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Omikron-Wende: Karl Lauterbach sieht die Lage jetzt ganz anders

Omikron-Wende: Karl Lauterbach sieht die Lage jetzt ganz anders

Karl Lauterbach: Vom Corona-Mahner zum Gesundheitsminister

Spätestens seit der Corona-Pandemie ist er einer der bekanntesten Politiker Deutschlands. Gesundheitsminister Karl Lauterbach. Seit sich das Coronavirus immer breiter in Deutschland ausgebreitet hat, war Lauterbach Dauergast in den Talkshows von ARD und ZDF. Wir stellen dir den SPD-Politiker vor.

Die Trendwende bei der Omikron-Welle ist da! Erstmals seit Jahresbeginn verzeichnet das Robert Koch-Institut sinkende Zahlen bei den Neuinfektionen.

Am Mittwoch werden die Ministerpräsidenten und die Bundesregierungen über Lockerungen bei den Corona-Maßnahmen beraten.

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Corona in Deutschland (Lage am 15. Februar):

  • 7-Tage-Inzidenz: 1437,5
  • Neue Corona-Fälle: 159.217
  • Corona-Todesfälle insgesamt: 120.220
  • Anteil der Menschen mit mindestens einer Corona-Impfung: 76,1%
  • Anteil der Menschen mit Booster-Impfung: 55,6%

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Newsblog: Omikron-Welle in Deutschland: Kommt jetzt die Corona-Trendwende?

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15. Februar 2022

14.20 Uhr: Omikron-Wende – Karl Lauterbach sieht die Lage jetzt ganz anders

Ausgerechnet Corona-Mahner Karl Lauterbach wagt als erster Spitzenpolitiker den Vorstoß und verkündet die Omikron-Wende: „Der Höhepunkt der Omikron-Welle ist überschritten – ziemlich genau an dem Tag, den ich vor einem Monat vorausgesagt hatte!“, so der Gesundheitsminister.

Tatsächlich hatte Lauterbach zuvor prognostiziert, dass die Welle Mitte Februar ihren Höhepunkt erreichen wird. Er hatte sich dabei auf verschiedene Modelle zum Pandemieverlauf berufen.

Seit dem Wochenende gehen die Zahlen der Neuinfektionen zurück. Deshalb spricht sich Lauterbach nun „maßvolle Lockerungen“. Diese seien nun möglich.

14 Uhr: Nun mehr als 120.000 Corona-Tote in Deutschland

Deutschland hat die nächste Marke bei den Corona-Todesfällen überschritten. Seit Dienstag verzeichnet das Robert Koch-Institut mehr als 120.000 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus seit Ausbruch der Pandemie.

Damit liegt Deutschland im internationalen Vergleich auf Platz 14. In den USA ist trauriger Spitzenreiter mit fast 940.000 Toten, Brasilien gibt 636.000 Tote an. Auf Platz drei und vier liegen Indien (507.000) und Russland (338.000).

Deutschlands europäischen Nachbarländer Italien, Frankreich und Großbritannien verzeichnen deutlich mehr Todesfälle, obwohl sie eine geringere Bevölkerungsdichte haben. In Großbritannien sind es nun 159.000 Todesfälle, in Italien 150.000. Frankreich meldet rund 14.000 mehr Tote als Deutschland bei aber auch rund 16 Millionen Einwohnern weniger.

14. Februar 2022

9:35 Uhr: Am Stichtag 20. März sollen „alle tiefgreifenden Schutzmaßnahmen fallen“

Die „Bild“-Zeitung zitiert aus der Beschlussvorlage der Ministerpräsidenten vor dem Bund-Länder-Gipfel am Mittwoch. Darin heißt es: „Bis zum kalendarischen Frühjahrsbeginn am 20. März 2022 sollen die weitreichenden Einschränkungen des gesellschaftlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Lebens schrittweise zurückgenommen werden.“

Dies soll in drei Schritten erfolgen:

  • Zunächst werden die Corona-Regeln im privaten Rahmen gelockert. Außerdem fällt 2G bundesweit im Einzelhandel.
  • Ab 4. März dürfen dann Clubs und Diskos für Genesene und Geimpfte mit tagesaktuellem Test oder dritter Impfung wieder öffnen (2G-Plus). Dasselbe gilt für Fußballspiele. Für Gastronomie und Hotels gilt dann 3G, also auch Ungeimpfte können mit einem Test wieder rein.
  • Ab 20. März: Bis dahin sollen „alle tiefgreifenden Schutzmaßnahmen fallen“. Nach diesem Tag setzt die Politik aber noch auf Masken, insbesondere in Innenräumen, meldet „Bild“.

8.20 Uhr: Ist das die Omikron-Trendwende?

Ist das die Omikron-Trendwende? Die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen war am Wochenende erstmals seit Jahresbeginn leicht gesunken. Sie lag nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) am Montagmorgen bundesweit bei 1459,8. Am Sonntag hatte sie bei 1466,5 gelegen, am Freitag bei 1474,3.

7.50 Uhr: Corona-Expertenrat spricht von Aufhebung der Maskenpflicht – aber nur bis Herbst

Der Corona-Expertenrat der Regierung hat sich vor der Bund-Länder-Runde am Mittwoch für eine Lockerung der Schutzmaßnahmen unter klaren Bedingungen ausgesprochen. Sogar von einem Ende der Maskenpflicht bis zum Herbst ist die Rede!

Für die kommenden Wochen sei mit einer „Plateaubildung“ und einem nachfolgenden „Abfall“ bei den Infektionszahlen zu rechnen, schrieb das Expertengremium in einer am Sonntagabend veröffentlichten Stellungnahme. „Für diesen Zeitpunkt ist es wichtig, vorausschauend Öffnungsstrategien zu planen und diese Schritte verständlich zu kommunizieren.“

„Ein Zurückfahren staatlicher Infektionsschutzmaßnahmen erscheint sinnvoll, sobald ein stabiler Abfall der Hospitalisierung und Intensivneuaufnahmen und -belegung zu verzeichnen ist“, heißt es in dem Papier.

Die Maskenpflicht könne „bei hinreichend niedrigen Infektionszahlen“ zeitweise aufgehoben werden – „allerdings begleitet von einer klaren Kommunikation zur zeitlichen Befristung“. Die Experten rechnen damit, dass die Maskenpflicht in Innenräumen im kommenden Herbst und Winter wieder notwendig werden könnte. Die Politik solle dies also offen kommunizieren.

Isolation und Testen bleiben demnach „in der aktuellen Phase von hoher Wichtigkeit“. Die Regierung sollte prüfen, ob sie in Zeiten reduzierter Schutzmaßnahmen stichprobenartig auch Menschen ohne Symptome testet, um „deutliche Änderungen der Infektionsdynamik“ frühzeitig zu erkennen. Eine dauerhafte Rücknahme aller Maßnahmen sei „eng mit dem Erreichen einer hohen Impfquote und parallel dem eigenverantwortlichen Handeln“ aller Bürger verbunden, betonten die Experten.

7.30 Uhr: Spitzenpolitiker wollen Ende der 2G-Regel

Immer mehr Spitzenpolitiker drängen auf Lockerungen bei den Corona-Maßnahmen, unter anderem auch NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst.

Wüst will die 2G-Pflicht im Einzelhandel durch eine FFP2-Maskenpflicht ersetzt werden. „Das kann auf Dauer auch das Konzept für andere Situationen sein“, sagte der MPK-Vorsitzende der „Welt“. Wüst plädierte dafür, Veranstaltungen im Außenbereich mit Kapazitätsbeschränkungen zu erleichtern. Zudem sollte die Rücknahme von Kontaktbeschränkungen für Geimpfte geprüft werden.

Bundesfinanzminister und FDP-Chef Christian Lindner sagte dem „Handelsblatt“ vom Montag, das Gesundheitswesen bewältige derzeit die Omikron-Welle, eine „strukturelle Überlastung“ drohe nicht. Deshalb seien viele Einschränkungen „nicht mehr verhältnismäßig“.

Es sei notwendig, in den Bereichen Bildung, Handel, Gastronomie, Kultur, Sport und in den Betrieben „einen spürbaren Schritt Richtung Normalität“ zu gehen. Die 2G-Regeln sollten „sofort aufgehoben“ und durch das Tragen von FFP2-Masken ersetzt werden, forderte Lindner. Kontaktbeschränkungen für Geimpfte und Genesene sollten entfallen.

Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) rief die MPK ebenfalls auf, die Kontakt- Obergrenze von derzeit zehn Personen deutlich anzuheben. Zu diskutieren sei auch über eine Rücknahme der bundesweiten 2G-plus-Regel für die Gastronomie, sagte er den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) vom Montag.