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Gas-Notfallplan: Minister Habeck will streng sparen – DIESE EU-Länder lassen uns im Stich

EU-Notfallplan: Deutschland muss mehr Gas sparen als andere

Der Gas-Notfallplan der EU ist in Kraft getreten. Im Vergleich zu anderen EU-Ländern muss Deutschland in diesem Winter deutlich mehr Gas sparen, um bei einem möglichen russischen Lieferstopp massive Versorgungsprobleme zu verhindern. de Baumgarten, l'un des principaux "hub" gaziers en Europe centrale

Um der drohenden Gas-Krise Einhalt zu bieten, gilt seit diesem Dienstag (09.08.) der EU-Notfallplan. Ziel ist es dabei, den Gasverbrauch um 15 Prozent zu senken. Robert Habeck will mit Deutschland Vorreiter beim Sparen sein.

Doch zeigt sich bisher, dass nicht alle EU-Länder den Gas-Notfallplan umsetzen wollen. Manche blockieren ihn sogar komplett.

Gas: Wie sieht der EU-Notfallplan aus?

Mit dem Notfallplan der EU sollen 27 Staaten ihren Gaskonsum von Anfang August bis Ende März 2023 freiwillig um 15 Prozent senken. Das entspricht dem Durchschnittsverbrauch der vergangenen fünf Jahre. Sollte das nicht reichen, können verbindliche Ziele in Kraft treten.

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Geplant sind unter anderem Einsparungen in öffentlichen Gebäuden. Weniger benutzte Bereiche wie Flure oder Foyers sollen dabei nicht mehr beheizt werden. Wohngebäude mit Erdgasheizungen brauchen eine verpflichtende Prüfung, um zum Beispiel nachts die Temperatur zu senken. Unternehmen können ungenutzte Gasmengen in Auktionen verkaufen, um so Anreize zum Energiesparen zu bieten.

Gas: Deutschland will sogar mehr als 15 Prozent einsparen

Das Wirtschafts- und Klimaschutzministerium von Robert Habeck ist sogar optimistisch, mehr als die vereinbarten 15 Prozent zu schaffen. „Wir sehen hier für Deutschland eine größere Einsparnotwendigkeit“, hieß es von Bundesnetzagentur-Chef Müller im ZDF-„Morgenmagazin“. Um Gas zu sparen, produziert seit Ende Juli ein Reserve-Kraftwerk mit Steinkohle wieder Strom. Eine staatliche Kampagne soll die Menschen weiterhin zum Energiesparen motivieren.

Derzeit betragen die Einsparungen hierzulande rund 14 Prozent. Müller räumte im ZDF ein, dass dabei „dieser sehr, sehr warme Sommer uns geholfen hat“. Bei den 14 Prozent handele es sich um „temperatur-unbereinigte Einsparungen“. Deutschland müsse sich also noch deutlich mehr anstrengen.

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Die Niederlande und Belgien fordern Bürger zu kürzeren Duschzeiten auf, in Frankreich soll die öffentliche Verwaltung Vorreiter beim Gassparen sein, in Italien soll in öffentlichen Büros nur noch bis maximal 19 Grad geheizt werden, außerdem setzt das Land ebenso wie Spanien und Griechenland auf Klimaanlangen-Beschränkungen. In Spanien wird die Beleuchtung von Schaufenstern und Büros um 22 Uhr abgeschaltet.

Gas-Notfallplan: Einige EU-Staaten lassen die anderen hängen

Doch in manchen EU-Staaten hält man nicht viel vom Plan. Irland, Portugal, Malta und Zypern sind nicht zum Gassparen verpflichtet. da sie nicht an das Verbundnetz angeschlossen sind. Auch Ungarn und Polen wollen nicht zusätzlich Energie sparen.

Bislang keine Sparpläne gibt es zudem in Tschechien, der Slowakei, Slowenien und Bulgarien. In Tschechien setzt man auf freiwillige Maßnahmen, ebenso wird die Freiwilligkeit in Polen betont. Regierungschef Viktor Orban in Ungarn schwimmt komplett gegen den Strom und stellt sich gegen die EU-Solidaritätsmaßnahmen.