue Spieler. Von den teuersten Transfers haben jedoch nur wenige wirklich gezündet. Wir zeigen dir die fünf teuersten Transfers der Vereinsgeschichte.

Er musste den FC Schalke 04 verlassen, nachdem der Abstieg besiegelt war. Alessandro Schöpf hätte sich bei den Königsblauen ein schöneres Ende gewünscht. Mehr als fünf Jahre war er beim Revierklub unter Vertrag und erlebte sehr viel.

Im DER WESTEN-Interview blickt der Österreicher unter anderem auf seine Zeit beim FC Schalke 04 zurück. Außerdem spricht der heutige Profi der Vancouver Whitecaps im ersten Teil des Interviews über das baldige Spiel gegen Superstar Lionel Messi, die Zeit in Deutschland und den bitteren Abstieg mit den Knappen.

FC Schalke 04: Ex-Star Schöpf trifft bald auf Lionel Messi

2016 kam er zur besten Zeit zum FC Schalke 04, 2021 verließ er den Klub nach dem Abstieg. Danach ging es für Alessandro Schöpf zu Arminia Bielefeld, seit August 2022 ist er bei den Vancouver Whitecaps in der MLS unter Vertrag. DER WESTEN hat mit dem Österreicher gesprochen.

DER WESTEN: Hi Alessandro, Ende Mai steht für dich ein besonderes Spiel an. Weißt du, um was es genau geht?

Alessandro Schöpf: „Ich nehme mal an, dass es das Spiel gegen Miami und Lionel Messi ist.“

Genau. Wie fühlt es sich an, in derselben Liga zu sein, in der nun einer der besten Spieler aller Zeiten spielt?

„Für uns alle ist es natürlich super, dass so ein Spieler hier spielt. Ich glaube auch, dass dadurch die Aufmerksamkeit natürlich ein ganz anderer ist. Messi hat einfach weltweit eine große Bekanntheit und für die MLS, für die Teams und die Spieler ist es natürlich etwas sehr Positives. Gegen Messi habe ich noch nie gespielt, es wird das erste Mal sein. Deshalb freue ich mich sehr darauf.“

Wie war deine erste Reaktion, als der Wechsel letztes Jahr verkündet wurde?

„Ich habe mich sehr gefreut. Wie gesagt, die Aufmerksamkeit für die Liga wird dadurch noch größer. Es kommen immer Mal wieder gute Spieler aus Europa hier in die MLS. Aber wenn so ein Weltstar wie Messi, wahrscheinlich der Beste aller Zeiten, kommt, ist es überragend. Ich hab es überwiegend nur positiv gesehen und glaube, der Rest der Liga sieht das genauso.“

Du bist schon etwas länger dort drüben. Im August 2022 hast du bei den Vancouver Whitecaps unterschrieben und seit im vergangenen Jahr ihr kanadischer Pokalsieger geworden. Da du nicht ganz so viele Titel in deiner Karriere gewonnen hast, ist das sicherlich ein großer Erfolg für dich, oder?

„Klar. Das war etwas Besonderes, dass wir den kanadischen Pokal holen konnten. Vor allem auch, weil wir den jetzt zweimal in Folge gewonnen haben. In Europa oder generell in Deutschland war es viel schwieriger, einen Pokal zu gewinnen. Hier in Kanada sind wir ja eine der größten Mannschaften und deswegen streben wir da natürlich jedes Jahr an, den Pokal zu gewinnen. Dass wir direkt in meiner ersten Pokalsaison gewinnen konnten, war sehr schön für mich.“

Ex-Schalker Alessandro Schöpf läuft mittlerweile für die Vancouver Whitecaps auf. Foto: IMAGO/USA TODAY Network

Die MLS-Saison ist gerade erst gestartet. Was ist für euch in diesem Jahr drin?

„Wir wollen auf jeden Fall in die Playoffs kommen, was wir in der letzten Saison auch geschafft haben. Aber es ist eine lange Saison. Da kommt noch einiges auf uns zu. Man kann nach einem Neustart noch nicht so genau einschätzen, wie die Saison wird. Es kann viel passieren. Hier kann jeder jeden schlagen. Es ist alles auf einem sehr ähnlichen Niveau, die Teams sind alle gleich gut. Unser Ziel ist es, die Playoffs zu erreichen. Letztes Jahr ist uns das gelungen, das wollen wir jetzt durch erneut guten Fußball wieder schaffen.“

Blicken wir auf deine Deutschland-Zeit zurück. Du bist im besten Fußball-Alter in die MLS gewechselt. Wärst du lieber gerne in Europa oder sogar in der Bundesliga geblieben?

„Definitiv. Ich habe fast mein ganzes Leben lang in Deutschland gespielt, aber damals war kein Angebot auf dem Tisch, das mir so wirklich zugesagt hat. Da musste ich mich dann auch umschauen und mit der Familie und meiner Frau sprechen. Wir hatten auch den Wunsch gehabt, in die MLS zu gehen. Als dann die Whitecaps angefragt hatten, war dann relativ schnell klar, dass wir das machen werden.“

Wie schwierig war es für dich, Deutschland zu verlassen?

„Zum Schluss habe ich länger in Deutschland gelebt als in Österreich, weshalb es dann für mich schon zur Heimat geworden ist. Ich glaube, dass es für jeden Fußballer eine große Erfahrung ist, ins Ausland zu gehen. Diese Erfahrung wollte ich unbedingt machen.“

Mittlerweile haben du und deine Frau auch Nachwuchs bekommen. Wie fühlt ihr euch in Vancouver?

„Die Menschen hier sind sehr herzlich, weshalb wir uns auch sehr wohlfühlen. Die Lebensqualität ist wirklich gut. Der Kleine ist hier geboren, ist also Kanadier. Der muss sich ja wohlfühlen. Ist ja quasi sein Heimatland.“ *lacht*


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Ich kann mir aber vorstellen, dass die Zeitverschiebung ein großes Problem ist, um Kontakt mit der Familie zu haben.

„Genau. Mit der Zeitverschiebung ist es ein Riesending, weil du halt einfach neun Stunden Unterschied hast. Dann ist es auch ein bisschen schwierig, mit der Familie zu kommunizieren. Dadurch merkt man dann halt auch schon, dass man relativ weit weg von zu Hause ist. Dennoch fühlen wir uns hier pudelwohl.“

2016 bist du zum FC Schalke 04 gewechselt und hast dort deine Debüts in der Bundesliga, Champions League und Europa League gefeiert. Wie blickst du auf deine Zeit bei den Königsblauen zurück?

„Überwiegend sehr positiv. Ich hätte mir allerdings ein anderes Ende gewünscht. Nach fünfeinhalb Jahren und mit dem Abstieg ist mein Vertrag ausgelaufen. Dann musste ich den Verein leider verlassen. Dennoch habe ich schöne Erinnerungen an die Zeit auf Schalke. Ich habe meine ersten Schritte in der Bundesliga gemacht, habe in der Champions League und Europa League gespielt. Ich drücke natürlich weiterhin die Daumen und schaue mir die Spiele auch weiterhin an. Schalke geht nicht weg. Wenn du den Verein einmal erlebt hast, vor allem als Spieler, dann bleibt er dir immer im Herzen und deshalb verfolge ich die Situation auch genau.“


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Du hast gerade den bitteren Abstieg angesprochen. Eine unfassbar schwierige Saison für Spieler, Fans und den Verein.

„Es war die schwierigste Saison in meiner Karriere. Das war wirklich brutal, wie wir in der Bundesliga vorgeführt worden sind. Wir sind teilweise in die Spiele reingegangen und wurden regelrecht zerlegt. Wir hatten da wirklich gar keine Chance gehabt. Teilweise lagen wir schon zur Halbzeit mit drei oder vier Gegentoren zurück. Das war einfach nur brutal. Das hatte natürlich seine Gründe gehabt. Für mich persönlich war das mental auch schwierig, wenn du in jedem Spiel Woche für Woche auf die Fresse bekommst. Dann macht das was mit dir. Die Energie schwindet, man ist nicht mehr so positiv, wie man es eigentlich von sich gewohnt ist. Es frisst einen schon mal auf.“

Teil 2 des Interviews mit Alessandro Schöpf gibt es am Sonntag (24. März) auf derwesten.de