Armin Laschet: Retten ausgerechnet SIE ihm bei der Bundestagswahl? – „Er ist kein 'Türken-Armin'“

CDU: Das ist die Karriere des Armin Laschet

Der kommende Kanzler? Die Karriere des Armin Laschet

CDU-Parteichef und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet kandidierte bei der Bundestagswahl 2021 als Kanzler für die Union.

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Jetzt zählt jede Stimme für Armin Laschet bei der Bundestagswahl!

Der Kanzlerkandidat der Union will Nachfolger von Angela Merkel werden – und könnte ein vermeintlich wichtiges Ass im Ärmel haben, denn: Rund 1,4 Millionen türkeistämmige Deutsche sind bei der Bundestagwahl wahlberechtigt. Das ist keine zu unterschätzende Gruppe.

Kann Armin Laschet, der von Kritikern wegen seiner vermeintlich unkritischen Nähe zur türkischen Regierung in Ankara und hiesigen Moscheeverbänden höhnisch als „Türken-Armin“ bezeichnet wird, darauf setzen? Könnten die Deutsch-Türken womöglich das Zünglein an der Waage zugunsten Laschets werden? Und gilt Armin Laschet heute noch immer als „Türken-Armin“?

Armin Laschet: Retten ihn ausgerechnet türkeistämmige Wähler?

Auffällig ist, dass viele türkische Medien wohlwollend über Armin Laschet berichten. So hatte die „Hürriyet“, eine der größten Tageszeitungen im Land und auch in Deutschland unter Türkeistämmigen weit verbreitet, Laschet am 7. August auf der Titelseite. Die Zeile dazu: „Türken bereichern uns“. Im Interview stellt er die Verdienste der türkischen Gastarbeiter heraus, berichtet von Erfolgsgeschichten wie die von Biontech-Gründer Ugur Sahin und seiner Ehefrau Özlem Türeci, die heute als Impfstoff-Erfinder gegen Corona Weltruhm genießen.

Laschet weiß, dass viele Deutsch-Türken oft die SPD gewählt haben. Als Gastarbeiter oder auch als Kinder von Gastarbeiten hat man sich der Sozialdemokratie näher als der christlich-konservativen CDU/CSU gefühlt. Doch dieses starre Wahlverhalten ist Geschichte, wie Caner Aver vom Zentrum für Türkei-Studien und Migrationsforschung erklärt.

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Das ist Armin Laschet

  • geboren am 18. Februar 1961 in Aachen
  • seit 2017 Ministerpräsident von NRW
  • CDU-Bundesvorsitzender und damit auch Kanzlerkandidat
  • während Corona-Krise drängte Laschet früh auf Lockerungen
  • sprach sich vor deren Einführung gegen die Gleichstellung der homosexuellen Ehe mit der konventionellen Ehe aus

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Gegenüber „Cicero“ sagt er: „Ein Großteil der ersten Gastarbeitergeneration ist entweder verstorben, im Ruhestand oder in die Türkei zurückgekehrt. Ihre Nachkommen haben einen sozialen und bildungsökonomischen Aufstieg geschafft. Sie sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen und setzen andere Prioritäten.“ So würde die Einstellung zur Religion, zur Familie, zur Homosexualität oder zum Klimaschutz zu anderen Parteipräferenzen führen.

Armin Laschet buhlt um türkeistämmige Wähler

Und genau um diese Wähler buhlt Laschet, der in NRW erster Integrationsminister Deutschlands (2005 bis 2010) gewesen ist. Dafür gibt er auch dem recht unbekannten und regierungskritischen Online-Medium „Duvar“ ein Interview. Das zeigt, wie wichtig dem CDU-Kandidaten die deutsch-türkische Zielgruppe ist – und sagt, dass er Menschen mit türkischem Migrationshintergrund in Deutschland sichtbarer machen wollen würde. Sowohl in der Politik als auch in Führungsebenen.

Und auch das Verhältnis zur Erdogan-Regierung ist vergleichsweise positiv. Im Januar hatte der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan (67) Laschet in einem Telefonat „viel Erfolg“ für die Bundestagswahl gewünscht. In einer Mitteilung des türkischen Präsidialamts heißt es, dass Erdogan gegenüber Laschet seine Erwartung kommuniziert habe, dass er „die Beziehungen zwischen der Türkei und Deutschland weiter verbessern und seine positive Haltung gegenüber der türkischen Gesellschaft beibehalten werde“. Er war auch ein Befürworter der neuen Ditib-Zentralmoschee in Köln.

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Türkei-Experte über Armin Laschet: „Hat zu allen migrantischen Communities Kontakt gesucht“

Türkei-Experte Ali Ertan Toprak (52), Vorsitzender der Kurdischen Gemeinde Deutschlands und selbst CDU-Mitglied, hält wenig vom Spitznamen „Türken-Armin“. Toprak, selbst scharfer Erdogan-Kritiker und jemand, der kein Blatt vor den Mund nimmt, zu DER WESTEN: „Armin Laschet hat als Politiker und als erster Integrationsminister Deutschlands in NRW von Anfang an zu allen, nicht nur zu türkischen, migrantischen Communities offensiv den Kontakt gesucht. Viele Türkeistämmige schätzen ihn als sehr volksnah.“

Und weiter: „Die Kurdische Gemeinde Deutschlands zum Beispiel hat mit ihm von Anfang gute Beziehungen gepflegt. Er war zu Gast auf dem Bundeskongress der Kurdischen Gemeinde Deutschlands, hat uns für den Newroz-Neujahrsempfang die NRW-Landesvertretung in Berlin zur Verfügung gestellt. Dafür hat ihn auch niemand als 'Kurden-Armin' bezeichnet.“

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Der 52-Jährige verweist auch auf andere Gruppen, die von Laschets Arbeit profitiert haben: „Auch die Aleviten haben immer seine Unterstützung genossen. Die Alevitische Gemeinde Deutschland hat in NRW mittlerweile den Körperschaftsstatus erhalten und ist rechtlich damit den Kirchen gleichgestellt.“ Bestimmte rechtskonservative Deutsche und Türken würden ihn aus gegensätzlichen Gründen als „Türken-Armin“ etikettieren, Topraks Wahrnehmung der Realität sei aber eine andere.

Es bleibt abzuwarten, ob Laschet von Stimmen aus migrantischen Communities profitieren wird...

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