Sparkasse, Deutsche Bank und Co.: Strafzins-Wahnsinn! DAS rät die Stiftung Warentest betroffenen Kunden

Immer mehr Banken verlangen Negativzinsen von ihren Kundinnen und Kunden! (Symbolbild)
Immer mehr Banken verlangen Negativzinsen von ihren Kundinnen und Kunden! (Symbolbild)
Foto: IMAGO / imagebroker

Immer mehr Banken wollen Minuszinsen, auch Negativzinsen oder Strafzinsen genannt, einführen oder haben dies bereits getan. Was tun, wenn Sparkasse, Deutsche Bank und Co. plötzlich Zinsen auf dein Guthaben fordern?

Stiftung Warentest gibt nun Tipps, wie Bankkunden vorgehen können, wenn Sparkasse, Deutsche Bank und Co. zur Kasse bitten.

Sparkasse, Deutsche Bank und Co.: Verluste durch Negativ-Zinsen vermeiden

Das Wichtigste vorab: Was sind Negativzinsen überhaupt? Ganz einfach: Statt dir Zinsen auf das Geld zu zahlen, das du bei der Bank „geparkt“ hast, kassieren manche Institute mittlerweile Zinsen vom Guthaben ihrer Kundinnen und Kunden oder wollen diese Praxis einführen. Dahinter steckt die Tatsache, dass Banken auf Geld, das sie wiederum bei der Europäischen Zentralbank (EZB) parken, ab einer bestimmten Höhe 0,5 Prozent pro Jahr abdrücken müssen.

Wie das Vergleichsportal Verivox berichtet, verschärfen Kreditinstitute zunehmend bestehende Negativzinskonditionen für Privatkunden. Darüber berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa).

Parallel dazu verlangen immer mehr Banken ein Verwahrentgelt. 392 Institute sollen das laut Verivox bereits tun (Stand 29.9.). Seit Anfang 2021 kamen demnach 214 Geldhäuser hinzu. Das Verbraucherportal Biallo.de kam zuletzt sogar auf rund 490 Institute, die Minuszinsen auf private Guthaben verlangen (Stand: 27.8.).

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Das ist die Sparkasse:

  • Sparkassen-Finanzgruppe organisiert durch den Dachverband DSGV e.V. (Deutscher Sparkassen- und Giroverband): Verbund von Sparkassen, öffentlichen Versicherungen und sonstigen Finanzdienstleistern
  • Rund 385 Sparkassen
  • Mehr als 300.000 Mitarbeiter
  • 8.971 Zweigstellen und 380 Institute (2019)

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„Wir sehen nach wie vor eine große Dynamik bei Negativzinsen, doch während im ersten Halbjahr nahezu täglich neue Banken Verwahrentgelte einführten, hat sich diese Entwicklung momentan etwas verlangsamt“, erläuterte Oliver Maier, Geschäftsführer der Verivox Finanzvergleich GmbH. Ein Ende des Negativzins-Trends sei aber nicht in Sicht. Im Gegenteil: Allein im dritten Quartal hätten 30 Kreditinstitute bestehende Regelungen verschärft – 68 seit Jahresbeginn.

Dass Banken ein Verwarungsgeld verlangen, ist nicht gänzlich neu. In der Regel würde dieses jedoch nur bei großen Summen ab 100.000 Euro fällig. Nun erheben viele Institute die sogenannten Negativzinsen jedoch bereits ab einem Gesamtguthaben von 50.000 Euro. Bei manchen Banken zahlt man sogar schon ab 5000 Euro oder weniger. Für Sparer natürlich eine Katastrophe.

Die fälligen Zinssätze können zwischen 0,5 und 1 Prozent variieren. Betroffen sind vor allem Neukunden. Der Grund: Die Zinsen lassen sich den Kundinnen und Kunden nicht ohne weiteres aufbrummen. Will eine Bank von Bestandskunden ein Verwahrentgelt verlangen, muss sie das mit den Betroffenen individuell vereinbaren.

Sparkasse, Deutsche Bank und Co.: Negativzinsen auf Giro- und Tagesgeldkonten unzulässig

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hält Negativzinsen auf Giro- und Tagesgeldkonten von Verbrauchern allerdings grundsätzlich für unzulässig – unabhängig davon, ob es sich um Neu- oder Bestandskunden handelt. Doch was tun, falls man betroffen ist?

Kundinnen und Kunden könnten die Strafzinsen beispielsweise umgehen, indem sie ihr Geld auf mehrere Konten verteilen, um unter die Freibeträge zu kommen oder die Bank wechseln. Es gibt nämlich noch Banken, die keine Negativzinsen verlangen und im Gegenteil sogar Zinsen zahlen – wenn auch nur sehr wenige. „Negativzinsen für Guthaben auf Giro- und Tages­geld­konten können Sparer vermeiden“, hieß es weiter auf Test.de. „Vor allem ausländische Banken bieten Tages­geld­konten an, bei denen Kunden für täglich verfügbare Gelder sogar noch etwas Zinsen bekommen. Viele Angebote sind ausschließ­lich über Zinsportale wie Check 24, Welt­sparen oder Zinspilot erreich­bar.“

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Banken ohne Minuszinsen: Hier zahlst du keinen Strafzins

Stiftung Warentest nennt mit Ford Money, BMW Bank, Mercedes Bank und Volks­wagen Bank Institute, die sich für all jene eignen, die Kosten vermeiden wollen. „Diese Banken nehmen bisher keine Strafzinsen“, hieß es in einem Beitrag auf Test.de. „Bei Ford Money, einer Onlinemarke der deutschen Ford Bank gibt es sogar eine winzige Verzinsung von 0,05 Prozent für Guthaben beim Tages­geld.“ (alp mit dpa)

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