Veröffentlicht inRegion

Recklinghausen: Nach Zug-Unglück – Anwohner enthüllen erschreckende Beobachtungen: „Nur eine Frage der Zeit“

Das Zug-Unglück in Recklinghausen beschäftigt auch die Anwohner. Allerdings machten die schon vor Wochen erschreckende Beobachtungen.

Recklinghausen Unfall
© Recklinghausen Unfall

Notruf! So reagiert man richtig

Bei Notfällen wie Unfall, Schlaganfall oder Herzinfarkt bricht schnell Panik aus. Doch ein paar Tipps helfen, besonnen zu bleiben und richtig zu handeln.

Langsamen Schrittes nähern sich Ulrike und Wolfgang dem Unglücksort in Recklinghausen. Von Weitem sehen sie schon den Güterzug, der am Donnerstagabend (2. Februar) zwei Kinder erfasst hatte. Das Ehepaar schiebt ihr kleines Enkelkind im Kinderwagen vor sich her und kann kaum fassen, was hier vor wenigen Stunden passiert ist.

+++ Recklinghausen nach tödlichem Zug-Unglück unter Schock – eine Frage quält die ganze Stadt +++

Ein 10-jähriger Junge ist bei dem Unfall ums Leben gekommen. Sein ein Jahr jüngerer Freund wurde mit schwersten Verletzungen ins Krankenhaus gebracht (hier mehr dazu). Nicht nur Ulrike und Wolfgang stehen am nächsten Morgen noch unter Schock. Im Gespräch mit DER WESTEN berichten die Anwohner von erschreckenden Beobachtungen.

Schockstarre in Recklinghausen

„Es ist hier so leicht auf die Gleise zu kommen. Ich habe das auch nie verstanden. Bisher ist nie etwas passiert, traurig, dass es nun so weit gekommen ist“, äußert Ulrike ihr Bedauern. Und tatsächlich ist der Zugang zu den Gleisen an mehreren Bahnbrücken leicht über die Hügel zu erreichen. Der matschige Untergrund zeigt, dass sich hier schon viele Personen ihren Weg bis nach oben gebahnt haben müssen. An einigen Stellen gibt es zwar auch Absperrungen, doch längst nicht überall. Obwohl das Ehepaar eigenen Angaben zufolge in unmittelbarer Nähe wohnt, hätten sie nichts von dem schrecklichen Unfall mitbekommen.

Recklinghausen
Recklinghausen: Hügel zu den Gleisen sind leicht zu erklimmen. Foto: Chaleen Goehrke/ DER WESTEN

Anders dagegen sieht es knapp zwei Kilometer weiter bei Gerd Paluch aus. Er wohnt direkt an einer Bahnbrücke, wo der Zug zum Stehen gekommen ist. Die Sirenen hätten seine Aufmerksamkeit geweckt. Der Anwohner berichtete, dass er in der Vergangenheit immer wieder Kinder und Jugendliche auf den Gleisen bemerkt habe: „Es war leider nur eine Frage der Zeit. Es sind ständig Jugendliche im Alter von 8-16 Jahren auf den Schienen“, so seine erschreckenden Beobachtungen.

+++ Ruhrgebiet: Mann soll Messer im Zug gezückt haben – doch mit IHNEN hatte er nicht gerechnet +++

Polizei ermittelt Hintergründe

„Es ist ganz klar verboten, aber da wird sich nicht drangehalten. Schlimm, dass sowas passieren musste“, zeigt auch er sich schockiert. Paluch selbst habe bereits einmal die Polizei gerufen, weil sich Jugendliche unbefugt auf den Gleisen befunden hätten. Auf Nachfrage bei der zuständigen Bundespolizei hieß es jedoch, dass es in den letzten 12 bis 18 Monaten zu keinen besonderen Vorkommnissen gekommen sei.


Noch mehr Meldungen:


Mit einem Großaufgebot war die Polizei am Donnerstag gegen 18.12 Uhr zu der betroffenen Bahnstrecke geeilt. Der Bereich wurde großräumig abgesperrt, doch am nächsten Morgen sind nur noch die Überreste vom Absperrband zu sehen.

Recklinghausen
Recklinghausen: Noch immer steht der Güterzug. Foto: Chaleen Goehrke/ DER WESTEN

Der Güterzug stand am Morgen noch immer als Mahnmal der Tragödie auf den Gleisen, war für Anwohner von der Straße aus zu sehen. Die Polizei untersuchte den Unfallort am Morgen erneut und erstellte unter anderem Drohnenbilder aus der Luft. Zu klären ist unter anderem, wann und wie die Kinder auf das Bahngelände zwischen Hauptbahnhof und dem Bahnhof Recklinghausen-Ost gelangt sind.