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Künstliche Intelligenz in der Arbeitswelt: Worauf müssen sich Arbeitnehmer in NRW einstellen?

Sprachassistenten, Smart Home oder Musikstreaming – in vielen Bereichen ist KI bereits im Alltag integriert. Doch wie verändert sie die Arbeitswelt?

Sprachassistenten, Smart Home oder Musikstreaming – in vielen Bereichen ist KI bereits im Alltag integriert. Doch wie verändert sie die Arbeitswelt?
© IMAGO / Westend61

KI: Was ist eine künstliche Intelligenz?

Vom Roboterarm bis zur hyperintelligenten Maschine – KI ist bereits jetzt ein fester Bestandteil unseres Alltags …  aber wie funktioniert eine KI?

Künstliche Intelligenz (KI) verändert unser Leben, bestimmt unseren Alltag – vor allem auch wie wir arbeiten.

„Diejenigen, die KI können, können auch die Welt mitbestimmen“, sagt der CDU-Europaabgeordnete Axel Voss. Doch kann Deutschland das? Kann Nordrhein-Westfalen das? Wie wirkt sich Künstliche Intelligenz auf den Arbeitsmarkt und die Arbeitnehmer aus?

Künstliche Intelligenz: „Es kann jeden treffen.“

„Im Grunde muss man damit rechnen, dass alle sich wiederholenden Tätigkeiten auch von einer KI erledigt werden können“, so Voss. Das könnte im Grunde jeden treffen, Piloten genauso gut wie Zugführer und Rechtsanwälte.

Auch bräuchte es laut dem CDU-Abgeordneten weder Kassierer im Supermarkt noch Verteiler von Paketen. In Berufen mit Fachkräftemangel könnte das aber auch vorteilhaft sein. Um Erfahrungswerte zu sammeln, plädiert er für Projekte wie voll digitale Krankenhäuser oder Gerichte.

Künstliche Intelligenz: Arbeitet die EU zu langsam?

Doch dem EU-Parlamentarier geht das zu langsam: „Die Entwicklung ist schnell und wir stellen uns wenig flexibel darauf ein, weil wir nur Ängste haben.“ Selbst der Christdemokrat wollte schon mal zu „Revolution und Anarchie“ aufrufen.

So entwarf die Europäische Kommission bereits 2018 Ethik-Leitlinien für eine „vertrauenswürdige KI“. Seit zwei Jahren – seit April 2021 – arbeiten die europäischen Institutionen an einem weltweit ersten Gesetz für Künstliche Intelligenz, dem Artificial Intelligence Act. Der Rat der EU hat im Dezember 2022 einen gemeinsamen Standpunkt zum Gesetz über KI festgelegt.

Doch mahlen die Mühlen der EU nicht zu langsam? Gerade bei einer sich so rasant entwickelnden Technologie? Laut Voss sei man mit dem Vorschlag von 2021 ohnehin zu spät. Die Gestaltung des Gesetzes sei „zum Sterben zu viel, zum Leben zu wenig“. Frühestens werde man 2025 mit der Umsetzung fertig sein. „Wettbewerblich werden wir da nicht mithalten können“, betont der Nordrhein-Westfale, der Europa mit einem „digitalen Entwicklungsland“ vergleicht. China und die USA seien aufgrund massiver Investitionen führend. Er fordert neben Investitionen von der Politik auch eine breite „Aufbruchstimmung“. „Wir leisten uns einen Rückstand, den wir kaum wieder aufholen werden.“

Wird KI in Unternehmen in NRW genutzt?

Rund 22 Prozent der Unternehmen in NRW planen eine zukünftige Anwendung von Technologie, vor allem bei Künstlicher Intelligenz und Blockchain. Bei rund elf Prozent sind KI-Techniken bereits im Einsatz, zeigen Zahlen der Industrie- und Handelskammer (IHK) NRW. Aber: „Insbesondere die Umsetzung digitaler Innovationen in den Unternehmen stockt.“

Doch gerade Wirtschaftsbetriebe können mit KI kostengünstiger, schneller und individueller produzieren. Regionale Unternehmen können laut Voss auch nur dann überleben, wenn eine außereuropäische Konkurrenz es nicht besser kann. Diese müssten „sich schnellstens mit KI beschäftigen und diese einführen.“ Auch das Zukunftszentrum KI in NRW sieht, dass Künstliche Intelligenz so noch nicht bei kleinen Unternehmen angekommen ist.

„Die Arbeitswelt wird sich rasant verändern.“

Müssen Arbeitnehmer um ihre Jobs bangen? „Ja“, befürchtet zumindest Jens Geier. Der Chef der Europa-SPD im EU-Parlament betont: „Die Arbeitswelt wird sich nochmal rasant verändern.“ Dieses Mal werde es auch Arbeitsplätze treffen, die von Digitalisierung und Automatisierung noch nicht berührt sind. „Das I in KI zeigt, dass andere im Fokus sind.“

Der Deutsche Ethikrat plädiert: „KI darf den Menschen nicht ersetzen.“ Doch was bedeutet das für Arbeitnehmer in NRW? Geier schlägt einen „menschlichen Supervisor“ in von KI gesteuerten Prozessen vor. Am Ende sollten dadurch hoch qualifizierte Arbeitsplätze an einer neuen Stelle entstehen.

KI bietet nicht nur Chancen  

Die Hoffnung der Brüsseler Gesetzgeber ist es, mit dem geplanten Rechtsrahmen Vertrauen und Akzeptanz in KI zu stärken. Die nordrhein-westfälische IHK fordert für Unternehmen „klare und verständliche Kriterien, was als spezifisches Risiko einer KI zu verstehen ist.“ Bürokratischer Aufwand und Doppelregulierung seien zu vermeiden. Doch wie geht es jetzt konkret weiter?


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Ende April will die EU zumindest innerparlamentarisch fertig sein. Im Mai soll in den Ausschüssen abgestimmt werden, im Juni im Plenum. Danach müssen sich der Rat, die Kommission und das Parlament auf einen Kompromiss einigen.