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Anzeigen nach Ausraster gegen AfD-Wähler in RTL-Interview: „Kotzt ihnen ins Gesicht!“

Ein emotionaler Vulkan: Ex-Präsident Peter Fischer von Eintracht Frankfurt voll Zorn über die AfD und ihre Wähler.

Ex-Eintracht-Boss sieht rot bei der AfD
© IMAGO / osnapix, Fotomontage DerWesten.de

Höcke Grundrechte entziehen? Faeser sieht wenig Chancen

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) sieht wenig Chancen, dem AfD-Politiker Björn Höcke einzelne Grundrechte zu entziehen, wie dies eine Petition fordert. Bei Höcke und seinem als gesichert rechtsextremistisch eingestuften Thüringer AfD-Landesverband müsse es "zuerst um die politische Auseinandersetzung gehen".

Zorn auf die AfD von Eintracht-Legende Peter Fischer! Er prägte eine Ära im Verein: Peter Fischer war von 2000 bis 2024 Präsident der Frankfurter. In dieser Zeit erlebte der Verein ein sportliches Comeback an die Spitze – mit dem DFB-Pokalsieg 2018 und dem Triumph in der Europa League 2022.

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Mittlerweile ist der 67-Jährige Ehrenpräsident der Eintracht und wird nicht müde, gegen die AfD und Rechtsextremismus ins Feld zu ziehen. Dabei ist er alles andere als zimperlich, was die Wortwahl angeht. Nun sollen Anzeigen gegen ihn erstattet worden sein.

Zorn über Rechtsaußen-Wähler im RTL-Interview

In einem RTL-Interview prügelte er nun gegen die AfD-Wähler verbal ein: „Rennt denen die Türen und die Tore ein, gebt denen Ohrfeigen. Kotzt ihnen ins Gesicht!“, forderte Fischer brachial mit rotem Kopf. „Das ist mir scheißegal!“ Ein Gewaltaufruf oder nur ein emotionaler Vulkanausbruch?

Eine ähnliche Wortwahl gab es von Fischer offenbar auch in einer Medienrunde nach der Mitgliederversammlung der SGE:

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Mit Blick auf die aktuellen Umfragen, insbesondere in Ostdeutschland, sagte Fischer vor der RTL-Kamera: „Jeder Vierte oder jeder Fünfte auf der Straße ist ein Nazi!“ Es gehe nicht nur um das Kreuz in der Wahlkabine, man sei mit der Zustimmung zur AfD ein Nationalsozialist, „nix anderes“. Die Ausrede Protestwähler lasse er nicht gelten.

AfD-Wähler seien Nazis – „nix anderes“

Für Peter Fischer ist jedoch klar, dass die AfD keine Erfolgschancen in Deutschland hat: „Wir werden die in die Knie zwingen! Das wird es nicht mehr geben.“ Das habe er auch Helmut „Sonny“ Sonnenberg versprochen, einem Holocaust-Überlebenden und glühenden Fan der Eintracht, der 2023 im Alter von 91 Jahren verstarb.


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„Die Anfänge waren die selben, wie wir sie hier haben. Genau das Gleiche!“, so Fischer. Der Sportfunktionär verstehe es als seine „Lebensaufgabe“ gegen Faschismus und Rechtsextremismus zu kämpfen.

Offenbar juristisches Nachspiel

Der Vorfall könnte juristische Konsequenzen für Peter Fischer haben. So teilte die AfD-Bundestagsabgeordnete Barbara Benkstein mittlerweile mit, dass sie Anzeige erstattet habe, um die Wähler ihrer Partei zu schützen. Benkstein verurteilt die Aussagen als „primitiv und gefährlich“. Und weiter: „Hausfriedensbruch und Schläge ins Gesicht sind keine Kavalliersdelikte.“

Auch der Volkswirt Professor Ulrich van Suntum, der 2020 für die AfD als Kreistagskandidat antrat, erklärte via X, Anzeigen wegen Volksverhetzung und Aufforderung zu einer Straftat erstattet zu haben. Er wirft Fischer eine „Verrohung der politischen Auseinandersetzung“ vor.

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