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Ukraine-Krieg: Massivster Angriff in 2024 fordert über 30 Todesopfer + Kinderklinik mit Absicht getroffen

Der landesweite Raketenangriff auf die Ukraine ist nach Angaben des Bürgermeisters der massivste Schlag in 2024. Der Weltsicherheitsrat tagt.

Der landesweite Angriff auf die Ukraine ist der massivste Schlag in 2024.
u00a9 IMAGO/ZUMA Press Wire

Baerbock fordert Stärkung der ukrainischen Luftabwehr

Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) hat bei einem Besuch in der Ukraine eine schnellere militärische Hilfe für das Land zur Verteidigung im russischen Angriffskrieg angemahnt. Ihr ukrainischer Kollegee Dmytro Kuleba brachte eine Luftverteidigung für die Ukraine auch von Nato-Territorium aus ins Spiel.

Der Krieg in der Ukraine hat am Montag (08. Juli) eine weitere Schwelle der Brutalität überschritten. Knapp 40 Raketen feuerte Russland in Richtung Kiew und Dnipro, in der Hauptstadt wurde das größte Kinderkrankenhaus des Landes getroffen. Unter den Opfern sind auch zahlreiche Kinder. Der Weltsicherheitsrat ruft zu einer Dringlichkeitssitzung auf.

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In der ukrainischen Kinderklinik wird noch operiert, als russische Raketen in das Gebäude einschlagen. Binnen Sekunden bricht das blanke Chaos aus, Trümmerteile verletzen Erwachsene und Kinder, zahlreiche Menschen sterben im Raketen-Hagel von Kiew.

Diesen Horror durchlebten am Montag (08. Juli) Millionen Menschen in der Ukraine. Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko spricht von den massivsten Angriffen im Jahr 2024. Mehr als drei Dutzend Menschen verlieren an diesem Tag ihr Leben! Nach Angaben der Militärverwaltung mindestens 27 in Kiew, darunter drei Kinder. 82 weitere Menschen werden verletzt.

Russischer Raketenangriff auf die Ukraine: Kinderklinik war konkretes Ziel

Knapp 24 Stunden nach der Schreckenstat werden noch immer Menschen unter den Trümmern vermutet. Die Liste der Vermissten ist lang. In der Kinderklinik „Ochmadyt“ sterben zudem zwei Krankenpfleger. Laut dem Gesundheitsministerium werden unter anderem die Intensivstation und die Kinderonkolgie zerstört.

„Zwei Operationen waren gerade im Gange“, erzählt Oberschwester Natalya Dorodnova der ARD. „Der Angriff traf die Abteilung, in der die Kinder eine Dialyse erhielten. Beschädigte Häuser, der Abriss der Trümmer geht noch weiter“, sagt Präsident Selenskyj am Rande des NATO-Gipfels. „Unter den Opfern waren die kränksten Kinder der Ukraine“, heißt es von UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk.


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Experten sind sich inzwischen sicher, dass der Angriff auf die Kinderklinik pure Absicht war. Es wurde eine sehr treffsichere CH-101-Rakete abgefeuert. Mit der könne man nicht „einfach so danebenschießen“, meint Militärexperte Gustav Gressel im Interview mit zdfheute. „Die Rakete findet auch durchaus im bebauten Gebiet noch ihr Ziel und hat da eigentlich keine größeren Probleme, die ist ja auch dafür gebaut“, heißt es weiter.

UN-Sicherheitsrat bittet zu Dringlichkeitssitzung

Gesundheitsminister Karl Lauterbach hat unmittelbar nach dem Angriff auf die Ukraine Unterstützung zugesichert. Er sagte seinem Amtskollegen Viktor Lyaschko, „dass wir kranke Kinder in Not jederzeit aufnehmen, der nächste Rettungsflug startet schon am Mittwoch. Putin hat durch [den] gezielten Angriff auf [das] Kinderkrankenhaus erneut gezeigt: er ist ein Kriegsverbrecher.“

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Laut Informationen der dpa wird sich am Dienstag (09. Juli) der Weltsicherheitsrat mit dem Angriff befassen. Das mächtigste Gremium wird auf Antrag von Frankreich und Ecuador in New York tagen. Eine einstimmige Verurteilung ist jedoch nicht möglich, weil Russland ein ständiges Veto-Recht im Sicherheitsrat besitzt.

Russland weist alle Schuld von sich. Das Institute For The Study Of War (ISW) teilt mit, dass die Medien Desinformationskampagnen verbreiten würden. In diesen hieße es, dass die Ukraine in der Kinderklinik Soldaten versorge und Raketen lagere. Zudem sei keine russische Rakete in das Gebäude eingeschlagen, sondern eine ukrainische Flugabwehrrakete.