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Cannabis: Darum ist die Droge Gift fürs Klima

Die Cannabis-Legalisierung steht auf wackligen Beinen. EU-Recht verbietet die Droge, die offenbar nicht nur Gift für den Körper ist, sondern auch fürs Klima.

Cannabis
Die Regierung plant Cannabis-Legalisierung. Foto: IMAGO / Christian Ohde

„Gebt das Hanf frei“, forderte schon 2002 der Entertainer Stefan Raab. Er holte sich dabei Unterstützung mit Reggae-Pop-Sänger Shaggy. Raab und Shaggy scheinen von Scholz, Habeck und Lindner erhört worden zu sein. Denn die nicht weniger fortschrittlich wirken wollende Ampel-Regierung hat nun genau das vor – das Hanf freizugeben. Doch sie stößt dabei auf ungeahnte Probleme.

Zum einen will das Gesetz nicht so recht mitspielen. So ist in internationalen Abkommen und im EU-Recht ganz klar geregelt: Der Verkauf von Drogen ist verboten, ebenso der Anbau und die Herstellung und das gilt bisher ausdrücklich auch für Cannabis. Doch ein weiterer Aspekt bereitet den Koalitionären ebenfalls Kopfschmerzen.

Cannabis: Die Droge als Klimakiller?

Die Regierung macht in ihrem Eckpunktepapier deutlich, dass sie keinen Import von Cannabis aus dem Ausland will. Der Bedarf soll vielmehr allein über den Anbau in Deutschland gedeckt werden. Das soll vor allem in Innenräumen geschehen.

Damit die Pflanzen gedeihen und die Qualität gleich bleibt, muss konstant eine sommerliche Temperatur sowie eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit aufrechterhalten werden, so die Annahme. Das Bedeutet: Hoher Energieverbrauch und CO₂-Ausstoß. Der klimafreundliche Freilandanbau wird von der Regierung nicht erwähnt.



Um es in Zahlen auszudrücken: Bei der Produktion von einem Kilogramm Cannabis werden 2300 bis 5200 Kilogramm Kohlendioxid ausgestoßen. So viel wie beim Verbrennen von 900 bis 2000 Litern Benzin, wie eine Studie zeigt. Die Vereinten Nationen nennen diesen Wert in ihrem jüngsten Weltdrogenbericht.


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Der Stromverbrauch für die voraussichtliche deutsche Jahresernte von 400 Tonnen entspricht in etwa dem Verbrauch aller Haushalte der Stadt Köln in einem Jahr. „Der hohe Kohlenstoff-Fußabdruck von Indoor-Anbauanlagen könnte die politischen Ziele zur Reduktion des Energieverbrauchs und zur Erreichung der Klimaziele gefährden“, stellen die Studienautoren Martin Jelsma und Sylvia Kay fest.