Lünen

Kreisliga-Skandal in Dortmund: Spieler zeigt Hitler-Gruß und wütet über „Erdogan-Hasser“

Für den Hitlergruß zeigte der Schiedsrichter die Rote Karte. (Symbolfoto)
Für den Hitlergruß zeigte der Schiedsrichter die Rote Karte. (Symbolfoto)
Foto: Socrates Tassos
  • Im Spiel zwischen Lünen und Osmanlispor kommt es unschönen Szenen
  • Nach einem Tor macht ein Spieler der Gäste den Hitlergruß
  • Seine Mannschaft bricht wenig später das Spiel ab, weil sie sich benachteiligt fühlt

Lünen. In der Kreisliga A 2 Dortmund kam es zwischen Preußen Lünen und dem SC Osmanlispor zu einem Eklat. Das Spiel wurde abgebrochen.

Nach 76 Spielminuten trafen sich Spieler und Verantwortliche von Osmanlispor geschlossen im Mittelkreis und verließen gemeinsam das Feld. Es folgte der Spielabbruch. Grund für diese Aktion war, dass sich Osmanlispor vom Schiedsrichter ungerecht behandelt fühlte.

Sieben Gelbe Karten wegen Meckerns

Gegenüber FuPa äußerte sich Osmanlispors zweiter Vorsitzender Mehmet Ertürk: „Wir haben nach 76 Minuten nicht mehr weitergespielt. Der Schiedsrichter hat wegen Meckerns sieben Gelbe Karten verteilt. Sogar ich habe eine Verwarnung bekommen, dabei saß ich aufgrund einer Verletzung nur auf der Bank,“ sagt er.

Trauriger Höhepunkt in der von Beginn an kampfbetonten Partie war jedoch das indiskutable Verhalten eines Osmanlispor-Spielers, der aus Wut auf den Unparteiischen nach dem dritten Treffer für Lünen sein T-Shirt auszog, den Hitlergruß machte und Schiedsrichter, wie auch Zuschauer, Spieler und Verantwortliche von Lünen als „Nazis“ und „Erdogan-Hasser“ beschimpfte.

Der Spieler bekam dafür Rot. Ertürk schildert den Vorfall gegenüber FuPa so: „Er hat sich nach dem dritten Tor sein T-Shirt ausgezogen und leider den Hitlergruß gemacht. Das geht natürlich gar nicht. Eigentlich ist er Student und ein vernünftiger Junge aber er ist nun natürlich weg von uns.“

Lünens Trainer sieht das Spiel anders

Gegenüber RevierSport äußerte sich Oliver Hader, Trainer des SV Preußen Lünen, zum Vorfall: „Jedes Foul wurde von Seiten Osmanlispors diskutiert, es gab immer wieder Rangeleien. Einer ist dann ausgerastet und hat auf Türkisch auf einen unserer Spieler eingeredet. Dann hat er den Hitlergruß nach unserem 3:1 gemacht und uns als Nazis beschimpft,“ schildert Hader den Vorfall.

Entgegen den Aussagen von Ertürk gegenüber FuPa, Osamnlispor habe das Spiel kontrolliert, sagt Hader: „Wir waren das spielbestimmende Team und sind durch einen Sonntagsschuss ins Hintertreffen geraten. In der zweiten Hälfte sind wir dann verdient und klar in Führung gegangen. Vielleicht hat Osmanlispor gemerkt, dass nichts mehr geht und wollte den Spielabbruch erzwingen.“

Das Fehlverhalten des Osmanlispor Spielers will Hader damit jedoch nicht relativieren: „Der Junge sollte eine Strafe bekommen. Sein Verhalten war falsch. Man sollte es jedoch mit der Strafe nicht übertreiben. Er hat sich bei allen entschuldigt und Reue gezeigt,“ meint Hader.

Auch die Polizei musste anrücken

Auch zur angeblich parteiischen Art des Schiedsrichters hat Hader eine klare und im Vergleich zu Ertürk gegensätzliche Meinung: „Ich kenne den Jungen. Er hat schon mal eines unserer Spiele gepfiffen. Er ist für sein junges Alter sehr abgeklärt und fährt immer eine klare Linie. Er war alles andere als parteiisch,“ sagt Hader über den Referee, der jedoch keine Angaben zu seiner Person machte.

Dass er laut Ertürk den Osmanlispor-Spielern vor der Partie in der Kabine eine angeblich aggressive Ansage gemacht haben soll, hält Hader für unwahr: „Er war auch bei uns in der Kabine. Das sind immer so Standardsprüche, die da gesagt werden, dass man locker bleiben soll und fair. Ich denke nicht, dass seine Aussagen in der Kabine wertend oder abfällig waren.“

Laut Hader wird der Vorfall, bei dem im Nachgang sogar noch die Polizei anrückte, um den Sachverhalt aufzuklären, vor die Spruchkammer gehen und über eine mögliche Strafe für besagten Spieler und den SC Osmanlispor diskutiert.

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