Ukraine-Krieg: Scharfschütze Wali bricht Einsatz ab – „Viele gehen mit eingezogenem Schwanz wieder raus“

Baerbock kündigt in Kiew Wiedereröffnung der deutschen Botschaft an

Baerbock kündigt in Kiew Wiedereröffnung der deutschen Botschaft an

Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) hat bei ihrem Besuch in der Ukraine die Wiedereröffnung der deutschen Botschaft in Kiew angekündigt. Zugleich versicherte sie der ukrainischen Regierung erneut der Solidarität der Europäer und kündigte den dauerhaften Stopp russischer Energie-Importe an.

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Seine Engagement machte viele Menschen im Ukraine-Krieg Hoffnung. Der bekannte Scharfschütze Wali entschied sich freiwillig dazu, die Truppen vor Ort zu unterstützen:

Doch nun ist der Kanadier zurück in seinem Heimatland – und berichtet von chaotischen und frustrierenden Zuständen an der ukrainischen Front.

Ukraine-Krieg: Scharfschütze Wali nennt Einsatz „schreckliche Enttäuschung“

Knapp zwei Monate verbrachte Scharfschütze Wali in der Ukraine, wollte sich dort den ukrainischen Streitkräften anschließen. Doch vor Ort gab es keine Strukturen, um sie in reguläre Militäreinheiten einzubinden, berichtet „Stern“.

Schließlich schloss sich der Kanadier einer Einheit an, die nur Ausländern bestand – und kaum Zugang zu Versorgung oder richtiger Ausrüstung hatte. „Viele freiwillige Kämpfer haben erwartet, dass alles wie schlüsselfertig übergeben wird, aber dieser Krieg ist das Gegenteil, er ist eine schreckliche Enttäuschung“, berichtet Wali.

Alleine der Zugang zu einer Waffe gestaltete sich als schwierig, „du musstest jemanden kennen, der jemanden kannte, der dir gesagt hat, dass sie dir in einem alten Friseursalon eine AK-47 geben würden.“

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Ukraine-Krieg: „Viele kommen mit stolzer Brust, aber sie gehen mit eingezogenem Schwanz wieder raus“

Auch Mahlzeiten für die Soldaten oder Benzin für die Fahrzeuge stammen von Zivilisten, „ständig muss man organisieren“.

Die meisten der rund 20.000 ausländischen Kämpfer, wie Wali schätzt, hätten die Ukraine mittlerweile wieder verlassen. „Viele kommen mit stolzer Brust, aber sie gehen mit eingezogenem Schwanz wieder raus“, zitiert „Stern“ den berühmten Kanadier. Auch sein eigener Kriegs-Einsatz sei enttäuschend gewesen, er sei nie in echte Schussweite gekommen und hat nur zwei Kugeln in Fenster geschossen, „um Leute zu erschrecken“.

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Ukraine-Krieg: Soldat über Granaten-Explosion – „Es roch nach Tod

Nachdem Walis Truppe von russischen Soldaten angegriffen wurde, brach der Scharfschütze seine Zelte ab.

In der Nähe eines Grabens im Donbass hatten sich zwei ukrainische Wehrpflichtige am Morgen eine Zigarette angezündet – sofort schlug eine russische Granate ein. „Sie explodierte. Ich sah die Granatsplitter, wie Laserstrahlen vorbeiziehen. Mein Körper verspannte sich. Ich konnte nichts hören, ich hatte sofort Kopfschmerzen. Es war wirklich heftig“, schildert der Kanadier. Die beiden Ukrainer waren sofort tot. „Es roch nach Tod, es ist schwer zu beschreiben; es ist ein makabrer Geruch nach verkohltem Fleisch, Schwefel und Chemikalien. Er ist so unmenschlich, dieser Geruch.

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Wali ließ in Kanada seine Frau und das gemeinsame Kind zurück, wollte seine Glück nach dem schlimmen Erlebnis nicht weiter herausfordern. „Ich habe keine Verletzungen. Ich denke mir: 'Wie lange darf ich weiter würfeln?'“ (kv)