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Bochumer verhindert einen Super-Stau-GAU auf der A40 – weil er diese Macht hat

Bochumer verhindert einen Super-Stau-GAU auf der A40 – weil er diese Macht hat

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Jan Lohoff verhindert Super-Staus in NRW. Foto: dpa, Matthias Graben / FUNKE Foto Services

Die Rekordsumme von 1,5 Milliarden Euro wurde letztes Jahr in die Straßen und Schienen in NRW investiert. 2019 wird ähnlich viel Geld in Ausbau, Neubau und Erhaltung der Infrastruktur gepumpt. Das heißt auch: rekordverdächtig viele Baustellen.

2200 Kilometer Autobahn schlängeln sich durch NRW. Im Vergleich zu 17.550 Kilometern Bundes- und Landstraße gar nicht mal so viel – doch sie sind der Knackpunkt im zerbrechlichen Straßenverkehr-Gefüge in NRW.

NRW: Achtköpfiges Team verhindert Super-Staus auf Autobahnen

Schon eine Baustelle am falschen Ort oder zur falschen Zeit kann den Autobahn-Verkehr in NRW kollabieren lassen. Besonders das Ruhrgebiet ist hier extrem empfindlich.

Die Monsterstaus, die immer wieder durch mangelnde Koordination und Kommunikation zwischen den Entscheidungsträgern entstanden waren, sollen jetzt der Vergangenheit angehören. Dafür sorgt seit einem halben Jahr ein kleines Team bei Straßen.NRW.

Es hört auf den trockenen Namen „Stabsstelle Baustellenkoordination“ – doch es markiert einen Wendepunkt im Verkehr in NRW.

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Alle, wirklich alle Bauplanungen auf den Autobahnen, Bundesstraßen, Landstraßen und Schienen, ja sogar Wasserstraßen in NRW landen auf dem Tisch von Stabsstellen-Leiter Jan Lohoff.

Die Aufgabe seines achtköpfigen Teams: Es stimmt alle Baustellen aufeinander ab und checkt, dass mehrere gleichzeitige Baustellen nicht zu einem Verkehrskollaps führen. Lohoff erklärt es im Gespräch mit DER WESTEN simpel: „Wir gucken, ob alles ohne Monsterstau ausführbar ist.“

Desaster wie im Sommer 2015, als Wuppertal durch gleichzeitige Sperrungen auf Autobahnen und Schienen fast komplett von der Außenwelt abgeschnitten war, sollen durch die Koordination verhindert werden.

Die wichtigsten Faktoren bei der Bewertung: Bei einer Vollsperrung oder einer großen Baustelle, müssen die Alternativrouten möglichst frei bleiben.

So geschehen im Ruhrgebiet: Über Jahre wurde die A40 in Schuss gebracht. Erst jetzt, da der Ausbau quasi abgeschlossen ist, wurde mit den Bauarbeiten auf der A42 begonnen. Stell dir vor, das wäre zeitgleich passiert…

„Wir können sämtliche Baumaßnahmen sofort stoppen“

Dafür wurde die Stabsstelle mit einer großen Veto-Macht ausgerüstet. „Wir können sämtliche Bauplanungen und sogar bereits gestartete Baumaßnahmen sofort stoppen“, sagt Lohoff und nennt ein Beispiel: Im Juli wird die Deutsche Bahn die Hauptader zwischen Essen und Duisburg sperren – sechs Wochen lang wird auf den Schienen gearbeitet (>> hier alle Infos).

Gleichzeitig war – ebenfalls in den Sommerferien – auch eine Vollsperrung der A40 zwischen Duisburg und Essen geplant. Ohne die Intervention von Jan Lohoff wäre es möglicherweise zum Super-GAU gekommen. Die A40-Sperrung wurde verschoben.