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Wie Robert Lewandowski den FC Bayern München brüskiert

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Robert Lewandowski steht derzeit noch beim FC Bayern München unter Vertrag. Foto: imago/photoarena/Eisenhuth

München. 

Am Mittwoch wurde beharrlich geschwiegen in München, beim FC Bayern München wollte man sich nicht äußern zum Thema Robert Lewandowski.

Es gelte weiter, was Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge vor wenigen Tagen gesagt habe, hieß es aus dem Klub. Nämlich: „Es braucht sich keiner Gedanken zu machen. Robert wird auch in der nächsten Saison bei Bayern München spielen.“

FC Bayern München: Robert Lewandowski vor Wechsel?

Rummenigges Problem ist allerdings, dass sich doch jemand Gedanken dazu macht, nämlich Lewandowski selbst. Und der sieht seine Zukunft nicht in München, wie sein Berater Pini Zahavi nun wissen ließ: „Robert fühlt, dass er eine Veränderung und eine neue Herausforderung in seiner Karriere braucht. Die Verantwortlichen des FC Bayern wissen darüber Bescheid“, sagte Zahavi der Sport Bild.

Als Interessenten im Gespräch sind nach dem abgeflauten Werben von Real Madrid nun Manchester United, der FC Chelsea und Thomas Tuchels neuer Arbeitgeber Paris Saint-Germain.

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Bayern wollen der Stärkere sein

Allerdings haben sich die Bayern-Bosse längst festgelegt: „Wir werden der Fußballwelt beweisen, dass der Verein noch immer der Stärkere ist“, tönte Präsident Uli Hoeneß erst kürzlich. Und Rummenigge hat mehrfach versichert, er könne „versprechen“, dass Lewandowski mindestens auch in der kommenden Saison, der ersten unter dem neuen Trainer Niko Kovac, in München spielen werde.

Doch der Israeli Zahavi lässt nicht locker und appelliert an Hoeneß und Rummenigge, ihr Veto zu überdenken. „Jeder in der Klubführung des FC Bayern hat selbst eine große Karriere vorzuweisen. Sie sollten seine Situation verstehen“, sagte der 74-Jährige.

Lewandowski hält sich zurück

Dem FC Bayern droht ein zehrendes Sommertheater. Zahavis Vereinbarung mit dem Stürmer gilt erst seit Februar und nur bis zum 31. August – dem letzten Tag der Transferperiode. Seine Aufgabe ist damit klar umrissen: Er wird alles tun, um Lewandowski in dieser Zeit vom FC Bayern loszueisen.

Der Stürmer selbst hält sich noch zurück: „Das sind Dinge, um die sich mein Agent kümmert“, sagte der Kapitän der polnischen Nationalmannschaft am Mittwoch im WM-Trainingslager. „Ich konzentriere mich auf die Vorbereitung für die WM, das ist am Wichtigsten. Ich denke an nichts Anderes.“

Und danach? In München warten sie gespannt darauf, ob sie ähnliches erleben wie Borussia Dortmund im Vorsommer mit Ousmane Dembélé und im Winter mit Pierre-Emerick Aubameyang. Beide Spieler hatten ihre Vereinswechsel zum FC Barcelona und FC Arsenal erzwungen, Dembélé war sogar in einen Streik getreten. Damals hatte Hoeneß erklärt: Beim FC Bayern wird es das nicht geben.

WM-Sommer wohl Lewandowskis letzte Chance

Lewandowski ist bislang auch nicht aufgefallen mit derartigen Verhaltensweisen. Als der BVB ihn 2013 nicht nach München wechseln ließ, spielte er ohne großes öffentliches Murren noch ein Jahr weiter in Dortmund, er schoss weiterhin regelmäßig Tore und ging erst 2014 nach seinem Vertragsende zum FC Bayern.

Geduld ist diesmal aber kaum zu erwarten: Lewandowskis im Dezember 2016 verlängertes Arbeitspapier läuft noch bis zum 30. Juni 2021. Doch die Zeit drängt, im August wird er 30 Jahre alt. Dieser WM-Sommer könnte seine finale Chance auf einen letzten lukrativen Vertrag bereithalten.

Auch für sein persönliches Ziel, einmal Weltfußballer zu werden. Beim FC Bayern sieht er dafür offenbar keine Möglichkeit, dementsprechend lustlos wirkte er zuletzt. Zunehmend nervt ihn zudem die Kritik, dass er seine Weltklasse in den großen Spielen der Champions League nicht nachweisen konnte.