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Ukraine-Krieg: Deutsche bieten Putin entschlossen die Stirn – Umfrage überrascht

Selenskyj empört über Turbinen-Ausfuhr nach Russland für Nord-Stream-Pipeline

Kanada will eine Turbine für die Gaspipeline Nord Stream an Russland liefern - sehr zum Ärger der Ukraine, die deshalb den kanadischen Botschafter einbestellt hat. Moskau werde die Ausnahme bei den Sanktionen als Zeichen der Schwäche auffassen, sagte Präsident Wolodymyr Selenskyj.

Während die Kämpfe in der Ukraine erbarmungslos weitergeführt werden, debattiert Deutschland fortwährend über den Sinn der Waffenlieferungen. Eine neue ZDF-Umfrage sorgt nun für eine Überraschung!

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15. Juli 2022

21.45 Uhr: Deutsche lassen sich von Putin nicht unterkriegen – Gas-Umfrage überrascht

Seit Wochen ist die Rede von der Gaskrise. Sogar davon, dass sich die Deutschen im Winter beim Heizen einschränken müssen und Energie noch viel teurer wird. Doch an der Entschlossenheit, solidarisch mit der Ukraine zu sein und sich gegen Putins Angriffkrieg zu wehren, scheint das in breiten Teilen der Bevölkerung nichts zu verändern.

Auf die Frage der Forschungsgruppe Wahlen fürs ZDF, ob man die Ukraine „trotz hoher Energiepreise“ weiter unterstützen solle, antworteten 70 Prozent mit Ja und 22 Prozent verneinten das. Der Rest war unentschlossen. Besonders bei Anhängern der Grünen (95 Prozent), SPD (83 Prozent), CDU/CSU (76 Prozent) und FDP (69 Prozent) ist die Solidarität mit der Ukraine groß.

Anders sieht es aus bei Wählern der Linkspartei (45 Prozent) und vor allem bei jenen der AfD (14 Prozent). Sie würden trotz des von Putin angezettelten Krieges die Unterstützung lieber stoppen, wenn sich dafür die Energiepreise wieder einpendeln würden. Doch beide Parteien befinden sich im Bundestag an den Rändern des Geschehens.

Laut der ZDF-Umfrage finden 35 Proznet (-9 Prozent), dass der Westen die Ukraine „stärker“ militärisch unterstützen sollte. 32 Prozent (gleichbleibend) meinen, die Waffenlieferungen sollten „wie bisher“ fortgesetzt werden und 24 Prozent (+6) wünschen sich „weniger“ militärische Unterstützung. Auch hier also eine klare Mehrheit von 67 Prozent für Waffenlieferungen.

Professor Carlo Masala von der Bundeswehr-Universität in München, einer der meistgefragten Experten seit Ausbruch des Ukraine-Krieges, zeigt sich verblüfft von der eindeutigen ZDF-Umfrage. Auf Twitter schrieb er: „Ich gestehe, dass ich positiv überrascht bin. Eine Mehrheit der Deutschen ist bereit, die Ukraine auch dann zu unterstützen, wenn die Gaspreise noch weiter steigen. Chapeau!“

Spannend wird nun sein, wie sich die öffentliche Meinung weiter entwickelt, wenn die Energiepreise ansteigen sollten oder es gar zu einen Gas-Notstand kommt. Die selbe Umfrage erbrachte nämlich auch das Ergebnis, dass 76 Prozent der Befragten der Meinung sind, dass die Maßnahmen der Regierung zur Entlastung der Bürger von den hohen Energiepreis nicht ausreichen. Nur ein Fünftel ist dagegen zufrieden.

14. Juli 2022

15:40 Uhr: Russen-Raketen schlagen ganz woanders ein – Kinder tot! Selenskyj: „Mörderstaat!“

Bei einem unerwarteten russischen Angriff auf die ukrainische Großstadt Winnyzja im Westen des Landes sollen nach ukrainischen Angaben mindestens 17 Menschen getötet worden. Darunter auch zwei Kinder. Auf Fotos sieht man einen totes Kind in einem umgekippten Kinderwagen. Die Stadt Winnyzja befindet sich nicht in Frontnähe.

Den Rettungsdiensten zufolge schlugen russische Bomben auf einem Parkplatz an einem Gebäude mit Geschäften im Zentrum von Winnyzja ein. Das Gebäude stand ebenso wie mehrere Autos in Flammen.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von einem „offenen terroristischen Akt“. „Russland tötet jeden Tag Zivilisten, tötet ukrainische Kinder, verübt Raketenangriffe auf zivile Einrichtungen, wo sich kein militärisches Ziel befindet“, so der Politiker weiter. „Unmenschen. Mörderstaat. Terrorstaat“, empörte sich Selenskyj im Nachrichtendienst Telegram.

7.30 Uhr: Altbundespräsident Gauck würde selbst zur Waffe greifen

Am Mittwochabend sprach Altbundespräsident Joachim Gauck mit Markus Lanz über den Ukraine-Krieg und Pazifismus. Auf die Frage des ZDF-Moderators, ob er als ehemaliger Pfarrer bei einem russischen Angriffskrieg auf Deutschland selbst zur Waffe greifen würde, sagte Gauck: „Ich würde mir wünschen, es nicht tun zu müssen, aber in einem solchen Fall würde ich es tun.“ Gauck begründete das damit, dass der pazifistische Ansatz „nicht zum Guten führt“, sondern „die Dominanz der Bösen, der Verbrecher und der Unmenschlichen zementieren würde“.

+++ Strom: Preis-Hammer! DARAUF musst du dich leider einstellen +++

Es dürfe keine „Kapitulation vor dem Gewissenlosen“ geben. Deshalb zeigte Gauck im ZDF-Talk auch kein Verständnis für Kritiker der Waffenlieferungen an die Ukraine. Würde man auf die Lieferungen verzichten, sei das eine „Begünstigung des Aggressors“.

+++ Putin: Wenn er weg ist, könnte alles noch viel schlimmer werden +++

„Wenn die Gewissenhaften aus Scheu vor dem Verteidigungshandeln (…) sagen: ‚Nein, ich mache mir die Finger nicht schmutzig‘, dann verraten sie die Wertebasis, die ihnen aber eigentlich das Leben doch so ermöglicht hat, wie sie es gerade leben“, so Gauck deutlich an die Adresse der Unterzeichner der offenen Briefe gegen Waffenlieferungen an die Ukraine. Im Ukraine-Krieg gebe es eine klare Konstellation zwischen Aggressor und Opfer.