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Putin und sein Atomkoffer: Der Russen-Präsident macht „auf dicke Hose“

Das russische Staatsoberhaupt reist nach China. Mit in Putins Gepäck sind die geheimen Protokolle für den Ernstfall. Was hat es damit auf sich?

Das russische Staatsoberhaupt reist nach China. Mit in Putins Gepäck sind die geheimen Protokolle für den Ernstfall. Was hat es damit auf sich?
u00a9 IMAGO/Kyodo News

Putin: Ukraine hätte bei Stopp westlicher Hilfe "eine Woche"

Bei einem Stopp der westlichen Waffenlieferungen hätte die Ukraine nach den Worten des russischen Präsidenten Wladimir Putin "eine Woche", bis ihr die Munition ausgehe. Das sagte Putin beim politischen Waldai-Forum in Sotschi.

Der in der Welt weitgehend isolierte russische Präsident Wladimir Putin steht unter internationalem Haftbefehl wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen in der Ukraine. Seit der Internationale Strafgerichtshof im März diesen Haftbefehl ausgestellt hat, hat sich Putin nur selten ins Ausland gewagt.

Doch nun hat er sich auf eine Reise begeben – seine erste in ein nicht post-sowjetisches Land. Für Putin kein Grund zur Sorge: In China besteht keine Festnahmegarantie für den Kremlchef. Sowohl Russland als auch die Volksrepublik China erkennen die Autorität des Gerichts in Den Haag nicht an. Doch was die meiste Aufmerksamkeit auf sich zieht, ist das Gepäck, mit dem der russische Präsident zu Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping reiste.

Ohne diesen Koffer reist Putin nicht

Bei seinem Besuch sticht ein kleines, aber auffälliges Detail ins Auge: Putins Entourage brachte den berüchtigten „Tscheget“ mit, einen schwarzen Koffer aus Hartplastik mit silbernem Rahmen.

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Der „Tscheget“ ist kein gewöhnlicher Koffer, sondern enthält nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters die streng geheimen russischen Atomcodes. Normalerweise wird er auf Reisen Putins mitgeführt, damit der Kremlchef im Fall einer akuten Bedrohung schnell Maßnahmen zur Aktivierung von Atomwaffen ergreifen kann. Diesmal wurde dieser gefährliche Koffer in China weitaus öffentlicher präsentiert. „Es gibt bestimmte Koffer, ohne die keine Reise Putins vollständig ist“, schrieb die russische Nachrichtenagentur RIA Novosti zu einem Video, auf dem ein Marineoffizier den Koffer über den roten Teppich hinter Putin trägt.

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Insgesamt gibt es laut Reuters drei solcher Koffer. Verteidigungsminister Sergei Schoigu soll demnach über einen verfügen, der andere befindet sich wahrscheinlich bei Generalstabschef Waleri Gerassimow. Um nukleare Waffen auslösen zu können, müsste man Zugriff auf zwei der drei Koffer haben.

Putin wettert gegen Joe Biden

Doch Putin nutzte seine Reise nach Asien nicht nur, um den „Tscheget“ China und der westlichen Welt zu zeigen, sondern auch, um einen pikanten Seitenhieb in Richtung des US-Präsidenten Joe Biden zu platzieren. Er äußerte, dass wenn die USA behaupten, Moskau habe bereits auf dem Schlachtfeld in der Ukraine verloren, Biden stattdessen nach Moskau reisen und „Tee und Pfannkuchen“ genießen könne, anstatt die Ukraine weiterhin mit Waffen zu versorgen.

Während Putins Auftritt außerhalb Russlands nur wenig Beachtung fand, betonte Außenminister Sergej Lawrow, dass die Zuhörer in Peking Putins Worte mit „Begeisterung“ aufgenommen hätten. Doch Lawrow hatte seine eigene diplomatische Mission und begab sich nach Nordkorea, wo er frenetisch empfangen wurde. Sein Besuch galt als Vorbereitungstreffen für einen möglichen Besuch Putins, während im Hintergrund Warnungen vor möglichen Waffenlieferungen Nordkoreas an Russland laut wurden.


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Lawrow nutzte die Gelegenheit auch, um die Militärpolitik der USA, Japans und Südkoreas als „gefährlich“ zu brandmarken und Nordkorea in seinem Ansinnen zu unterstützen. Er lobte die „grundsätzliche und unmissverständliche Unterstützung“ Kim Jong Un’s für Russlands „militärischen Spezialeinsatz“ in der Ukraine. Die Beziehungen zwischen Nordkorea und Russland scheinen sich zu vertiefen, trotz Sanktionen und Isolation seitens des Westens.