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Werteunion: Kickbox-Weltmeister will Politik aufmischen – Auftragskiller sollte ihn töten

Noch eine neue Partei für Deutschland: Die Werteunion spaltet sich von der CDU/CSU ab. Mit dabei: ein bekanntes Gesicht aus Berlin.

Michael Kuhr von der Wetreunion
u00a9 IMAGO / APP-Photo, IMAGO / Fotostand (Fotomontage)

"ACAB": Maaßen-Tweet zu Baerbock sorgt für Empörung

Mit einem gegen Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock gerichteten Tweet sorgt der CDU-Bundestagskandidat Hans-Georg Maaßen auch in der eigenen Partei für Empörung. Der frühere Verfassungsschutzchef hatte die Anfangsbuchstaben von Baerbocks vollständigem Namen mit einem polizeifeindlichen Kürzel in Verbindung gebracht.

Abseits der Großdemonstrationen gegen die AfD ist untergegangen, dass Deutschland noch eine neue Partei bekommt. Die erzkonservative „Werteunion“ von Hans-Georg Maaßen spaltet sich endgültig von der CDU/CSU ab und wird von einem Verein zu einer Partei.

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Mit dabei ist auch ein früherer Kickbox-Weltmeister, der die Politik aufmischen will.

CDU/CSU-Abspaltung Werteunion: „Wie ein Altherrenchor“

Ein Gruppenbild der Werteunion, die politisch einen Platz zwischen Union und AfD besetzen will, sorgte zunächst für reichlich Häme im Netz. „Wie ein Altherrenchor im Altersheim“, hieß es beispielsweise dazu auf X. Manch anderer machte sich über das hohe Durchschnittsalter der neuen Partei lustig und höhnte, dass sich das Thema in 10 Jahren sowieso erledigt habe.

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Doch auch CDU, CSU- und SPD-Mitglieder haben ein Durchschnittsalter über 60 Jahren. Es ist also kein alleiniges Problem der Werteunion.

Michael Kuhr: „Mein Ziel ist es, Deutschland sicherer zu machen“

Auch zur Truppe der ü60-Jährigen, aber körperlich in Top-Form, gehört Michael Kuhr (61). In den 1980- und 90er-Jahren war er Kickbox-Weltmeister, Europameister und mehrfacher Deutscher Meister. Mittlerweile ist er Chef einer Security-Firma, Bodyguard und in Berlin ein bekanntes Gesicht. Er ist im Vorstand der Werteunion und will für mehr Sicherheit im Land sorgen.

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„Mein Ziel ist es, Deutschland sicherer zu machen“, verkündete das Original aus der Hauptstadt im Interview mit TV-Team, mit Protz-Sonnenbrille auf der Nase und eingepackt in einer Hilfiger-Jacke. Das Land sei über Jahrzehnte „destabilisiert“ worden, behauptet er, insbesondere nach 2015.

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Überraschend für ein Mitglied der Werteunion ist dann diese Aussage: „Ich stehe für Multikulti.“ Die Werteunion fördere keinen Rassismus, deswegen sei es falsch, die neue Partei „zu verteufeln“. Gleichzeitig aber betonte er, dass es keine Brandmauer gebe, auch nicht zur AfD, weil das „antidemokratisch“ sei. „Wir reden mit jedem“, so Kuhr.

Ein Berlin schon länger bekannt: Michael Kuhr, hier mit SPD-Politikerin Franziska Giffey.
Ein Berlin schon länger bekannt: Michael Kuhr, hier mit SPD-Politikerin Franziska Giffey. Foto: imago/Photopress Müller

Mit dem Abou-Chaker-Clan angelegt

Vor einigen Jahren, 2010, legte sich Kuhr mit dem berüchtigten Abou-Chaker-Clan an. Das kostete ihm sogar fast den Hals! Ein Raubüberfall beim Pokerturnier im Hotel Grand Hyatt am Potsdamer Platz sorgte deutschlandweit für Schlagzeilen. Im späteren Gerichtsprozess trug eine Aussage von Michael Kuhr dazu bei, dass ein Mitglied der arabischen Großfamilie zu einer Haftstrafe verurteilt wurde.


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Offenbar gab es danach Rachepläne. Kuhr soll durch den Abou-Chaker-Clan ausspioniert worden sein und ein Auftragskiller sollte ihn töten, berichtete die „Welt“ damals. Der Bodyguard bekam Polizeischutz durch die Berliner Polizei.