Friedrich Merz: ARD/ZDF-Beitrag über ihn sorgt für Empörung – „Üble Nummer“

Die Ampel-Minister Habeck, Baerbock, Lindner privat

Die Ampel-Minister Habeck, Baerbock, Lindner privat

Sie sind die Ampel-Minister und Teil der Regierung um Bundeskanzler Olaf Scholz. Annalena Baerbock (Grüne), Robert Habeck (Grüne) und Christian Lindner (FDP). In der aktuellen Bundesregierung ist Baerbock Außenministerin, Habeck Bundesminister für Wirtschaft und Energie und Lindner Bundesfinanzminister. Doch was ist über das Privatleben der dreien bekannt?

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Er hat es geschafft: Im dritten Anlauf wurde Friedrich Merz neuer Chef der CDU.

Bei dem erfahrenen Politiker handelt es sich um eine streitbare Person. Es kursieren einige Vorurteile gegenüber Friedrich Merz. Und diese nahm sich das Medienmagazin „Funk“ von ARD und ZDF an. An einer Stelle schlugen die Macher dann aber über die Stränge.

Friedrich Merz: Video von Funk bekommt massive Kritik

In dem harmlos klingenden Video „Die Wahrheit über Friedrich Merz“ setzt sich das vermehrt an junge Menschen gerichtete Magazin „Funk“ mit dem Politiker auseinander. Es geht um die Frage, ob Friedrich Merz nun wirklich neoliberal, homophob und rechts ist. Wohin die CDU unter Merz möchte und wie er die Partei erneuern möchte. Doch ein Detail des rund 18-minütigen Videos sorgte für große Empörung.

Das Video beginnt mit einigen launischen Fakten über Friedrich Merz – und das ist auch das Problem. So macht sich der Moderator zunächst lustig über die gleich vier Vornamen von Merz: „Joachim-Friedrich Martin Josef – das klingt nach der Skatrunde von meinem Opa, wir reden hier aber nur über eine Person“, sagt Moderator Jan Schipmann in dem Video. Das ist aber nicht der Grund der Aufregung.

„Da steckt übrigens der Name vom Papa und von seinem Opa drin – der war übrigens Mitglied der NSDAP und der SA“, heißt es weiter. Dem ist auch so: Josef Paul Sauvigny, der Großvater von Friedrich Merz, war während der Nazi-Zeit nicht nur in der NSDAP, sondern auch Bürgermeister von Brilon im Sauerland. Doch eine weitere Einordnung des Satzes bleibt aus. Und das stößt auf massive Kritik.

Friedrich Merz: Twitter-Nutzer empört über Beitrag von ARD/ZDF-Format

„Nameshaming im funk-Politik-Format ,Die da oben‘. Es gibt sehr viele Gründe, Merz zu kritisieren, auch sein Verhältnis zu dieser Zeit. Sein Name ist keiner. Und der problematische Opa war übrigens der, nach dem er nicht benannt ist“, schreibt ein Twitter-Nutzer. Ein weiterer meint: „Üble Nummer“ und fügt hinzu: „(Die Großeltern der funk-Redakteure waren natürlich alle im Widerstand…).“

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Mehr über Friedrich Merz:

  • Der 66-Jährige ist neuer CDU-Chef.
  • Der 1,98 Meter große Sauerländer scheiterte zuvor zweimal als Kandidat um den Vorsitz gegen Armin Laschet und Annegret Kramp-Karrenbauer.
  • Merz war von 2000 bis 2002 als CDU/CSU-Fraktionschef Oppositionsführer im Bundestag.
  • Er ist verheiratet mit einer Richterin. Das Ehepaar hat drei erwachsene Söhne.

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Auch der bekannte Journalist und Autor Hasnain Kazim meldet sich zu Wort: „Es gibt ziemlich viele Gründe, Friedrich Merz zu kritisieren. Das hier ist kein Grund. Sondern komplett daneben.“ Wenig später ergänzt er: „Allerdings sollte man sich das gesamte Video anschauen, was ich leider erst jetzt getan habe. Darin geht es darum, Klischees über Friedrich Merz zu überprüfen; die Nazi-Vergangenheit seines Opas kann man ihm nicht anlasten. Seine eigenen Aussagen schon.“

Friedrich Merz hatte 2004 seinen Großvater noch gelobt. Darüber berichtete „Die Tageszeitung“ (taz). Im Wahlkampf rund um das Bürgermeisteramt in Brilon hatte Friedrich Merz sich deutlich gegen die SPD-Regierung positioniert. Die taz schrieb damals: „Es erfülle ihn ‚mit tiefem Grausen‘, so Merz, dass ein Sozialdemokrat im Rathaus sitze. ‚Das muss beendet werden‘, weil sein Großvater früher Bürgermeister von Brilon gewesen sei.“

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Friedrich Merz: Konfrontation mit Nazi-Vergangenheit

Konfrontiert mit der Nazi-Vergangenheit sagte Friedrich Merz: „Nach allem, was ich aus meiner Familie weiß, war mein Großvater eine beeindruckende Persönlichkeit und ein erfolgreicher Bürgermeister“ und weiter „Mein Großvater ist kein Nationalsozialist gewesen.“ Später räumte Merz laut taz allerdings ein, dass sein Großvater in der SA und der NSDAP gewesen sei. Er kam damals einer Veröffentlichung der taz zuvor.

Das Video von funk ist im Fazit dann gnädig mit dem Politiker. Zwar nennt Moderator Schipmann ihn „einen Dinosaurier“, allerdings könnten die geänderten Positionen, etwa zum Adoptionsrecht für homosexuelle Paare, durchaus auch eine echte Veränderung sein. Und die Klischees über Merz stimmen auch nicht so ganz, heißt es im Video. (evo)