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Hunde elendig verendet, Familie verschwunden: Neue Details zum mysteriösen Messie-Fall aus dem Sauerland

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In der Messie-Wohnung setzte bereits die Verwesung der Hunde-Kadaver ein. (Symbolbild) Foto: Imago/ Geisser
  • In Hemer (Sauerland) entdeckte die Polizei zwei verendete Hunde in einer Wohnung
  • Zwischenzeitig waren die Bewohnerin (38) und ihre Kinder nicht auffindbar
  • Nun erklärt das Jugendamt, wie in solchen Fällen vorgegangen wird

Menden. 

Eine absoluten Horrorfund machte die Polizei bereits am 11. Juni in Hemer (Sauerland): In einer Messie-Wohnung entdeckten sie zwei tote Hunde. Die Tiere verwesten bereits seit Wochen in der Wohnung, ein Hund wurde wohl mit einem Spaten erschlagen. Erst der starke Geruch hatte Anwohner veranlasst, die Polizei zu alarmieren (hier mehr lesen).

Wohnhaft soll in der Wohnung eine 38-Jährige mit ihren zwei Kindern gewesen sein. Sie konnte wenig später in Menden samt ihrer Kinder aufgefunden werden.

Wie geht es den Kindern?

„Wir stehen unter Schweigepflicht“, sagt Christian-Peter Goebels, Mendener Jugendamtsleiter. „Nur so viel: Es handelt sich bei den Kindern um keine Säuglinge.“ Die Kinder müssen wohl für längere Zeit in der stark verdreckten Wohnung gelebt haben

„Solche Gefährdungssituationen werten wir direkt aus“, erklärt Goebels das Vorgehen des Jugendamts in ähnlichen Fällen: „Zwei Mitarbeiter überprüfen in der Regel die häusliche Situation und den Zustand der Kinder.“ Die „Mietnomadin“, wie die Polizei die Mieterin in einem Bericht bezeichnet hatte, war dem Jugendamt bisher nicht bekannt.

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Auch wer den einen Hund erschlagen haben könnte, sei noch nicht zweifelsfrei geklärt.

Die Staatsanwaltschaft hat den Fall mittlerweile übernommen. Ein Pressesprecher wollte am Dienstag jedoch keine weiteren Angaben zum Gesundheitszustand der Kinder machen.

150 Anzeigen wegen des Verdachts der Kindeswohlgefährdung

Mit 150 Anzeigen wegen des Verdachts der Kindeswohlgefährdung jedes Jahr sei die Fallzahl beim Mendener Jugendamt ungewöhnlich hoch, meint Amtsleiter Goebels. Doch er sieht die hohe Zahl positiv. Denn: „Es zeigt, dass Bevölkerung, Kindergärten und Schulen sensibel für das Thema sind.“

Die Institutionen geben dem Jugendamt somit sehr früh Meldung, wenn der Verdacht besteht. „Das heißt nicht, dass es 150 Fälle gibt, sondern Hinweise. Nicht in allen Fällen besteht auch eine Gefährdung“, so Goebels.