Ärger für die Grünen – wegen einer Debatte über Luftballons

Niedersachsens Grünen-Chefin Anna Kura will Luftballons verbieten? Nein. Will sie nicht.
Niedersachsens Grünen-Chefin Anna Kura will Luftballons verbieten? Nein. Will sie nicht.
Foto: dpa

Die Aufregung war programmiert.

„Jetzt wollen sie uns auch noch die Luftballons verbieten“ - so ähnlich mag der erste Gedankenreflex in den Hirnen mancher Grünen-Kritiker ausgesehen haben.

Denn der Luftballon ist nach dem Auto und dem Plastikstrohhalm ja immerhin des Deutschen liebstes Kulturgut. Was wären wir hier im Lande ohne unsere Ballons - und die will die Grüne Verbotspartei jetzt auch noch abschaffen ... so oder so ähnlich lesen sich die empörten Erklärungen in den sozialen Medien.

Grüne wollen Verzicht auf Luftballons im Freien

Grund ist ein Artikel in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). Zitiert wird darin die Niedersächsische Grünen-Landeschefin Anna Kura. Sie sagt: „Steigen gelassene Luftballons landen in den allermeisten Fällen in der Natur.“

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Deshalb sprechen sich die Grünen dort für einen Verzicht auf das Steigenlassen gasgefüllter Ballons im Freien aus. Von einem Verbot ist keine Rede - und es geht auch nicht um den Ballon als solchen, sondern um das Fliegenlassen desselben.

Luftballons verbieten? „Was haben wir gelacht“

Ein wichtiger Unterschied, der bei Twitter von vielen übersehen wird. Etwa von einer Nutzerin, die in Hashtagsprache dies schreibt: „Was haben wir gelacht #gruene #luftballons #verbieten.“

Kura hat sich die Sache mit den Ballons übrigens nicht allein ausgedacht. Sie reagierte damit auf einen Beschluss der Stadt Gütersloh.

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Dort soll aus Umweltschutzgründen soll bei Veranstaltungen der Stadt Gütersloh auf fliegende Gasluftballons verzichtet werden, wie der Umweltausschuss der Stadt am Montag mit den Stimmen aller Fraktionen beschlossen hatte. Der Bürgermeister von Gütersloh, Henning Schulz, ist übrigens bei der CDU.

Die Ballonfrage als Aufreger bei Twitter

Die niedersächsische Grünen-Chefin sagte zum Vorstoß der Stadt gegenüber der NOZ: „Auf der einen Seite steht das kurze schöne Bild von bunten Ballons in der Luft, auf der anderen das von verendeten Vögeln.“

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Interessant - und darauf weisen viele Nutzer der sozialen Medien mit ausgestreckten digitalen Zeigefingern hin: Die Grünen verkaufen über ihren Shop selber Luftballons! Ha! „Ballongate“ könnte als Hashtag schon beinahe trenden, jedoch ist fairerweise festzuhalten: Die Dinger sind aus Naturkautschuk, also recht umweltfreundlich.

Und dass keiner mehr zu Hause Ballons aufpusten soll, davon war bei den Grünen ja nie die Rede. Es geht ja um die gasgefüllten Exemplare in freier Natur. Der trendende Hashtag müsste also „Gasgate“ lauten - oder sprachökonomisch verkürzt und umso passender: „Gaga“.

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Umweltministerium erteilt Forderung Absage

Bevor allen vor Aufregung noch die Puste ausgeht, und am Ende niemand in der Lage ist, Ballons mithilfe seiner Lungen prall zu bekommen, noch dieser Hinweis: Die Grünen-Idee ist weit davon entfernt, irgendjemandes Ballons ernsthaft zu gefährden.

Denn das niedersächsische Umweltministerium erteilte der Forderung eine höchst pathetische Absage. „In den Himmel steigende Luftballons haben die Menschen schon immer mit Träumen und Hoffnungen verbunden“, so ein Sprecher. „Ein Ballonverbot rettet die Welt ganz bestimmt nicht.“ (mit dpa)

 
 

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