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Klima-Aktivisten sollen Stütze beantragen – Politikerin rät sogar: „Job kündigen“

Alles hinschmeißen und den Job kündigen wegen der Klimakrise? Das wird tatsächlich aktuell in manchen Kreisen diskutiert. Eine Politikerin findet, man könne durchaus mal ein Jahr von ALG 1, also dem Arbeitslosengeld leben, für die höhere Ziele. Was sie sich davon verspricht und wie man damit das Klima retten soll – wir klären dich auf! […]

© IMAGO / Martin Müller, IMAGO / CHROMORANGE

Das ist Luisa Neubauer

Luisa Neubauer ist nach Greta Thunberg das bekannteste Gesicht von “Fridays for Future“ in Deutschland.

Alles hinschmeißen und den Job kündigen wegen der Klimakrise? Das wird tatsächlich aktuell in manchen Kreisen diskutiert. Eine Politikerin findet, man könne durchaus mal ein Jahr von ALG 1, also dem Arbeitslosengeld leben, für die höhere Ziele.

Was sie sich davon verspricht und wie man damit das Klima retten soll – wir klären dich auf!

Fürs Klima arbeitslos werden?

Die Klimaaktivisten suchen neue Wege, um etwas zu verändern und die Gesellschaft aufzuwecken. Während sich manche der radikalen Aktivisten der „Letzten Generataion“ auf die Straße kleben oder Gemälde mit Kartoffelbrei bewerfen, überlegen andere, wie sie ihr Leben ganz neu ausrichten können. Damit ist nicht nur die Frage der Ernährung und des privaten Konsums gemeint, also ein veganer, nachhaltiger Lebensstil, sondern auch das Berufsleben.

Der Sachbuchautor Michael Seemann machte das Fass auf Twitter auf. Er glaubt, dass sich viele am Ende ihres Lebens die Frage stellen werden: „Warum habe ich nicht meinen job gekündigt, alles stehen und liegengelassen und mein leben der Bekämpfung der Klimakrise gewidmet?“ Klimaschutz also als verpasste Lebensaufgabe. Etwas, was man bereuen könnte. Nur ein Gedanke – mitnichten. Politikerin Lu Yen Roloff nennt daraufhin einen konkreten Plan, wie dieser neue Berufsweg möglich sei.

„Man kann auch seinen Job kündigen“

Klimaaktivistin Roloff trat als freie Kandidatin bei der Bundestagswahl 2021 in Brandenburg an. Nun kommentierte sie Seemanns Beitrag: „Man kann auch seinen Job kündigen, ein Jahr lang mit ALG 1 ehrenamtlich daran arbeiten, seine Fähigkeiten in einen Klimakontext zu stellen und sich dann auf einen der vielen neuen Jobs bewerben, die an der Lösung arbeiten, zum Beispiel Energiewende, Finanzwende, Verkehrswende, Bauwende…“

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Auf kritische Nachfrage, wer dieses ökologisch-soziale Jahr dann finanzieren soll, entgegnete Roloff: „Es ist ein gutes Recht, nach dem Einzahlen in die Arbeitslosenversicherung und angestellter Arbeit einen Job zu wechseln und in der Zwischenzeit ALG1 zu bekommen.“


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Die Sozialleistung Arbeitslosengeld, die als Hilfe für Menschen gedacht ist, die gekündigt wurden, als eine Art Sabbatical-Leistung zur beruflichen klimaneutralen Umorientierung? Sollte dieser Vorschlag Schule machen, dürfte er mindestens genauso viel Widerspruch auslösen wie die umstrittenen Straßenkleber.