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Ukraine-Krieg: Russischer Offizier packt aus – „Ich schäme mich“

"Geht nach Hause!": Ukrainer bedrängen russische Soldaten

In Melitopol im Süden der Ukraine bedrängen Ukrainer russische Soldaten, die die Kontrolle über die Stadt übernommen haben. Die Ukrainer skandieren "Geht nach Hause!" und "Melitopol ist ukrainisch!".

Ein russischer Kriegsgefangener fand auf einer Pressekonferenz bewegende Worte, die er an das ukrainische und russische Volk richtete. Dabei beteuerte der Offizier, dass er aus freien Stücken vor die Kamera getreten sei.

In einer langen Ansprache erklärte er, wie seine Kameraden auf den Ukraine-Krieg blicken und dass sie getäuscht worden seien von der Regierung von Wladimir Putin.

Ukraine-Krieg: Russischer Soldat packt aus – „Ich schäme mich“

Das Video entstand bereits am Donnerstag, aber erst am Sonntag schlug es im Netz ein wie der Blitz. Zehntausenden haben es bereits geteilt. Das Videomaterial stammt von der ukrainischen Nachrichtenagentur Unian.

Zu sehen ist darin Astakhov Dmitry Mikhailovich, der sich als Oberstleutnant der russischen Nationalgarde vorstellte. In seiner Ansprache prangerte er die Invasion der Ukraine durch Russland an und betonte, dass er nicht unter Druck gesetzt wurde, das zu sagen.

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Ukraine und Russland im Vergleich:

  • Die Ukraine hat rund 41,8 Millionen Einwohner und eine Fläche von 576.800 Quadratkilometern (jeweils abzüglich der von Russland annektierten Krim).
  • Mit einem Bruttoinlandsprodukt von 155 Milliarden US-Dollar lag die Ukraine im Jahr 2020 auf Platz 58 der Welt.
  • Die Russische Föderation hat eine Bevölkerungszahl von rund 146,8 Millionen sowie eine Fläche von 17.102.344 Quadratkilometern (jeweils mit der annektierten Krim).
  • Das Bruttoinlandsprodukt lag 2019 bei 1.702 Milliarden US-Dollar und damit auf Platz 11 aller Länder weltweit.

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Russischer Kriegsgefangener glaubte an die falschen Propaganda der Putin-Regierung

Ihm und seinen Kameraden sei erklärt worden, dass die Ukraine „unter Kontrolle eines faschistischen Regimes“ sei und Nazis die Macht übernommen hätten. Die normalen Ukrainer bräuchten Hilfe, um sie loszuwerden. „Offensichtlich waren das einseitige Informationen“, stellte der russische Soldat nun fest.

Seine Zweifel an dem Krieg hätten sich verfestigt, als seine Lieblingsboxer Oleksandr Usyk und Vasiliy Lomachenko, beide Ukrainer, ankündigten, selbst gegen die Russen kämpfen zu wollen.

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Ukraine-Krieg: Russischer Offizier räumt ein – „Wir haben Leid in dieses Land gebracht“

Dann wurde Mikhailovich emotionaler: „Ich schäme mich, dass wir in dieses Land gekommen sind!“

Die Soldaten würden sehr wenig wissen, deswegen bittet er die Ukrainer darum, nicht zu hart zu urteilen. „Wir haben Leid in dieses Land gebracht“, räumte er auf der Pressekonferenz ein. Er könne nicht die richtigen Worte finden, um sich zu entschuldigen.

+++ Z: Unheimliches Symbol aus Putin-Russland – das steckt dahinter +++

Mikhailovich weiter: „Mir tut es für die Menschen in Russland leid. Sie sind nicht schuldig. Ihre Schuld ist, dass sie schlecht informiert sind. Aber einige haben nicht mal Internet, die haben keine Chance, an alternative Informationen zu kommen. Sie sind unter ständiger Gehirnwäsche.“

Er sei dazu bereit, ins Gefängnis zu gehen und zeigte Verständnis für den Widerstand der Ukrainer: „Wenn jemand in mein Land kommen würde, würde ich dasselbe tun.“

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Ukraine-Krieg: Russischer Soldat ruft Kameraden zum Aufstand auf

Dann rief er seinen russischen Kameraden auf, sich gegen ihre Kommandanten zu stellen und mutig zu sein – also zu meutern! Russland könne den Krieg sowieso niemals gewinnen: „Wir können das Territorium erobern, aber nicht die Bevölkerung.“

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„Ich flehe euch an: Stoppt das, bevor es zu spät ist. Gebt uns eine Chance, nach Hause zu kommen“, so der russische Offizier an seine Kameraden.

Die Ukrainer bat er um Gnade mit den feindlichen Soldaten. Die Russen würden den Krieg nicht wollen. „Ich versichere euch, zu 100 Prozent, niemand will töten“, so Mikhailovich.

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Zehntausende haben den Clip bereits im Netz geteilt. Darunter auch Gesundheitsminister Professor Karl Lauterbach. Er schrieb dazu: „Ein äußerst sehenswertes, sehr mutiges Video von einem russischen Gefangenen. Er analysiert die Lage klar und ruft zum Rückzug auf.“