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AfD in Umfrage enteilt! Ist Ostdeutschland verloren für CDU und SPD?

Im Osten wollen immer mehr Menschen AfD wählen. Sind die Rechtsradikalen nun Volkspartei? Oder ist alles nicht so dramatisch?

Höcke und die Ost-AfD.
© IMAGO / Jens Schicke, IMAGO / Panthermedia

Björn Höcke: der Rechtsaußen der AfD

Das ist Thüringens AfD-Chef

Der Osten tickt anders: Wäre heute Bundestagswahl, würde die AfD in Ostdeutschland einen Erdrutschsieg einfahren. Die enorme Zustimmung in den neuen Bundesländern hat einen großen Anteil am aktuellen bundesweiten Umfragehoch der AfD (bis zu 19 Prozent!).

Muss sich die demokratische Mitte nun Sorgen machen wegen des Aufschwungs der AfD?

AfD als Volkspartei der Ostdeutschen? Weidel jubelt schon

Sage und schreibe auf 32 Prozent würde die AfD bei einer Bundestagswahl im Osten (ohne Berlin) kommen. Im Vergleich zur Wahl 2021 wären das 10,5 Prozentpunkte mehr! Nahezu jeder Dritte würde sein Kreuz bei der rechtsradikalen AfD machen! Ein Volkspartei-Status?

Die anderen Parteien, die den Anspruch haben, Volkspartei zu sein, liegen weit dahinter zurück. Die SPD stürzt im Osten auf 16 Prozent ab, die CDU kommt auf 23 Prozent – gewinnt aber im Vergleich zur Bundestagswahl deutlich hinzu (+5,6 Prozentpunkte).

Alice Weidel jubelt angesichts der neuen Forsa-Umfrage: „Mit Abstand stärkste Kraft.“ Die Menschen in „Mitteldeutschland“ wollen ihre Partei in Verantwortung sehen, behauptet sie. Bleibt die Frage: Wenn Sachsen oder Brandenburg Mitteldeutschland sind – wo liegt dann in der Welt von Weidel Ostdeutschland? Genau solche dauernden rechten Provokationen sind es, die ihre Partei regierungsunfähig erscheinen lassen.

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AfD-Ehrenvorsitzender Alexander Gauland sah die Partei schon im Frühjahr als neue Volkspartei des Ostens. „Sie ist mittlerweile fest innerhalb der politischen Landschaft in Brandenburg verankert und kann hier, wie auch in ganz Ostdeutschland, als Volkspartei bezeichnet werden“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. So sieht das auch der völkisch-nationalistische Politiker Björn Höcke aus Thüringen.

AfD keineswegs so etabliert wie es scheint

Was Weidel, Höcke und Gauland in ihrer Erzählung außen vor lassen: An keiner einzigen Landesregierung ist die AfD aktuell beteiligt. Die Partei stellt nicht mal einen einzigen Landrat oder Oberbürgermeister. Sie ist also eine reine Oppositionskraft. Man sollte die tatsächliche Macht der AfD deshalb also auch nicht überschätzen.


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Ostdeutsche Wähler wechseln oft das Pferd

Zudem sind die Parteibindungen der Wähler im Osten labiler als im Westen. Wer heute in Umfragen vorne liegt, kann rasch wieder zurückfallen. Das wird am Beispiel der Linkspartei deutlich, die früher als die ostdeutsche Volkspartei galt, derzeit aber nur noch auf mickrige 8 Prozent kommt. Auch die SPD fährt Achterbahn: Wurde sie bei der Bundestagswahl 2021 noch überraschend stärkste Kraft im Osten, ist sie nun auf Platz drei zurückgefallen.

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