„Lesehund“ Joy: Hier können Kinder der Hündin vorlesen – und sie ist soooo süß!

In der Stadtbibliothek Köln-Mülheim geht Joy ein und aus. (Symbolbild)
In der Stadtbibliothek Köln-Mülheim geht Joy ein und aus. (Symbolbild)
Foto: Stadtbibliothek Köln, Montage: DER WESTEN

Köln. Inzwischen ist Joy wohl der belesenste Hund Deutschlands. Kinder können der niedlichen Golden-Retriever-Dame ohne Druck vorlesen und sollen dabei Ängste und Unsicherheiten mit Hilfe der flauschigen Vierbeinerin abbauen.

Joy hat einfach eine Pfoten für Menschen

„Ich habe damals mit Joy meinen Opa im Altenheim besucht und sie war ganz toll“, sagt Marion Lehmann, Halterin von Joy. Damals merkte sie, wie sensibel Joy mit Menschen umgeht. Kurz darauf lernte sie Veronica Steinkampf kennen, sie betreibt das Infoportal Tiergestützte Therapie und Joy wurde Lesehündin.

Einmal die Woche geht es in die Bibliothek. „Wenn wir dort ankommen und die Decke ausbreiten, rollt sie sich immer freudig darauf“, sagt Lehmann.

Lese- und Kuschelstunde

Kurz darauf kommt eine kleine Gruppe von etwa 3 Kindern dazu und setzt sich zu Joy auf den Boden. Eine Stunde lang können sie die Hündin streicheln, kuscheln und ihr vorlesen. Für gewöhnlich nutzen die Kinder das auch aus und Joy hört aufmerksam zu.

„Der Hund kritisiert und bewertet nicht“, sagt Lehmann. In der Schule stehen die Kinder meist unter Druck, doch in der Stadtbibliothek Köln-Mülheim ist das anders. Mit dem Projekt „Lesehund“ ist die Fellnase damit Teil der Leseförderung der Stadt Köln. Allerdings sollen die Kinder nicht nur besser Lesen lernen.

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Einfach mal unkonzentriert sein

In der entspannten Atmosphäre ginge es vorallem darum, einfach mal loszulassen, den Stress vor der Tür abzugeben und sich auch mal von Joy ablenken zu lassen.

In der Schule bekommen die Kleinen Noten und stehen unter Druck, das alles soll in der Bibliothek vermieden werden. Auch wenn sich ein Kind mal nicht konzentriert, mit kuscheln beschäftigt ist oder sich verliest ist das kein Problem. Das alles gehört zum Lernprozess.

Vielschichtiges lernen mit Joy

Lehmann sieht auch noch einen anderen Vorteil im Projekt „Lesehund“. Die Kinder lernen laut Lehmann auch Rücksicht zu nehmen und vernünftig miteinander umgehen. „Es ist viel ruhiger, weil die Kinder auf das empfindliche Gehör von Joy Rücksicht nehmen“, außerdem verstünden sie, dass nicht alle gleichzeitig Joy streicheln könnten. Im Allgemeinen schule das die Sozialkompetenzen der Kinder.

Von den vielen Leseförderungen, die von der Stadt Köln angeboten werden, ist der Lesehund natürlich besonders beliebt. Daher will die Stadt noch einen Lesepartner mit Kuschelfaktor einarbeiten. Bisher ist aber noch nicht ganz klar, wann Joys neuer Kollege seinen Vorlesedienst antreten kann.

 
 

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