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Aus die Maus – ist es schon wieder vorbei mit dem Homeoffice?

Corona-Pandemie war Homeoffice-Zeit. Doch viele Unternehmen zwingen – oder bestechen – ihre Mitarbeiter jetzt wieder ins Büro zurückzukehren.

Schön war's im Homeoffice. Für viele der einzige positive Aspekt der Corona-Pandemie. Doch jetzt steht die bequeme Arbeitsmöglichkeit vor dem Aus.
© IMAGO/Westend61

Diese 4 Sternzeichen arbeiten gerne im Homeoffice

Später aufstehen, kein beschwerlicher Weg zur Arbeit und vielleicht sogar eine bessere Konzentrationsfähigkeit im ruhigen Arbeitszimmer. Viele Menschen haben das Homeoffice während der Corona-Pandemie kennen und lieben gelernt.

Doch so wie viele der anderen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie soll nun auch das Homeoffice weiter abgebaut werden. Der größte deutsche Autohersteller VW macht den Anfang und viele könnten folgen.

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2024: Das Homeoffice-Ende

Philipp Frey, der am Karlsruher Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse forscht, erklärte der „Süddeutschen Zeitung“: „Es gibt eine Reihe Unternehmen, die wieder auf mehr Präsenzkultur setzen“. Frey forscht zur digitalen Technik und wie diese die Gesellschaft verändert. Er ist sich sicher: „2024 werden sicher noch mehr Unternehmen ihre Home-Office-Regeln verschärfen.“

Die Tendenz lässt sich schon für 2023 feststellen. Viele Unternehmen haben im letzten Jahr ihre Homeoffice-Angebote eingestellt. Weitere, wie beispielsweise der Dax-Konzern Goldman Sachs und der Videokonferenz-Anbieter Zoom, wollen zumindest für mehrere Tage pro Woche die Präsenzpflicht wieder einführen.

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Den Anfang macht VW. Der Chef der Automarke Volkswagen, Thomas Schäfer, ist entschiedener Homeoffice-Gegner. Bereits 2020 haben einige Führungskräfte seines Unternehmens sich eine ordentliche Rüge eingefahren. Nun hat er sich wohl durchgesetzt: Zumindest die VW-Führungskräfte müssen wieder im Büro arbeiten.

VW-Mitarbeiter müssen als Erstes dran glauben

Vielleicht kurbelt das ja die zurzeit eher weniger rosige Geschäftslage des Autoherstellers an. So zumindest Schäfers Hoffnung, der verkündet, das Team solle „mal wieder reinkommen und Gas geben“. Inwieweit das jetzt auch für die anderen VW-Angestellten gilt, wird sich zeigen. Es ist jedoch davon auszugehen, dass die getadelten VW-Führungskräfte nicht gern einsam im Büro sitzen wollen.

Doch VW ist mit diesen Änderungen nicht mehr lang allein. Laut einer Umfrage der Beratungsgesellschaft KPMG wollen 64 Prozent der Vorstandschefs weltweit in den nächsten drei Jahren eine vollständige Rückkehr an den Arbeitsplatz durchsetzen. 87 Prozent wollen die Rückkehr ins Büro mit Boni und Beförderungen attraktiver gestalten.


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Doch das Homeoffice ist beliebt bei Arbeitnehmenden und auch bei Arbeitgebern. Allein in Deutschland arbeiten mehrere Millionen regelmäßig von zu Hause. Frey erklärt dazu: „Ein Aussterben ist nicht zu erwarten. Der Geist ist aus der Flasche und lässt sich nicht wieder hineindrücken.“ Würden Chefs die Möglichkeit des Homeoffice komplett streichen, hätten sie zu befürchten, dass sich die Arbeitnehmer einfach einen anderen Job suchen. „Wegen des Fachkräftemangels müssen sich die Unternehmen wieder mehr ins Zeug legen als früher“, macht Frey den Homeoffice-Fans Hoffnung.