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Schule in NRW: Neue Details machen Eltern fassungslos – „Dramatisch“

Die Lage an den Schulen in NRW macht Lehrern, Eltern und Schülern zu schaffen. Wie will man das in den Griff bekommen?

u00a9 IMAGO/Michael Weber

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Lehrermangel. Das ist ein Begriff, den man häufiger in den Nachrichten hört, den jeder irgendwo im Hinterkopf hat – aber wie schlimm die Situation wirklich ist, das weiß man wohl erst, wenn man als Lehrkraft, als Schüler oder als Schülereltern die Konsequenzen zu spüren bekommt.

Auch in NRW ist das Problem riesig. Zwar beendeten im Jahr 2023 rund 7.000 Personen ihre Ausbildung zum Lehrberuf – aber im Vergleich zu 2022 ist das ein Minus von mehr als sechs Prozent, im Vergleich zu 2020 sogar ein Minus von über 15 Prozent.

Und besonders kritisch sieht es bei den Gymnasien in NRW aus. Vor allem, wenn ab 2026 mit dem G9-Comeback und einem zusätzlichen Schuljahr bis zum Abi plötzlich wieder auf einen Schlag mehr Lehrer für die Oberstufe benötigt werden.

Schule in NRW: Lehrer-Drama eskaliert

Knapp 3.000 angehende Gymnasiallehrer beendeten 2023 ihr Referenderiat in NRW – rund 1.000 weniger als 2020! Die Zahl an neuen Lehrkräften sinkt langsam aber stetig. Wolfgang Siebeck, der Vorsitzende der Schulleitungsvereinigung NRW, kennt die Gründe: Realitätsferne Lehrpläne, komplizierte Bürokratie und große herausfordernde Klassen würden die junge Lehramtsanwärter womöglich abschrecken.

Daher betont Siebeck: „Der Arbeitsplatz Schule muss grundsätzlich viel attraktiver werden. Sonst können wir mit der Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt nicht mithalten.“

Georg-Christopher Hoffmann, Vorsitzender der Jungen Philologen, bezeichnet die aktuelle Lage sogar als „dramatisch“. „Auch an Gymnasien und Gesamtschulen ist die Personaldecke auf Kante genäht“, erklärt er. „Wenn man den zukünftigen Bedarf vernachlässigt, dann gerät irgendwann auch der Teil des Schulsystems ins Wanken, der im Moment noch einigermaßen gut dasteht.“

Aber wie soll dieses Problem gelöst werden?

Zu wenige Lehrer für NRW-Schulen

Die SPD im NWR-Landtag will die Bezahlung für Lehramtsanwärter erhöhen, fordern ein „gerechteres Arbeitszeitmodell“ für Lehrer. Andere hoffen quasi darauf, dass sich das Problem von selbst löst und der aktuelle Negativtrend nur auf die Distanzunterrichtsjahre während der Corona-Pandemie zurückzuführen sei, schreibt die „Rheinische Post“.


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Ein irritierendes Detail: Von den 2.900 Lehramtsstudenten, die 2023 ihr Staatsexamen erfolgreich bestanden haben, wurden nur 1.600 in den Schuldienst übernommen. „Man kann sich schon fragen, wie es sein kann, dass in Zeiten des großen Mangels 1.300 Leute keine feste Stelle angeboten bekommen“, gibt Hoffmann von den Jungen Philologen zu bedenken.