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Olaf Scholz: Deutschlandticket vor dem Aus? Protest wird laut: „11 Millionen hätten das Nachsehen“

Deutschlandticket-Streit: Der Geldbeutel entscheidet! Bund und Länder zoffen sich über die Finanzierung des beliebten 49-Euro-Tickets.

Deutschlandticket-Streit: Der Geldbeutel entscheidet! Bund und Länder zoffen sich über die Finanzierung des beliebten 49-Euro-Tickets.
© IMAGO/Guido Schiefer

Deutschlandticket: das bekommst du für 49 Euro im Monat

Für 49 Euro pro Monat mit Bus und Bahn durch die gesamte Republik fahren. Das ist mit dem Deutschlandticket möglich.

Das Deutschlandticket ist ein Hit! Millionen Fahrgäste freuen sich über ein 49-Euro-Abo, das sie landesweit mit Bussen und Bahnen des Nah- und Fernverkehrs reisen lässt. Doch wie so oft bei Erfolgsgeschichten, kriselt es hinter den Kulissen (mehr dazu hier).

Der Grund? Geld! Bund und Länder zoffen sich darüber, wer die Rechnung für den Nachfolger des 9-Euro-Tickets bezahlt. Und das könnte den Traum vom günstigen Reisen platzen lassen. Die Kritik dazu ist groß.

Was sagen Bund und Länder?

Die Zukunft des Deutschlandtickets hängt am seidenen Faden. Ohne die finanzielle Unterstützung des Bundes steht das Angebot für das Jahr 2024 auf der Kippe. Die Länder wollen mehr finanzielle Zusagen aus der Hauptstadt, um sicherzustellen, dass das Deutschlandticket auch in Zukunft bezahlbar bleibt. Immerhin: 2022 einigten sich Bund und Länder darauf, jeweils 1,5 Milliarden Euro bereitzustellen, um die günstigen Preise zu garantieren. Aber jetzt droht der Streit um zusätzliche Kosten das ganze Konstrukt zu gefährden.

+++ Für Bürgergeld-Empfänger gibt es das Deutschlandticket in NRW vergünstigt +++

Die Bundesregierung hat das Deutschlandticket zwar auf den Weg gebracht und sich verpflichtet, zusätzliche Kosten für das Ticket einmalig zu übernehmen. Doch angesichts der finanziellen Gegebenheiten des Bundes sei es schwierig, dies dauerhaft zu gewährleisten, erklärte Regierungssprecher Steffen Hebestreit. Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) betont, dass es noch keine genauen Berechnungen über mögliche Mehrkosten gebe. Er argumentiert, dass eine genaue Bewertung erst nach dem vollen nächsten Jahr möglich sei. Daher ist geplant, erst Ende 2024 über die weitere Finanzierung zu verhandeln.

„Deutschlandticket statt Autobahn“

Doch ein Zusammenschluss aus Campact, Greenpeace und dem ökologischen Verkehrsclub VCD fordert vom Bund die sichere Finanzierung des 49-Euro-Tickets auch nach diesem Jahr. So schreibt Greenpeace beispielsweise auf X (ehemals Twitter): „200 Millionen Euro gibt Volker Wissing für einen einzigen Kilometer Autobahn aus. Bundeskanzler Olaf Scholz, dieses Geld würde reichen, um den Streit ums 49-Euro-Ticket sofort zu lösen!“

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Der gemeinsame Appell wird von über 450.000 Menschen unterstützt. „Wissing fährt gerade willentlich das 49-Euro-Ticket gegen die Wand – nachdem er sich vor kurzem noch als dessen Erfinder feiern ließ“, mahnt Laura Boeger, Campaignerin bei Campact. Der Verkehrsminister wolle lieber Milliarden für den Ausbau von Autobahnen springen lassen. Boeger fordert: „Kanzler Scholz muss hier einschreiten und die Zukunft des 49-Euro-Tickets sichern.“ Auch Clara Thompson, Verkehrsexpertin bei Greenpeace, pflichtet bei: „Damit die viel zu hohen CO2-Emissionen im Verkehr endlich sinken, brauchen wir einen Pakt mit der Natur, nicht mit klimaschädlicher Infrastruktur.“


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VCD, Greenpeace und Campact fordern Scholz und die Länderchefs auf, die nahtlose Weiterführung des im Mai eingeführten Tickets zu sichern. „Ansonsten haben die elf Millionen Menschen das Nachsehen, die das 49-Euro-Ticket bisher nutzen.“