Dortmund

Airbus A380: Warum das einst gefeierte Flugzeug jetzt zerlegt wird– und sogar an Wert gewinnt

Der A380 war einst das Prestigeprojekt von Airbus - jetzt wird er zersägt.
Der A380 war einst das Prestigeprojekt von Airbus - jetzt wird er zersägt.
Foto: imago

Dortmund. Mit dem Airbus A380 ist es ein bisschen wie dem Tannenbaum aus dem Märchen von Hans Christian Andersen: Ein paar Tage lang darf der Baum endlich prächtig erstrahlen - dann wird er zersägt.

Dem Airbus A380 geht es genau so: Das erste je ausgelieferte Exemplar des einst gefeierten Airbus-Prestigeprojekts wird jetzt in seine Einzelteile zerlegt, die nach und nach verkauft werden.

Airbus A380: Weniger wert als Summe seiner Einzelteile

Für jeden, der mit Fondsgeschäften wenig am Hut hat, klingt es absurd: Der Airbus A380 ist als funktionierendes Flugzeug weniger wert als die Summe seiner Einzelteile.

„Wir hatten durchaus Optionen, das Flugzeug zu verkaufen oder zu vermieten. Aber ein Verkauf des ganzen Flugzeugs hätte nicht die Erträge gebracht, wie es jetzt bei der Veräußerung der wertvollen Einzelteile der Fall ist“, so Ulrike Germann, Sprecherin der Fondsgesellschaft Dr. Peters Group.

Dem Dortmunder Unternehmen gehört besagter A380. Knapp 200 Millionen US-Dollar hatten die Anleger vor elf Jahren investiert. Singapore Airlines hatte den Flieger in seine Flotte aufgenommen, neun weitere kamen später hinzu. Der A380 verkehrte zwischen Singapur und Sidney.

Keine Rede von "Verschrottung"

Nun wird der Flieger nie wieder abheben. Singapore Airlines hat den Mietvertrag auslaufen lassen, seit Monaten steht der Riesen-Jet ungenutzt auf einem Flughafen in Frankreich. In einigen Berichten hieß es gar, der A380 werde verschrottet. „Das Flugzeug ist so jung und wertvoll, von einer Verschrottung kann keine Rede sein“, so Dr.-Peters-Sprecherin Ulrike Germann.

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Der Airbus befinde sich in einem guten Zustand, sämtliche Teile, wie etwa die Triebwerke, seien gewartet worden. Es gebe bereits erste Angebote für die Flugzeugteile, so Germann. „Unseren Airlinern

Der Airbus A380 hatte in den letzten Jahren arg mit Imageproblemen zu kämpfen - wohl auch deshalb ist es nicht einfach, die Maschine zu einem adäquaten Preis zu verkaufen. Wäre der Flieger ein Kinofilm, würde man sagen: Der A380 ist Kassengift.

A380: Produktionsprobleme von Anfang an

Schon 2006 gab es Produktionsprobleme, die Auslieferung der ersten Maschinen verzögerte sich immer wieder.

Auch später machte der A380 immer wieder Negativschlagzeilen. Zwar haben die A380-Maschinen zehntausende Flüge ohne Zwischenfälle absolviert. Doch 2012 fiel bei einer A380-Maschine ein Triebwerk aus: Der Quantas-Flug 32 von London nach Sydney mussten notlanden.

Bei der Aufarbeitung waren Risse in Metallklammern auf den Tragflächen gefunden worden - ein Produktionsfehler steckte dahinter. 2013 dann die nächste Meldung: Am hinteren Ende entdeckten Ingenieure bei einem Test weitere Schwachstellen.

2017 musste wieder ein Airbus A380 der französischen Fluggesellschaft Air France nach einem Triebwerksschaden auf dem Weg von Paris nach Los Angeles in Kanada notlanden.

„Der Markt für den Flugzeugtyp A380-800 hat sich in den vergangenen Jahren nicht positiv entwickelt. Einige Airlines haben bei Airbus Bestellungen storniert, andere wiederum auf kleinere Langstreckenjets gesetzt. Schließlich hat auch die permanente negative Diskussion über den A380-800 nicht dazu geführt, dass Airlines vermehrt auf diesen Flugzeugtyp gesetzt haben“, so Dr.-Peters-Chef Anselm Gehling. Mit dem Konzept, die Teile einzeln zu verkaufen, würden die Erwartungen der Investoren mindestens erfüllt, wenn nicht übertroffen.

 
 

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