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Ukraine-Krieg: Menschen warten auf Zug, der sie retten soll – dann schlagen ihre Mörder zu

Wie eine Mutter aus Butscha um ihren Sohn trauert

Tetiana Ustymenko aus Butscha hatte ihren Sohn Serhij gewarnt, dass es zu gefährlich sei, nach Hause zu kommen. Doch aus Sorge um seine Eltern machte er sich dennoch auf den Weg und wurde von Scharfschützen getötet.

Ein weiteres Kriegsverbrechen erschüttert die Ukraine: Bei dem Angriff auf den Bahnhof im ostukrainischen Kramatorsk im Oblast Donesk sind nach Angaben von Rettungskräften mindestens 35 Zivilisten getötet worden.

Die Menschen warteten dort auf ihre Rettung und wollten in Richtung Westen fliehen, als zwei Raketen einschlugen. Es ist der nächste grausame Vorfall im Ukraine-Krieg.

Ukraine-Krieg: Menschen warten am Bahnhof auf ihre Rettung – jetzt sind sie tot

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bezeichnete Russland in einer ersten Reaktion als „das grenzenlose Böse“. Russland wolle die Zivilbevölkerung seines Landes „vernichten“. „Und wenn es nicht bestraft wird, wird es nie aufhören“, so Selenskyj.

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Botschafter Andrij Melnyk twitterte aus Deutschland: „Zivilisten am Bahnhof Kramatorsk wollten von den russischen Schergen nur noch fliehen. Einfach weg von ‚großer russischer Kultur‘. Sie wurden kaltblütig beschossen. Über 30 Opfer. Verdammte Mörder.“

Furchtbare Aufnahmen vom Bahnhof Kramatorsk: Leichen, Blutlachen und verwaiste Koffer

Dazu posteten Melnyk und weitere Ukrainer Videos und Fotos, auf denen Leichen und Blutlachen zu sehen sind. Sie liegen inmitten von Rollkoffern und Rucksäcken der Getöteten. Auch ein Kinderwagen ist auf einer Aufnahme zu erkennen. Unklar ist, ob das Baby ebenfalls bei dem Angriff getötet wurde.

Auf dem Bahnhofsvorplatz liegen die Überreste einer Rakete mit der russischen Aufschrift „Für unsere Kinder“. Diese Aufschrift bezieht sich wohl auf die Kreml-Propaganda, wonach im Donbass durch Ukrainer Kinder getötet worden sein sollen. Insofern wäre es eine Vergeltungswaffe, in der Logik der Russen.

Nach bisherigen Angaben der Bahngesellschaft wurden bei dem heimtückischen Angriff mindestens 100 weitere Menschen.

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Ein AFP-Reporter vor Ort sah mindestens 20 Tote in Leichensäcken und unter Plastikplanen. Zuvor hatte er am Morgen hunderte Menschen gesehen, die auf einen Zug zur Flucht Richtung Westen warteten.