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Katze in NRW: Tierschützer bereiten sich auf harte Saison vor – der Grund ist traurig

Tierschützer aus NRW warnen vor einer dramatischen Katzen-Lage. Halter, aber auch alle anderen sind jetzt dringend gefragt.

© Streunerseelen – stray souls foundation / Lars Riedel

Miauen, Schnurren, Gurren: Was will uns unsere Katze sagen?

Wer eine Katze zu Hause hat, kennt die gängige Geräuschkulisse, die sie verursacht. Doch was möchte unser Haustier uns mit dem Miauen, Schnurren oder auch Fauchen sagen. Wir erklären euch, wie ihr Katzensprache verstehen könnt.

Es wird Frühling, wie draußen kaum zu übersehen ist. Die Sonne kommt öfter raus, es wird wärmer und die Natur wacht auf. Und auch in den Tieren erwacht etwas. Ganz besonders Halter von frei laufenden Katzen in NRW sollten jetzt auf ihre Tiere achten.

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Denn wie in jedem Jahr sind sie zu dieser Zeit besonders aktiv. Tierschützer stellen sich deshalb bereits auf eine harte Saison ein – und warnen jetzt alle, die in NRW oder auch darüber hinaus eine Katze ihr Eigen nennen.

Katze in NRW: Unkastrierte Streuner und Freiläufer werden zum Problem

„Die Frühlingsgefühle spüren auch die Katzen. Sie werden vermehrt rollig“, so Lars Riedel von der Katzenschutz-Initiative Streunerseelen – stray souls foundation. Dies ist ein Projekt für streunende Katzen im Kreis Recklinghausen, genauer gesagt für Castrop-Rauxel, Waltrop und Recklinghausen-Suderwich.


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„Und wo eine willige Katzendame ist, ist der potente Kater nicht weit.“ Was dann passiert, kann sich jeder wohl denken. Auch in diesem Jahr warnt der Tierschützer vor einer erneuten Flutwelle an Katzenbabys, weil zu viele unkastrierte Tiere herumlaufen.

Zwar wurde im vergangenen Jahr eine neue Katzenschutzverordnung erlassen, die vorschreibt, dass alle frei lebenden Katzen sowie jene im Freigang kastriert werden müssen. „Wir bezweifeln aber, dass wir die Auswirkungen dieser Verordnung schon in diesem Jahr spürbar wahrnehmen werden“, vermutet der 47-Jährige. „Wir merken jedoch schon seit Monaten, wie viele Tiere in der letzten Zeit unkastriert ausgesetzt wurden.“

Katze in NRW: „Böses Erwachen“ droht

Die Privatinitiative „Streunerseelen“ führt deshalb regelmäßige Kastrationsaktionen durch. Das reiche aber nicht aus. Ihrer Schätzung nach dürften im Kreisgebiet Vest Recklinghausen circa 15.000 Straßenkatzen leben, davon die wenigsten kastriert. Allein 2023 hätten Riedel und Christina Oddey vom Streunerseelen 103 Tiere gesichtet, davon 95 unkastriert.


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„Das Erstaunliche dabei: 54 Tiere waren so zahm, dass sie der Vermittlung in ein neues Zuhause zugeführt werden konnten“, fasst die 38-Jährige zusammen. „Normalerweise sind die Katzen, um die wir uns kümmern, so verwildert, dass es undenkbar wäre, sie beim Menschen leben zu lassen.“ Oft seien sie in einem miserablen Zustand und kämen sichtlich nicht allein zurecht. „Die sind ja nicht plötzlich alle vom Himmel gefallen“, geht die Tierschützerin davon aus, dass diese mit Sicherheit ausgesetzt wurden.

„Allein in den ersten drei Monaten des neuen Jahres haben wir bereits 24 Katzen gesichert“, berichtet Riedel. „Fast alle unkastriert.“ Bei den anderen Tierschutz-Initiativen sähe es nicht anders aus. „Wenn wir also nicht das ganze Jahr über aktiv sind, gibt es zum Frühjahr hin ein böses Erwachen.“

„Lasst eure Katzen kastrieren!“

Mittlerweile seien die Katzen aufgrund der milden Winter fast das ganze Jahr über rollig, besonders jedoch im Frühling. „Es gibt quasi keine Ruhe vor dem Sturm mehr.“ Deshalb appelliert die Initiative an alle Halter: „Lasst eure Katzen und Kater kastrieren!“ Und: „Entledigt euch nicht eurer Tiere, indem ihr sie einfach aussetzt.“

Wer einen Streuner sieht, soll diesen melden. Dann können sich die Initiativen oder auch Tierheime um diesen kümmern, ihn kastrieren und medizinisch versorgen.