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Magdeburg – Schalke: Keine Gnade! Ex-Talent mit eiskalter Ansage

Wenn Schalke auf Magdeburg trifft, wird es für einen Ex-Spieler ein besonderes Spiel. Doch gegen seinen ehemaligen Klub hat er kein Mitleid.

u00a9 IMAGO/Nordphoto

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Top-Spiel in der 2. Bundesliga – so ist jedenfalls die Samstagabend-Paarung 1. FC Magdeburg gegen FC Schalke 04. Beide Teams könnten mit einem Sieg im Abstiegskampf erstmal durchatmen. Der Verlierer muss wieder nach unten schauen.

Beim Duell der beiden Traditionsvereine gibt es auch mehrere Wiedersehen. Beim 1. FC Magdeburg sind nämlich gleich mehrere Ex-Schalke-Talente im Kader. Mit einem hat DER WESTEN vor der Partie gesprochen: Luca Schuler. Der Stürmer spricht im Interview über seine Zeit bei den Königsblauen, über seine aktuelle Torlos-Serie und macht seinem Ex-Klub eine klare Ansage.

Magdeburg – Schalke: Ex-Talent hat keine Gnade

Luca Schuler wurde beim FC Schalke 04 zum Profi, feierte sein Debüt aber ausgerechnet in der Abstiegssaison 2021. Danach ging es für ihn zum 1. FC Magdeburg, wo er seinen Durchbuch erlebte. Nun trifft er – wie schon in der Hinrunde bei der 3:4-Niederlage in der Veltins-Arena – auf seinen Ex-Klub. Im DER WESTEN-Interview erklärt er, warum er ausgerechnet gegen S04 seine Torlos-Serie beenden möchte.

DER WESTEN: Hi Luca, in den vergangenen Wochen sorgten immer wieder Spielunterbrechungen für Aufregung. Die DFL stoppt die Investorensuche jetzt allerdings vorerst. Wie froh ist man als Fußballer, durch die ständigen Proteste und Spielunterbrechungen nicht mehr gestört und aus dem Rhythmus gebracht zu werden?

Luca Schuler: „Schon. Am Anfang hat es mich nicht so gestört, weil die Proteste auch nicht so lang und intensiv waren. Man hat sie dann aber gemerkt, als die Fans sehr einfallsreich wurden. Gegen Ende hat es dann doch gestört. Deshalb bin ich recht froh, dass die Proteste wahrscheinlich ein Ende haben. Es hat den Spielfluss beeinflusst. Die eine Mannschaft kam dann besser damit klar, die andere eher weniger. Es waren schon kuriose Momente dabei – so etwa wie bei uns gegen Hertha BSC.“

Wie schwierig ist es dann für einen Spieler, der vor den Protesten minutenlang im Spiel drin war und dann wieder in den Katakomben stehen muss?

„Für den einen oder anderen Spieler ist es vielleicht ein Verletzungsrisiko. Man ist schon sehr drin und körperlich. Danach wird man aus seinem Flow herausgerissen.“


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Nach einem furiosen Saisonstart steht für den 1. FC Magdeburg mittlerweile der Abstiegskampf an. Wie erklärst du dir die Schwächephase danach, als ihr sogar acht Spiele lang auf einen Sieg warten musstet?

„Das kann man recht leicht erklären. Wir sind eigentlich in jedem Spiel dominant mit dem Ball, haben viel Ballbesitz und erarbeiten uns auch viele Torchancen. Immer wieder sind uns aber leider leichte Fehler unterlaufen. Dabei laden wir den Gegner zu Toren ein. Das zieht sich so ein wenig durch. Am Ende des Tages fehlen uns deshalb einige Punkte.“

Auch für dich persönlich war es ein starker Start. Dein letzter Treffer datiert allerdings aus dem November 2023. Wie groß ist die Sehnsucht, endlich wieder treffen zu können?

„Als Stürmer natürlich groß. Bei mir kam dann auch noch eine Verletzung und ein langer Infekt hinzu. Aber natürlich möchte man als Stürmer am besten jede Woche treffen. Da es bei mir jetzt schon eine Weile her ist, bin ich natürlich heiß auf einen Treffer und sehne ihn herbei.“

Die Torlos-Serie zu beenden, könnte jetzt zu keinem besseren Zeitpunkt kommen als gegen deinen Ex-Klub Schalke, oder?

„Ja, auf jeden Fall. Ich hätte große Lust am Samstagabend zu treffen.“

Bei den Schalkern läuft es nicht so, wie man es sich zu Beginn der Saison erhofft hat. Wirst du Mitleid haben, wenn ausgerechnet du den Revierklub wieder tiefer in die Krise schießen könntest?

„Natürlich schaue ich auf die Tabelle und verfolge die Spiele, das ist klar. Ich bin auch froh, wenn Schalke gewinnt. Aber am Wochenende gibt es von mir kein Mitleid. Da bin ich für Magdeburg und wir wollen das Spiel gewinnen. Wenn das Spiel rum ist, dann hoffe ich, dass Schalke die Woche darauf wieder gewinnt.“

Eineinhalb Jahre warst du bei S04 unter Vertrag, allerdings zunächst für die U23. Nach starken Leistungen durftest du auch bei den Profis in der Bundesliga debütieren. Doch es folgte der bittere Abstieg. Wie blickst du auf diese Zeit zurück?

„Für mich persönlich war es eine erfolgreiche Zeit. Man hat mich damals für die U23 geholt. Ich habe sehr viel Spielzeit bekommen und konnte mich weiterentwickeln. Wir hatten wirklich gute Jungs in der U23. Dann konnte ich mich mit Leistungen anbieten und oben mittrainieren. Da habe ich es anscheinend auch nicht so schlecht gemacht. Ich war echt glücklich, dass ich die Chance bekommen habe. Meine Zeit auf Schalke war sehr gut – gerade mit den beiden Highlight-Spielen, die ich mit den Profis in der Bundesliga machen konnte.“

Luca Schuler war Teil der Abstiegsmannschaft der Schalker. Foto: IMAGO / Poolfoto

Dennoch folgte 2021 der Abgang. Wärst du gerne beim FC Schalke geblieben, um beim Wiederaufstieg helfen zu können?

„Dass Schalke ein guter Verein ist, ist klar. Aber für mich persönlich hat und hätte es keinen Sinn ergeben, zu bleiben. Einfach deshalb, weil ich zu diesem Zeitpunkt nicht weit genug war, in der ersten Mannschaft helfen und spielen zu können. Daher war der Schritt nach Magdeburg perfekt. So wie es gekommen ist, war es für den Verein richtig und auch für mich selbst.“

Der Wechsel zu Magdeburg hat sich mehr als gelohnt. Hier bist du aufgeblüht und hattest auch einen großen Anteil am Aufstieg in die 2. Bundesliga. Wie zufrieden bist du in Magdeburg?

“Ich bin sehr zufrieden. Der Aufstieg war natürlich ein Highlight. Gerade in der Saison lief es sensationell für uns. Und was hier gerade mit den Fans wieder los ist, hat man auch in mehreren Spielen gesehen. Es ist eine Riesensache. Ich hätte keinen besseren Schritt wählen können. Wir haben in der Aufstiegssaison einige Rekorde gebrochen und auch im vergangenen Jahr die Klasse gehalten. Das hat der Verein vorher auch noch nie geschafft. Wenn man sieht, was auch in dieser Saison los war und was wir oft auf den Platz bringen, ist das beeindruckend. Deshalb bin ich froh, dass ich hier sein kann und darf.“


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Bei euch im Team sind neben dir noch drei weitere Ex-Schalker: Jason Ceka, Connor Krempicki und Co-Trainer Andre Kilian. Die Vorfreude ist bestimmt groß, erneut auf euren ehemaligen Verein zu treffen. Sprecht ihr manchmal auch über eure Zeit in Gelsenkirchen?

„Hier und da vielleicht mal schon. Jason und ich haben ja in der U23 gespielt. Entsprechend haben wir da auch viel miterlebt. Da unterhält man sich auch mal über die Zeiten damals. Es gab aber auch Zeiten, die waren nicht so schön. Ich glaube, ich kann auch für die anderen Jungs sprechen, dass wir uns sehr auf dieses Spiel freuen. Samstagabend, Schalke ist bei uns, volle Hütte: Wir freuen uns – genauso aber auch auf andere Spiele.“

Mit 24 Jahren bist du im besten Fußballalter. Zum Saisonende läuft dein Vertrag in Magdeburg aus. Gab es schon Gespräche über eine Verlängerung oder ist die Überlegung, einen anderen Schritt in deiner Karriere zu gehen?

„Zur Vertragslaufzeit haben wir nie Angaben gemacht. Kann ja sein, dass da noch eine Option drin ist oder der Vertrag viel länger läuft. Klar ist aber, dass ich mich hier richtig wohlfühle.“