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Cannabis-Gesetz: Unfreiwillig high durch Rauch – werden Kiffer in deiner Nähe zum Problem?

Die Legalisierung durch das Cannabis-Gesetz ist da. Aber müssen Nicht-Raucher jetzt befürchten, durch den Rauch high zu werden?

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Cannabis-Legalisierung: Lauterbach präsentiert "Zwei-Säulen-Modell"

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat in Berlin das geplante "Zwei-Säulen-Modell" zur Legalisierung von Cannabis vorgestellt. Bundesweit können Erwachsene demnach nicht gewinnorientierte Vereinigungen zum gemeinschaftlichen Anbau bilden. Die zweite Säule sind regional begrenzte "Modellvorhaben mit kommerziellen Lieferketten".

Kiffer in Deutschland können aufatmen. Denn der von Gesundheitsminister Karl Lauterbach vorgebrachte Gesetzesentwurf für die Cannabis-Legalisierung ist Anfang April in Kraft getreten. Damit will die Ampel-Regierung unter anderem den illegalen Handel eindämmen.

Doch nicht alle feiern das Cannabis-Gesetz. Viele haben nämlich Angst vor gesundheitlichen Schäden. Vor allem durch das Einatmen des Rauches, wenn in der Nähe gekifft wird. Doch was ist dran an den Befürchtungen? Wir haben nachgefragt.

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Cannabis-Gesetz: Passiv high durch Rauch?

Viele feiern das Cannabis-Gesetz. Doch eine gewisse Angst liegt jetzt bei Nicht-Rauchern in der Luft. Durch den Rauch könne sich demnach THC (Wirkstoff von Cannabis) absetzen, sodass man infolge dessen high ist. Dass keiner unfreiwillig high werden möchte, ist natürlich verständlich. Aber was ist jetzt dran an der Befürchtung?

Der Suchtmediziner sowie Kinder- und Jugendpsychiater Rainer Thomasius vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf sieht beim Rauch kein Problem. „Ich halte das für Unsinn“ teilt er unserer Redaktion auf Anfrage mit. „Ein Rauscheffekt wird durch passives Einatmen von Cannabis-Rauch nicht erreicht und es ist auch sehr umstritten, ob auf diese Weise ein toxikologischer Nachweis von entsprechenden Spuren im Blut gelingt.“

Studien belegen zwar, dass es beim passiven Kiffen zu messbaren THC-Werten im Blut kommen kann. Aber trotzdem sei es unwahrscheinlich, dass diese überhaupt eine Wirkung auslösen können.

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Künftig soll der private Besitz von bis zu 25 Gramm Cannabis für Volljährige legal sein. Erlaubt wird auch der private Anbau von bis zu drei Pflanzen mit berauschender Wirkung. Mit behördlicher Erlaubnis dürfen nicht kommerzielle Vereine Gras anbauen und die Produkte an die Mitglieder abgeben. Erlaubt sind bis zu 50 Gramm pro Monat, für Menschen zwischen 18 und 21 Jahren bis zu 30 Gramm.


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Für Jugendliche unter 18 Jahren bleiben Besitz und Konsum von Cannabis verboten; sie werden aber nicht strafrechtlich verfolgt. Anders als zunächst geplant, wird es vorläufig keine Geschäfte geben, in denen Cannabis verkauft wird.

Der Konsum von Drogen ist enorm gefährlich, er kann abhängig machen und der Gesundheit massiv schaden. Wenn du für dich oder eine Person in deinem Umfeld Hilfe benötigst, wirst du unter anderem bei der Notfall-Hotline der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung fündig: 01806 313031 (kostenpflichtig: 0,20 € pro Anruf aus dem Festnetz und aus dem Mobilfunknetz).