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Karl Lauterbach: Seine Anhänger verstehen ihn nicht mehr – „Das passt hinten und vorne nicht zusammen!“

Lauterbach besteht weiterhin auf Impfpflicht

Angesichts der weiterhin hohen Zahl an Corona-Toten hält Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) an der Einführung einer allgemeinen Impfpflicht fest. Die Omikron-Variante sei entgegen anderslautender Meinungen alles andere als harmlos.

Die Corona-Infektionszahlen schießen seit Tagen wieder in die Höhe. Mittlerweile liegt die 7-Tage-Inzidenz fast bei 1500. Das ist ein neuer Rekordwert in Deutschland!

Da gerät Karl Lauterbach mit Widersprüchen zwischen seinen Aussage und seinen politischen Maßnahmen in die Kritik. Ausgerechnet die Anhänger seiner bisher strengen Corona-Linie verstehen nicht mehr, wieso der SPD-Mann als Ampel-Minister zum 20. März die Maßnahmen lockern will.

Karl Lauterbach setzt sich in die Nesseln – seine Wähler kapieren ihn nicht mehr

Vor einem Monat lag die Corona-Inzidenz laut Robert Koch-Institut bei 1474. Danach gingen die Zahlen runter, Deutschland schien den Höhepunkt der Omikron-Welle überstanden zu haben. Von wegen! Nun explodieren die Infektionszahlen seit Anfang März wieder. Die 7-Tage-Inzidenz hat einen neuen Rekordwert erreicht.

Ausgerechnet in dieser Lage will die Ampel-Bundesregierung ab dem 20. März aber weitgehend lockern. Laut dem Entwurf der Regierung soll beispielsweise die Maskenpflicht im Einzelhandel und in der Gastronomie fallen. Ende April soll auch die Test- und Maskenpflicht in den Schulen wegfallen, darauf hat sich die Kultusministerkonferenz am Freitag geeinigt.

Karl Lauterbach zeigt sich aber gleichzeitig besorgt über die Corona-Entwicklung. Der Gesundheitsminister reagierte auf Twitter auf einen Post von Sahra Wagenknecht – und setzte sich damit selbst in die Nesseln.

Wagenknecht hatte die Meldung geteilt, dass Österreich die allgemeine Impfpflicht aussetzen wolle, weil sie angesichts der milderen Verläufe bei Omikron nicht verhältnismäßig sei. Sie ist eine Gegnerin der Impfpflicht. Darauf antwortete Lauterbach: „Die ‚milden Verläufe‘ kosten 200-300 Menschen pro Tag das Leben. Das wollen wir nicht.“

Karl Lauterbach über Corona: „Die Lage ist objektiv viel schlechter als die Stimmung“

Tatsächlich meldet das RKI am Samstag 249 neue Corona-Todesopfer. Insgesamt verzeichnet das Institut 125.521 Menschen, die seit Pandemie-Ausbruch im Zusammenhang mit Covid-19 in Deutschland gestorben sind.

Am Freitag sagte der Minister in Berlin: „Die Lage ist objektiv viel schlechter als die Stimmung.“ Deutschland sei in einer „kritischen Situation“.

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Wie passt die Sorge von Karl Lauterbach zu seiner Politik?

Doch wie passt diese Sorge von Karl Lauterbach mit den geplanten Corona-Lockerungen der Ampel-Bundesregierung zusammen? Die gesetzlichen Änderungen, auf die sich Lauterbach diese Woche mit Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) verständigt hatte, sollen in der kommenden Woche vom Bundestag beschlossen werden. Ab Frühlingsanfang soll es dann normalerweise außer Masken- und Testpflichten für bestimmte Bereiche wie Pflegeheime und Kliniken kaum noch Corona-Einschränkungen geben.

Die Twitter-Follower von Karl Lauterbach erkennen da einen Widerspruch. Einige kritische Kommentare unter seinem jüngsten Post gegen Wagenknecht stehen dafür beispielhaft:

  • „Aber dann Maskenpflicht, die mit Abstand die geringste Einschränkung ist, beim Einkaufen und Shoppen abschaffen? Auf den Expertenrat wird auch nicht mehr gehört und trotz massivster Welle am 20.03. festgehalten. Sorry, aber das passt hinten und vorne nicht zusammen.“
  • „Warum bleibt dann nicht die Maskenpflicht in Innenräumen? Wie sollen Vulnerable geschützt werden? Sollen sie auf Einkauf, Schule, Uni, Arztbesuch einfach verzichten?“
  • „Und warum wird dann gleich gerade gelockert?“
  • „Ich halte viel von Ihnen und habe immer laut für Sie getrommelt. Bitte bleiben Sie im ‚Team Wissenschaft‘ und Ihrem Kurs der Vernunft treu!“
  • „Lauterbachs Twitterwarnungen vor den Infektionsfolgen werden vom Gesundheitsminister bislang ignoriert. Lauterbach sollte dringend einen Weg finden, den Gesundheitsminister zu erreichen, der 19.3. naht.“

ZDF-Politbarometer zur Corona-Politik: Deutsche sind gespalten

Bei der Frage, ob der Wegfall der meisten Corona-Maßnahmen ab dem 20. März richtig sei, sind die Deutschen laut dem jüngsten ZDF-Politbarometer gespalten. Zwar halten 50 Prozent diesen Weg für richtig, 47 Prozent aber für falsch.

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Bei SPD-Wählern unterstützen nur 41 Prozent diesen Kurswechsel, bei den Grünen sogar nur 36 Prozent. Ganz anders sieht es bei Anhängern von FDP und AfD aus, da sind 68 bzw. 87 Prozent für die Lockerungen.