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Pakistan: Mehr als 60 Tote bei Anschlag auf Moschee – jetzt ist klar, wer dahinter steckt

Viele Tote bei Explosion in Moschee in Pakistan

Bei einem Anschlag auf eine Moschee im Nordwesten Pakistans sind mindestens 30 Menschen getötet worden.

Beim Freitagsgebet in einer Moschee in Pakistan sind viele Gläubige getötet worden.

Zwei Selbstmordattentäter stürmten die Moschee in der Stadt Peshawar und zündeten Bomben. Mittlerweile sprechen die Behörden in Pakistan von mehr als 60 Toten. Weitere 200 Menschen seien verletzt.

Pakistan: 60 Tote durch Bomben in Moschee – IS reklamiert Anschlag für sich

Am Abend reklamierte die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) den Anschlag in einer Mitteilung auf dem IS-Sprachrohr Amak für sich.

Nach Angaben eines örtlichen Polizeichefs sollen sich zwei bewaffnete Selbstmordattentäter den Weg in die Moschee freigekämpft haben, wo sie ihre Bomben zündeten. Lokale TV-Sender zeigten Bilder einer Überwachungskamera, wie ein junger Mann auf einen Polizisten feuerte, bevor er in die Moschee stürmte.

„Überall waren Rauch und Schreie zu hören“, sagte ein Überlebender dem pakistanischen TV-Sender „Dunya“. „Dann sah ich mehrere Leichen übereinander liegen und einen Fluss aus Blut auf dem Boden.“ Der Lärm der Explosion sei „ohrenbetäubend“ gewesen, schilderte ein weiterer Augenzeuge, der vor der Moschee mit seinem Motorrad unterwegs war, dem lokalen Sender „Geo“. „Bevor ich wusste, was passiert, hörte ich Schüsse und Explosionen.“

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Ähnlicher Anschlag in Afghanistan – weitere Tote

Nach Polizeiangaben soll es sich um eine schiitische Moschee in einem mehrheitlich sunnitischen Viertel handeln. Der IS ist in der Grenzregion zwischen Afghanistan und Pakistan aktiv. Die Terrormiliz war erstmals 2015 in Afghanistan aufgetaucht. Seitdem will sie dort und auf pakistanischem Gebiet eine „Provinz“ namens IS-Khorasan etablieren. Anhänger betrachten schiitische Muslime als Abtrünnige und verüben regelmäßig brutale Anschläge auf ihre Gemeinden.

Im Nachbarland Afghanistan kamen bei einem ähnlichen Anschlag auf eine Moschee am Freitag nach Behördenangaben zwei Menschen ums Leben, mindestens 20 weitere Gläubige erlitten Verletzungen. Das Attentat ereignete sich an der Grenze nur 150 Kilometer entfernt von Peshawar.

Seit der Machtübernahme der militant-islamistischen Taliban im Nachbarland Afghanistan haben Anschläge in der Grenzregion jüngst zugenommen. Insbesondere der IS und die pakistanischen Taliban reklamieren Anschläge für sich. Die Grenzprovinz Khyber Pakhtunkhwa galt lange als Unruheregion Pakistans, war jedoch nach einer Militäroffensive gegen islamistische Terrorgruppen im Jahr 2014 lange Zeit ruhig.

Bereits im Herbst 2020 waren in Peshawar bei einem ähnlichen Attentat in einer Koranschule viele Menschen getötet und mehr als 100 verletzt worden. Damals wurde der IS verdächtigt. Bewohner in Peshawar erinnern die Attacken an den brutalen Anschlag pakistanischer Taliban, die 2014 ebenfalls in einer Schule in Peshawar mehr als 150 Menschen getötet hatten, vor allem Kinder. (dpa)