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Anne Will (ARD): Ukraine-Botschafter fleht um Hilfe – Zuschauer empört: „Absurde Gästeauswahl“

Anne Will (ARD): Ukraine-Botschafter fleht um Hilfe – Zuschauer empört: „Absurde Gästeauswahl“

Maischberger, Lanz und Co.: Das sind die deutschen Talkmaster

ARD-Moderatorin Anne Will diskutierte am Sonntagabend über den drohenden Krieg zwischen Russland und der Ukraine. Sie wollte von ihren Gästen wissen: „Worte oder Waffen – wo steht Deutschland im Ukraine-Konflikt.“

Doch im Netz hat die Sendung ein Nachspiel – das liegt an den eingeladenen Gästen der Talkrunde von Anne Will!

Anne Will (ARD): Ukrainischer Botschafter fleht um Hilfe – Zuschauer toben: „Absurde Gästeauswahl“

Die beiden Lager im ARD-Talk sind schnell erklärt: SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert, Jürgen Trittin (Ex-Bundesminister der Grünen und jetzt außenpolitischer Sprecher seiner Fraktion) sowie Linke-Fraktionschef Dietmar Bartsch sprechen sich gegen Waffenlieferungen an die Ukraine aus.

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Mehr über die ARD-Talkshow von Anne Will:

  • Seit 2007 wird die TV-Talkshow im Ersten ausgestrahlt.
  • Die Sendung läuft sonntags um 21.45 Uhr und dauert 60 Minuten.
  • Anne Will war die Talk-Nachfolgerin von Sabine Christiansen.
  • Von 2011 bis 2016 wurde sie durch Günther Jauch von ihrem Sendeplatz verdrängt. Ihre Talkshow lief in diesen Jahren am Mittwochabend.

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Dagegen fordern der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk sowie die US-Journalistin Anne Applebaum vehement Kriegsgerät zur Verteidigung gegen Putin. „Wir brauchen heute das, was wir am meisten benötigen, nämlich Defensivwaffen“, so Melnyk angesichts der Kriegsgefahr in der ARD-Sendung.

+++ Ukraine und Russland kurz erklärt: Warum gibt es den Konflikt? Wieso droht Krieg? +++

„Ich möchte auch an die deutsche Gesellschaft appellieren: Bitte helfen Sie uns den Kurs der Regierung zu ändern!“ Deutschland müsse den Ernst der Lage erkennen und aus dem „Dornröschenschlaf erwachen“.

An Kevin Kühnert gerichtet sagte Melnyk, dass es keine Zwischentöne gebe, entweder helfe Deutschland der Ukraine oder nicht. Es gehe nun um Krieg oder Frieden. Man würde die Ukraine im Stich lassen, wenn man es verweigere, modernste Waffen zu liefern.

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Anne Will: Kühnert, Trittin und Bartsch sind sich einig – keine Waffen gegen Russland

SPD-Spitzenpolitiker Kevin Kühnert hielt dagegen: „Wir sind nicht davon überzeugt, dass die Lieferung von Waffen in die Ukraine der entscheidende und hilfreichste Beitrag ist.“ Kühnert erklärte die Position der Bundesregierung, wonach es keine Waffenlieferung in Krisengebiete geben werde.

Linken-Politiker Dietmar Bartsch stellte gar die These in den Raum, dass Waffenlieferungen in der Geschichte noch nie etwas gebracht hätten: „Waffen werden geliefert, um eingesetzt zu werden. Nicht als Ansichtsexemplare.“ Er unterstütze die Bundesregierung dabei, durch Gespräche zu deeskalieren.

Jürgen Trittin schloss sich dieser Meinung an: „Sollte Putin wirklich vorhaben, die Ukraine anzugreifen, würden ihn Waffen nicht abschrecken.“ Es würde Moskau mehr von einem Krieg abhalten, wenn bei einer Invasion der Ukraine die wirtschaftlichen und politischen Beziehungen gekappt werden.

Im Netz hagelt es Kritik an der Gästeauswahl von Anne Will

Dass sich in der Sendung von Anne Will kein deutscher Politiker für Waffenlieferungen an die Ukraine ausgesprochen hat, stößt manchen Zuschauern bitter auf. Im Netz hagelt es Kritik.

Thorsten Benner von der Berliner Denkfabrik „Global Public Policy Institute“ meckerte auf Twitter: „Hat ja lange genug gedauert, bis Anne Will aufgewacht ist, dass da mit Russland was passiert. Jetzt will man es dafür richtig knallen lassen. Bisschen schräge Nummer allerdings, die deutsche Außenpolitik durch durch Kühnert, Trittin und Bartsch repräsentieren zu lassen.“

„Ich habe ganz hohen Blutdruck“, antwortete darauf der Ex-Chef der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger.

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Weitere Nachrichten über Anne Will:

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CDU-Europapapolitiker Dennis Radtke aus dem Ruhrgebiet motzte: „Wow… ist ja fast die erste Reihe der Russland-Versteher aus dem Bundestag vertreten. Meinungsvielfalt ist natürlich auch in dieser wichtigen Frage überbewertet.“

Politikwissenschaftler Andreas Püttmann wunderte sich über die „seltsame Besetzung“ und mangelnde Pluralität in der Sendung. Mehr noch: Man schäme „sich in Grund und Boden“, weil Kühnert, Trittin und Bartsch dem ukrainischen Botschafter erklärten, was sein Land wirklich brauche.

Journalist und Podcaster Vassili Golod hätte sich CDU-Mann Norbert Röttgen anstelle von Dietmar Bartsch in der Runde gewünscht – und damit einen „Speaker-Wechsel im ‚Team Opposition’“.

„Spiegel“-Redakteur Mathieu von Rohr urteilte auf Twitter vernichtend: „Schlechte Sendung, absurde Gästeauswahl, eine verpasste Chance.“

Hier kannst du dir dein eigenes Bild machen und den Talk in der ARD-Mediathek sehen.