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Ukraine-Krieg: Grausames Enthauptungsvideo aufgetaucht – „Russland muss vollen Preis für Aggression spüren“

Vor über einem Jahr hat Wladimir Putin die Ukraine angegriffen. Der Krieg wird mit Härte fortgeführt. Ein Video zeigt offenbar die enorme Brutalität.

Vor über einem Jahr hat Wladimir Putin die Ukraine angegriffen. Der Krieg wird mit Härte fortgeführt. Ein Video zeigt grausame Brutalität.
u00a9 IMAGO / NurPhoto

Ukraine: Mit Soldaten im Schützengraben an der Front

Nahe der ostukrainischen Stadt Bachmut haben tiefe Schützengräben die landwirtschaftlichen Furchen auf den Feldern ersetzt. Ukrainische und russische Soldaten stehen sich hier an der Front gegenüber. Ausgehoben werden die Gräben per Hand, denn große Geräte wären so nah an der Front zu gefährlich.

„Die lange Geschichte der russischen Straflosigkeit muss endlich aufhören!“ Das fordert der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj angesichts eines Videos, das sich in den Sozialen Netzwerken rasend schnell verbreitet und weltweit für Entsetzen sorgt.

Darin soll die Enthauptung eines ukrainischen Soldaten zu sehen sein. Die Beobachter-Mission der Vereinten Nationen (UN) zur Überwachung der Menschenrechte in der Ukraine spricht von „grausamen Aufnahmen“.

Ukraine-Krieg: Video zeigt „unmenschliche Natur der russischen Aggression“

Verifiziert wurde das Video bislang noch nicht, über den Wahrheitsgehalt liegen also bisher keine weiteren Informationen vor. „Sollte es sich jedoch bestätigen, ist es eine weitere, brutale Erinnerung an die unmenschliche Natur der russischen Aggression„, sagte Nabila Massrali, Sprecherin für Auswärtige Angelegenheiten der EU-Kommission.

Auch der tschechische Präsident Petr Pavel reagierte entsetzt. „Falls sich dieses Video als authentisch erweisen sollte, dann haben sich russische Soldaten damit in eine Reihe gestellt mit dem Islamischen Staat, was wir alle weltweit verurteilen sollten“, sagte der General außer Dienst in Prag.

Ukraine-Krieg: Täter wohl an „charakteristischen Rufzeichen“ erkannt

Das rund eineinhalbminütige Video könnte aus dem vergangenen Jahr stammen. Mutmaßlich trennt ein uniformierter Mann einem ukrainischen Kriegsgefangenen den Kopf ab. Im Hintergrund sind Schreie zu hören und eine Stimme, die sagt „Mach es, mach es“. Der Täter trägt dabei eine für russische Soldaten typische weiße Kennzeichnung an der Kleidung.

Laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa) soll ein ehemaliger russischer Söldner in dem Video bereits „eindeutig“ einen früheren Kameraden als Täter identifiziert haben. Die Täter sind möglicherweise Angehörige der russischen Söldnergruppe Wagner. Man habe Ex-Söldner Andrej Medwedew, der vor Monaten nach Norwegen geflohen war und derzeit in Schweden inhaftiert ist, das Video zukommen lassen. Das bestätigte der Gründer der russischen Bürgerrechtsorganisation „Gulagu.net“, Wladimir Ossetschkin, am Mittwoch (12. April) in einem Interview.

„Er hat es mehrmals aufmerksam angehört und geschaut und er erkennt dort eindeutig seine früheren Kollegen, Kämpfer der Söldnertruppe Wagner“, erklärte Ossetschkin in dem Beitrag, der auf Youtube veröffentlicht wurde. Medwedew, der früher selbst für die russische Söldnergruppe kämpfte, habe die Männer anhand „charakteristischer Rufzeichen und ihrer Art zu sprechen“ identifiziert, so der Bürgerrechtler weiter.

Ukraine durchlebt „Sturm der Gefühle“

Für die ukrainische Menschenrechtsorganisation ZMINA ist das Video russische Propaganda und eine Art Machtdemonstration, um das ukrainische Militär einzuschüchtern. Selenskyj sagte in einer Videoschalte während der Frühjahrstagung des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank: „Die Ukraine durchlebt derzeit einen Sturm der Gefühle.“ Die russische Armee versuche, dieses Ausmaß an Gewalt und Gräueltaten überall in der Ukraine zur Routine werden zu lassen und sei stolz darauf. „Russland muss den vollen Preis für seine Aggression spüren“, so der ukrainische Präsident.


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Zuletzt hatten die Vereinten Nationen auch der Ukraine vereinzelt Kriegsverbrechen vorgeworfen. Doch das Ausmaß und die Brutalität russischer Kriegsverbrechen sei um ein Vielfaches größer, brutaler und systematisch. Der Internationale Strafgerichtshof hat jetzt ein Büro in Kiew eröffnet, um diese Kriegsverbrechen zu untersuchen.