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NRW: Rentner soll fast 1000 Euro blechen – der Grund ist sein Wellensittich!

NRW: Ein Mann kommt mit seiner Rente gerade über die Runden. Nun soll er wegen seinem Wellensittich viel Geld zahlen. Wer ist hier im Recht?

© IMAGO / CHROMORANGE/IMAGO / STAR-MEDIA/ Montage DER WESTEN

Die traurige Geschichte von Hündin Rona aus dem Tierheim Bochum

Ein Rentner aus Mettmann (NRW) hat eigenen Angaben zufolge nur 800 Euro im Monat zum Leben. Nun hat er eine fette Rechnung von fast 1000 Euro bekommen. Grund dafür ist ein Streit um seinen Wellensittich.

Das „Amt für Verbraucherschutz“ wirft dem Senior vor, seinen Vogel nicht artgerecht gehalten zu haben. Der fühlt sich jedoch ungerecht behandelt und weigert sich die hohe Rechnung zu bezahlen. Doch es kommt noch schlimmer für den Mann.

NRW: Rentner wehrt sich gegen Vorwürfe

Alles habe damit angefangen, dass eine Behörde der Stadt Mettmann einen Hinweis auf „nicht artgerechte Tierhaltung“ bekommen habe, wie die „Rheinische Post“ berichtet. Im Fokus stehen ein Wellensicht und sein Besitzer. Dem Mann wird vorgeworfen, dass er sein Tier in einem verdreckten und viel zu kleinen Käfig hausen lasse. Zudem benötige es dringend einen Artgenossen, da Wellensittiche „niemals allein gehalten werden dürfen“, wie es laut Kreis im Tierschutzgesetz stehe.

Der Vogel-Besitzer erklärte, dass der Käfig nur als Schlafplatz für den Wellensittich gedient habe. Die Käfigtür sei immer offen und der Vogel könne seit neun Jahren frei im Wohnzimmer umherfliegen. Zudem sei er erst seit kurzem allein, da er der letzte Überlebende aus einer Gruppe sei. Deshalb schießt der Rentner zurück und wirft dem Amt Behörden-Willkür vor.

Als es am 6. Januar 2022 zu einem Kontrollbesuch kam, hätten sich die Vorwürfe jedoch bestätigt. „Wir haben die Beschwerde geprüft und kommen zu dem Schluss, es ging hierbei alles mit rechten Dingen zu“, entgegnet die Sprecherin des Kreises Mettmann den Vorwürfen auf Nachfrage von der „Rheinischen Post“. Die Auflagen seien daraufhin klar formuliert gewesen: ein größerer Käfig sowie mindestens ein weiterer Wellensittich müsse her. Zudem habe der Halter dafür zu sorgen, dass der Käfig sauber gehalten wird.

Wellensittich weg – Schuldenhaufen bleibt

Anstatt der vorgegeben zwei Monate habe der Rentner sogar drei Monate Zeit bekommen, um die Forderungen zu erfüllen. Doch auch bei einem zweiten Kontrollbesuch habe sich an der Situation nichts verändert. Das Amt griff knallhart durch und holte den Vogel aus der Wohnung. Doch auch dafür hatte der Halter eine Erklärung. Durch Corona seien Geschäfte geschlossen gewesen, zudem habe seine erloschene Fahrerlaubnis sowie sein grauer Star den Kauf eines neuen Käfigs unmöglich gemacht.


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Doch es nützte nichts, der Wellensittich kam zunächst in einem Tierheim unter. Inzwischen soll der Vogel nach Angaben des Kreises ein neues Zuhause bekommen haben. Die Kosten für den Amtsvorgang, den Abtransport durch die Tierrettung Hilden und die vorübergehende Unterbringung im Tierheim Hilden habe der Halter zu zahlen. Bislang weigere sich der Rentner jedoch die Rechnung von insgesamt 950 Euro zu zahlen, wie die „Rheinische Post“ berichtet. Ein Einspruch sei bereits abgelehnt worden, somit wird der Rentner wohl auf den Kosten sitzen bleiben und seinen Wellensittich sieht er wahrscheinlich auch nicht wieder.