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Mehrwertsteuer steigt! Was wir bald für Pommes, Schnitzel oder Bier zahlen müssen

Die Mehrwertsteuer-Erhöhung ab 2024 schockiert Gastronomen und Restaurant-Besucher gleichermaßen. So teuer wird’s wirklich!

Ab 2024 steigt die Mehrwertsteuer.
© IMAGO/MiS

Steuer-Plus von 126 Milliarden Euro bis 2026 erwartet

Die Steuereinnahmen des Staates fallen in den nächsten Jahren voraussichtlich deutlich höher aus als zuletzt erwartet. Bis 2026 können Bund, Länder und Gemeinden laut der neuen Steuerschätzung mit gut 126 Milliarden Euro mehr rechnen als im Mai vorausgesagt.

Diese Nachricht hat ganz Deutschland schwer getroffen: Die Mehrwertsteuer wird ab dem 1. Januar 2024 kräftig angehoben – von bisherigen sieben Prozent auf 19!

Gastronomen wie Gästen steht damit keine gute Zeit bevor. Die Preise in Restaurants, Lokalen und Bars werden ab Januar deutlich angezogen, wer gerne auswärts isst oder trinkt, muss definitiv mehr Geld dafür einplanen.

Mehrwertsteuer steigt und Gastronomen runden auf

Schluss mit günstig! Ab nächstem Jahr wird in der Gastronomie wieder ein Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent fällig. Während der Corona-Krise wurde dieser gesenkt, um die davon hart getroffene Branche zu unterstützen.

Das ist jetzt nicht mehr nötig, ab Januar 2024 müssen Gastro-Betreiber für Speisen und Getränke den 19-Prozent-Aufschlag berechnen. Doch dabei wird es wahrscheinlich nicht bleiben: Wie „Focus Online“ berichtet, geben viele Gastronomen an, bei den Preiserhöhungen auf volle Prozentbeträge aufzurunden.

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Ein Schnitzel mit Pommes für durchschnittlich 16,90 Euro kostet so ab Januar 18,71 Euro – aufgerundet 18,80 Euro. Ein halber Liter Bier im Restaurant steigt durch die Mehrwertsteuer von 19 Prozent ab Januar von rund 4,00 Euro auf 4,76 Euro. In der Folge werden die meisten Lokale 4,80 Euro für den halben Liter verlangen.

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Mehrwertsteuer-Erhöhung zu „70 bis 80 Prozent an Kunden“ weitergeben

Das entspricht in etwa der Prognose von Wirtschaftswissenschaftler Marcel Fratzscher: „Wahrscheinlich werden von den zwölf Prozentpunkten, die die Mehrwertsteuer jetzt in der Gastronomie steigt, 70 bis 80 Prozent an die Kunden weitergegeben.“ Das entspreche einer Preiserhöhung von etwa 10 Prozent.


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Laut des Präsidenten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung sei die erhöhte Mehrwertsteuer berechtigt. „Es gibt keine Rechtfertigung für die Verlängerung der Mehrwertsteuersenkung mehr.“ Die Senkung habe in Krisen-Zeiten ihren Soll erfüllt, sei aber eine teure Maßnahme. Das Geld fehle dem Staat an anderer Stelle, zum Beispiel der Kindergrundsicherung oder der Bekämpfung von Armut. (mit dpa)