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Donald Trump: Urteil in Prozess zu sexuellem Übergriff gefallen – es könnte ihn nicht nur Millionen kosten

In einem Prozess, in dem Donald Trump sexueller Missbrauch vorgeworfen wurde, ist jetzt das Urteil gefallen. Es könnte ihn nicht nur Millionen kosten.

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© Uncredited/Kaplan Hecker & Fink/AP/dpa

Die Karriere von Donald Trump

Seine Karriere ist ebenso ungewöhnlich, wie sein Stil als US-Präsident. Donald Trump wurde vom Immobilien-Unternehmer über die Zwischenstation Reality-TV-Star zum Präsident der Vereinigten Staaten.

Der ehemalige US-Präsident Donald Trump muss wegen eines sexuellen Übergriffs eine Entschädigung in Millionenhöhe zahlen. Das entschied eine Geschworenenjury am Dienstag (9. Mai) in New York.

Die US-Autorin Carroll hatte Trump in dem aktuellen Fall vorgeworfen, er habe sie Mitte der 1990er Jahre in einem New Yorker Nobelkaufhaus vergewaltigt. Der damals noch nicht als Politiker tätige Immobilienunternehmer hatte die Anschuldigung stets zurückgewiesen. Doch nun ist endlich ein Urteil gefallen.

Donald Trump kassiert Strafe in Millionenhöhe

Und das kommt den ehemaligen US-Präsidenten jetzt teuer zu stehen. Insgesamt muss Trump fünf Millionen US-Dollar (umgerechnet rund 4,56 Millionen Euro) an Entschädigung und Strafe zahlen. Und das obwohl der Vorwurf der Vergewaltigung abgewiesen wurde.

Strafrechtlich sind die Vorwürfe verjährt, zivilrechtlich stand der heute 79-jährigen Carroll der Rechtsweg jedoch offen. Die Verteidigung Carrolls hatte versucht, ihre Vorwürfe mit mehreren Zeuginnen zu untermauern. Zwei Frauen berichteten, dass die Autorin sie kurz nach dem Vorfall angerufen und von der Tat erzählt hatte. Zwei weitere Frauen schilderten der Jury davon, dass Trump sie in ähnliche Situationen gebracht habe und übergriffig geworden sei.

Trump hatte im Prozess selbst nicht ausgesagt und war bei dem Verfahren nicht persönlich anwesend. Sein Anwalt hatte das damit begründet, dass der ehemalige Präsident den New Yorkern den großen logistischen Aufwand ersparen wolle, der mit einer Reise in die Ostküstenmetropole und den zentralen Bezirk Manhattan verbunden wäre.

Laut Trumps Anwalt Joseph Tacopina seien die Anschuldigungen „unvorstellbar“ und „unglaubwürdig“. Trump sei zu diesem Zeitpunkt bereits als Immobilienunternehmer prominent gewesen, so dass eine solche Tat nicht unbemerkt geblieben wäre.

Donald Trump kritisiert Urteil: „Schande“

Der frühere US-Präsident Donald Trump hat die Entscheidung einer New Yorker Geschworenenjury gegen ihn im Zusammenhang mit einem sexuellen Übergriff scharf kritisiert. „Dieses Urteil ist eine Schande“, schrieb Trump am Dienstag auf der von ihm mitbegründeten Plattform Truth Social. Es handele sich um eine Fortsetzung der „größten Hexenjagd aller Zeiten“, schrieb der aktuelle Präsidentschaftsbewerber. 


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Damit spielt Donald Trump auf die Vorwürfe wegen einer Reihe möglicher Verbrechen gegen den 76-Jährigen an. Erst vor einigen Wochen wurde er angeklagt, weil er versucht haben soll, mit Schweigegeldzahlungen an zwei Frauen seine Chancen bei der Präsidentenwahl 2016 zu erhöhen. Damit soll er versucht haben, gegen Wahlgesetze zu verstoßen. Es laufen weitere Ermittlungen gegen ihn – etwa wegen seiner Rolle bei der Erstürmung des US-Kapitols wenige Wochen vor der Vereidigung seines demokratischen Nachfolgers Joe Biden als Präsident.

Trump kandidiert derzeit erneut für das Amt des US-Präsidenten, der im nächsten Jahr neu gewählt werden soll. Die Vorwürfe und aktuellen Anklagen könnten erheblichen Einfluss auf seine Kandidatur nehmen. (mit afp und dpa)